Immer wieder muss man sich als Frau anhören, dass man den Männern ja körperlich unterlegen sei und deshalb nicht dieselben Leistungen erbringen kann. Grundsätzlich ist das auch nicht falsch, dennoch gibt vor allem im Sport einige Ausnahmen, in denen Frauen sogar besser sind als ihre männlichen Mitstreiter. Welche Sportarten das sind und wie es dazu kam, erfährst du in diesem Artikel.

Deshalb sind Männer den Frauen in vielen Sportarten überlegen

Der Unterschied zwischen der sportlichen Leistung einer Frau und der eines Mannes beträgt bei gleicher Disziplin und gegebenenfalls gleichem Wurfgewicht durchschnittlich zehn bis 15 Prozent. Um das zu veranschaulichen, nehmen wir beispielhaft mal die Kategorie des 400-Meter-Laufs an der freien Luft an und sehen uns die Weltrekorde beider Geschlechter an.

Bei den Männern liegt dieser bei 43,18 Sekunden. Bei den Frauen hingegen bei 47,60 Sekunden. Die Differenz liegt daher bei knapp zehn Prozent. Ein ähnliches Bild ergibt sich auch bei weiteren Ausdauersportarten. Bei Schnellkraftsportarten wie beispielsweise Hochsprung oder Weitsprung ist die Leistungsdifferenz sogar noch höher und liegt bei den Weltrekordhalter:innen etwa zwischen 15 und 20 Prozent.

Doch wie kommt es jetzt dazu, dass Frauen tendenziell schlechter abschneiden als Männer? Grundsätzlich lässt sich das natürlich anhand des unterschiedlichen Körperbaus erläutern. Frauen sind in vergleichbaren Sportarten nämlich durchschnittlich zwölf Zentimeter kleiner und zwölf Kilogramm leichter als ihre männlichen Konkurrenten.

Zusätzlich spielen auch weitere Faktoren eine wichtige Rolle. So sind zum Beispiel auch die Atemwege, das Herz und die Lunge bei Frauen kleiner. Zudem haben Frauen weniger Muskelmasse als Männer und auch der Stoffwechsel ist unterschiedlich schnell. Lediglich der schnellere Fettstoffwechsel ist gerade bei Ausdauersportarten ein Vorteil für Frauen.

Pferdesport Simone Blum
Simone Blum ist Springreiterin und konnte sich bisher gegenüber ihren männlichen Mitstreitern durchsetzen. Foto: imago images/Stefan Lafrentz

In diesen Sportarten sind die Frauen besser

Aufgrund der eben genannten körperbaulichen Unterschiede werden nahezu alle Disziplinen bei Wettkämpfen, wie zum Beispiel bei den Olympischen Spielen, noch einmal nach den Geschlechtern unterteilt. Frauen treten somit nie direkt gegen Männer an. Vorausgesetzt, es werden keine unterschiedlichen Gewichte verwendet, wie es zum Beispiel bei Wurfdisziplinen wie dem Kugelstoßen oder dem Speerwurf der Fall ist, lassen sich die Leistungen von Frauen und Männern aber dennoch vergleichen.

Es gibt allerdings auch eine Ausnahme von dieser Regelung. Der Pferdesport ist nämlich die einzige olympische Disziplin, in der Frauen auch direkt gegen Männer antreten – und das sogar mehr als erfolgreich. Sowohl in der Kategorie Dressur als auch im Springen und in der Vielseitigkeit sind die amtierenden Weltmeister:innen Frauen.

So konnte sich die Springreiterin Simone Blum bei den Weltreiterspielen im Jahre 2018 gegenüber zwei Männern behaupten und sich die Goldmedaille sichern. Auch die Dressurreiterin Isabell Werth konnte gegenüber ihren männlichen Kollegen erhebliche Erfolge verzeichnen. Bei den Olympischen Spielen konnte sie bislang ganze sieben Goldmedaillen ergattern und in weiteren Weltmeisterschaften nochmal zusätzlich neun Stück.

Aber auch die Vielseitigkeitsreiterin Rosalind Carter konnte sich ebenfalls bei den Weltreiterspielen 2018 eine Goldmedaille sichern und ist damit amtierende Weltmeisterin im Vielseitigkeitsreiten.

Doch nicht nur im Pferdesport sind die Frauen den Männern überlegen. Ein ähnliches Bild gibt es nämlich auch im Dauerschwimmen. Auch bei den Olympischen Spielen in London im Jahre 2012 gelang es der damals erst 16-jährigen Ye Shiwen auf den letzten 50 Metern schneller zu sein als der bisherige Weltrekordhalter Ryan Lochte. Gerechnet auf die 400 Meter Freistil kam sie dann aber doch nicht ganz an den Rekord heran.

Schwimmen Ye Shiwen
Auch die damals erst 16-jährige Ye Shiwen war für kurze Zeit schneller als der bisherige Weltrekordhalter. Foto: imago images/VCG

Fazit: Frauen erbringen in vielen Sportarten überragende Leistungen

Doch abgesehen von den Frauen, die sich sogar als Weltrekordhalterinnen bezeichnen dürfen, gibt es noch zahlreiche weitere Sportlerinnen, die in den vergangenen Jahren in diversen Disziplinen erstaunliche Leistungen erbracht haben – unabhängig davon, ob man diese Leistungen jetzt mit denen der Männer vergleicht oder nicht.

Diese Leistungen wurden jedoch von echten Profi-Sportler:innen erbracht, welche für dich keinerlei Vergleichsgruppe darstellen sollten. Sport sollte vorwiegend zu einem gesunden Lebensstil beitragen.

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