Wer sich im Bioladen oder Supermarkt umschaut, stellt schnell fest, dass das Salzsortiment in den letzten Jahren enorm gewachsen ist. Anstatt Tafelsalz gibt es nun Salz mit Jod. Hinzu kommen Steinsalz, Meersalz oder eben auch Himalayasalz.

Nur: Welches Salz ist denn nun das beste? Und welches das gesündeste? Diesen Fragen geht wmn auf den Grund.

Braucht unser Körper Salz?

Ja! Ohne Salz läuft in unserem Körper gar nichts. Normales Kochsalz besteht aus Natrium und Chlorid. Natrium ist verantwortlich für unseren Wasserhaushalt und die Reizübertragung von Muskel- und Nervenzellen. Und Chlorid ist ein Bestandteil von unseren Verdauungssäften.

Doch weder ein Zuwenig noch ein Zuviel an Salz sind gut. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollen wir maximal 6 Gramm Kochsalz pro Tag essen. Andere Studien, etwa aus Kanada, gehen jedoch von einem weit höheren Maximalwert aus, nämlich von 12 Gramm.

Salz: Welche Vorteile bieten die verschiedenen Sorten?

Wie schon oben genannt, gibt es zahlreiche Salzsorten. Ihnen werden auch verschiedene positive Eigenschaften nachgesagt. Zurecht?

Meersalz

Wenn Meerwasser verdunstet, entsteht Meersalz. Obwohl der Name etwas anderes vermuten lässt, besteht das Salz aber genauso wie normales Tafelsalz aus Natrium und Chlorid.

Früher wurde damit geworben, dass Meersalz mehr Jod enthält als Tafelsalz. Doch das ist ein Irrtum. Der Jodgehalt von Meersalz ist gleich hoch oder nur minimal höher (Jod ist vor allem wichtig für ein starkes Nervensystem und die Bildung von Schilddrüsenhormonen).

Meersalz
Meersalz ist nicht nur in der Küche, sondern auch im Kosmetikbereich sehr beliebt.(Photo: inwesfoto/ shutterstock)

Ein weiterer Vorteil von Meersalz, der immer wieder hervorgehoben wird: Das Salz soll einen besonders hohen Anteil an Mineralien enthalten. Doch da wir Salz in Maßen und nicht in Massen essen, soll Meersalz keine zusätzlichen gesundheitsfördernden Wirkungen haben. Das stellt die Verbraucherzentrale in einem Statement dar.

Besonders beliebt ist übrigens das Fleur de Sel Salz. Doch Untersuchungen haben gezeigt, dass dieses sogar noch mehr Mikroplastik enthalten kann als andere Salzsorten.

Himalayasalz

Himalayasalz ist rosa und gehört definitiv zu den teureren Salzsorten. Wie Tafelsalz und Meersalz besteht auch diese Sorte zu 98 % aus Natriumchlorid. Bedeutet: Es ist damit zu 98 % gleich wie normales Tafelsalz.

Das Himalayasalz wird in zahlreichen Gesundheitsforen und Blogs als Allheilmittel angepriesen. So soll es unseren Körper entschlacken und gegen Bluthochdruck wirken. Die Verbraucherzentrale aber warnt vor derartigen Gesundheitsversprechen. Das Salz soll auch mehr Mineralien enthalten. Doch die Mengen, so erklärt die Verbraucherzentrale, sind so gering, dass wir damit nicht den Bedarf an Mineralstoffen decken.

Himalayasalz
Himalayasalz ist rosa(Photo: Piotr Swat/ shutterstock)

Minuspunkte sammelt das Himalayasalz nicht nur, weil es teuer ist. Sondern auch, weil es wenig Jod enthält. Aber auch dafür, dass der Name suggeriert, dass das Salz aus dem Himalaya stammt, doch eigentlich nur aus Zentral-Pakistan kommt. Bis nach Deutschland muss das Salz lange Wege hinter sich bringen. Und das macht das Salz auch alles andere als klimafreundlich.

Steinsalz

Auch Steinsalz hat es in die Regale vieler Supermärkte und Bioläden geschafft. Dabei handelt es sich um ein Salzgestein, das durch die Verdunstung von Meerwasser entsteht. Im Prinzip war Steinsalz also einmal Meersalz. Das Salz gilt als naturbelassenes Salz, das ebenfalls etwas mehr Mineralstoffe enthalten kann.

Ursalz

Ursalz ist zermahlenes Steinsalz, das aus den gleichen mitteleuropäischen Bergwerken stammt, aus denen auch das Tafelsalz kommt. Auch dieses Salz gilt als naturbelassen und enthält etwa zwei Prozent mehr Mineralstoffe.

Salz enthält Rieselhilfe. Ist sie schädlich?

Normalerweise würde unser Salz verklumpen, weshalb diesem oftmals Substanzen zugefügt werden, die das verhindern. Wie viel die Salze von ihnen enthalten dürfen, ist gesetzlich festgelegt. Erlaubte Rieselhilfen sind:

  • Calciumcarbonat (E170)
  • Magnesiumcarbonat (E504)
  • Natriumferrocyanid (E535)
  • Kaliumferrocyamid (E536)
  • Calciumferrocyanid (E538)
  • Siliziumdioxid/ Kieselsäure (E551)
  • Eisentartat (E534).

Salz
Salz ist in vielen Gerichten drin(Photo: Motortion/ istock)

Gesundheitliche Nachteile durch Trennmittel sind bislang noch nicht belegt. Aber der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) rät dazu, Produkte mit Siliziumdioxid zu meiden. Denn diese haben in Tierversuchen zu entzündungsähnlichen Reaktionen an der Darmwand geführt. Außerdem ist nicht noch nicht ganz sicher, ob die Teilchen die Darmwand passieren können.

Wer auf Nummer sicher gehen will, greift am besten zu Salz ohne Rieselhilfe.

Worauf du beim Kauf von Salz noch achten solltest

Auch wenn sich das Salzsortiment enorm erweitert hat, sind die teuren Salze nicht unbedingt besser. Versprechungen, dass bestimmte Salze Krankheiten heilen können, sind nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Außerdem sollte der höhere Mineral- und Spurenelementgehalt in bestimmten Salzsorten nicht überschätzt werden.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Salz oftmals Mikroplastik enthalten kann. Da sich dieses vor allem an der Oberfläche des Meeres befindet, könnte es sich lohnen, auf Salzsorten auszuweichen, die aus der Meerestiefe stammen.

Untersuchungen zeigen, dass die Versorgung mit Jod in Deutschland nicht optimal ist. Besonders Veganer können einen Mangel haben, weshalb es sinnvoll ist, wenn sie auf jodhaltiges Salz umsteigen.

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