Als würde ein Gewitter im Kopf wüten. Wer von der neurologischen Erkrankung Migräne betroffen ist, wird wissen, wie treffend diese Beschreibung ist. Die stechenden, pulsierenden und pochenden Schmerzen sind mitunter so unerträglich, dass man tagelang im Bett verbringen muss, sich übergibt oder sogar Sprachstörungen aufweist. Patient:innen, die unter solch starken Anfällen leiden, suchen stets nach Möglichkeiten, ihre Anfälle zu mildern. Eine neue Studie legt nun nahe, dass vor allem zwei Lebensmittel den Schmerzen Einhalt gebieten könnten…

Migräne ist eine Volkskrankheit

Bei einer Migräne treten anfallsartig einseitige Kopfschmerzen auf – wenngleich diese Schmerzen keineswegs mit einfachen Kopfschmerzen vergleichbar sind. Manche Betroffene haben nur zwei Anfälle im Jahr, während andere wöchentlich mit den kaum auszuhaltenden Schmerzen kämpfen.

Eine Migräneattacke kann Stunden, aber auch Tage anhalten und geht oft mit Begleitsymptomen einher: Heißhunger, Übelkeit, Licht-, Lärm- und Geruchsempfindlichkeit sind einige davon. Diese neurologische Erkrankung macht es vielen Patient:innen unmöglich, ihrem normalen Tagesablauf nachzugehen. Umso weniger, wenn die Migräne zusätzlich mit einer Aura einhergeht.

Zehn bis 15 % der Betroffenen haben vor der eigentlichen Schmerzattacke Sehstörungen, ihnen wird schwindelig oder aber sie haben Sprachstörungen. Nachdem diese Symptome abklingen, setzt der eigentliche Schmerz ein. Migräne gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen: 14 % aller Frauen und acht Prozent aller Männer sind hierzulande davon betroffen.

Was man gegen die Migräne tun kann

Viele Migränepatient:innen suchen verzweifelt nach Möglichkeiten, ihren Schmerzen Einhalt zu gebieten. Migräne kann zwar behandelt, nicht aber geheilt werden. Das oberste Ziel in der Schmerztherapie lautet daher: die Lebensqualität erhöhen, indem die Anfallshäufigkeit und -Intensität gemindert werden.

Neben dem Verzicht auf Genussmittel wie Alkohol und Nikotin, sollen Betroffene sich viel bewegen, gesund ernähren und Magnesium zu sich nehmen. Eine neue Studie zeigt nun auf, dass vor allem in Sachen gesunde Ernährung noch mehr herauszuholen wäre. Demnach sollen Betroffene vor allem auf eine fisch- und pflanzenreiche Ernährung achten.

Fisch & Avocados: Die Allheilmittel?

Die Untersuchung, die im British Medical Journal erschien, wurde durch das amerikanische National Institutes of Health unterstützt und kam zu dem Schluss, dass Omega-3-Fettsäuren und wenig Omega-6-Fettsäuren gegen Migräne helfen können.

Die gesunden Omega-3-Fette findet man vor allem in Fisch, aber auch in Avocados. Die „schlechten“ Omega-6-Fette finden sich vor allem in pflanzlichen Ölen wie Sonnenblumen- oder Distelöl. Tatsächlich zeigten bereits frühere Studien, dass Omgega-3 gegen Schmerzen in Gelenken oder auch bei Rückenschmerzen Wirkung zeigten.

Eine Studienteilnehmerin schildert der New York Times, dass sie vor der Studie wöchentlich an Migräne litt und deswegen sogar oft auf der Arbeit fehlte. Neben 181 weiteren Proband:innen nahm sie vor ein paar Jahren an der Studie teil und wurde der Versuchsgruppe zugeordnet, die eine Ernährung reich an Omega-3 und arm an Omega-6 erhielt.

Das Ergebnis? Die Forscher:innen der Studie nahmen den Proband:innen regelmäßig Blut ab. Dabei stellten sie fest, dass die Gruppe, die sich reich an Omega-3 ernährte, erhöhte Werte von Oxylipinen aufwiesen. Dieser Stoff gilt als körpereigenes Schmerzmittel.

Und tatsächlich waren bei der Probandin die Migräneattacken nach ein paar Monaten verschwunden. Sie sagt: „Ich hatte seit zwei Jahren keine Migräne mehr, nicht einmal eine leichte.“ Und auch weitere Proband:innen ihrer Versuchsgruppe litten unter weniger Anfällen.

Diese Speisen sollten Migränepatient:innen meiden

Wenngleich diese Studie nur eine von vielen ist, lädt sie dennoch zum Selbstversuch ein. Omega-3-Fettsäuren finden sich in folgenden Lebensmitteln:

  • Fisch (Forelle, Hering, Kabeljau, Sardinen, Makrele, Lachs)
  • Leinöl
  • Spinat
  • Hummus
  • Bohnen
  • Rosenkohl
  • Avocados
  • Walnüsse
  • Mandeln
  • Soja
  • Chiasamen

Vor diesen Lebensmitteln soll man sich der Studie folgend als Migränepatient:in besser fernhalten, da sie reich am Omega-6 sind:

  • Pflanzliche Öle (Sonnenblumen- oder Distelöl)
  • Frittierte Speisen wie Pommes, Schnitzel oder Chicken Wings

Diese Speisen sind bekannt dafür, Entzündungsreaktionen im Körper auszulösen. Tatsächlich deuten verschiedene Theorien darauf hin, dass auch während einer Migräne entzündliche Prozesse in den Blutgefäßen des Gehirns vonstattengehen. Die Studie zeigt damit deutlich, dass die Umstellung der Ernährung einen erheblichen Einfluss bei der Bekämpfung von Migräne-Attacken spielen kann.

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