Umweltgifte, Strahlung und das Rauchen begünstigen Krebs. Aber auch Lebensmittel, die viele von uns tagtäglich konsumieren, stehen in Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen. Der World Cancer Research Fund, kurz WCRF, hat einen dritten Report herausgebracht, in dem aktuelle Empfehlungen zur Krebsvorsorge zu finden sind. Neben ausreichend Bewegung weisen die Mediziner:innen hierin drei Lebensmittel aus, auf die man besser verzichten sollte.

World Cancer Research Funds: Was tun, um Krebs zu vermeiden?

Das Continuous Update Project, kurz CUP, ist die weltweit größte, maßgeblichste und aktuellste Quelle für wissenschaftliche Erkenntnisse zur Krebsforschung. Der Fokus liegt vor allem auf der Prävention durch Ernährung und Gewohnheiten wie körperlicher Aktivität.

Nun brachten die Expert:innen einen dritten Report heraus, in dem erneut Empfehlungen ausgesprochen werden, um das eigene Krebsrisiko zu senken. Neben der Erkenntnis, dass ein „gesundes Gewicht“ und körperliche Aktivität ideal sind, um den Körper krebsfrei zu halten, nennen sie auch bestimmte Lebensmittelgruppen, die man dringend nur in Maßen genießen oder auf die man sogar völlig verzichten sollte.

Diese drei Lebensmittelgruppen sollen das Krebsrisiko erhöhen

Diese drei Lebensmittelgruppen stehen in Verdacht, Krebs hervorzurufen:

1. Alkohol

Auf der Seite des WCRF heißt es: „Es gibt starke Hinweise darauf, dass Alkoholkonsum eine Ursache für viele Krebsarten ist. Diese Beweise rechtfertigen die Empfehlung, keine alkoholischen Getränke zu trinken.“

Unter anderem soll Alkohol für Krebsarten im Mund- und Rachenraum, im Kehlkopf, in der Speiseröhre, der Leber, des Dickdarms, der Brust (vor allem bei Frauen vor und nach der Menopause) und des Magens begünstigen.

Laut WCRF macht es dabei keinen Unterschied, um welches alkoholische Getränk es sich handelt. Entscheidend ist vor allem die Menge reinen Alkohols (Ethanol), die konsumiert wird. Bereits kleinste Mengen können das Krebsrisiko erhöhen.

Weiterlesen: Du fragst dich, wie bedenklich dein Alkoholkonsum ist? Mache hier einen Selbsttest.

2. Verarbeitetes Fleisch

Laut WCRF soll man rotes Fleisch nur in Maßen genießen. Ebenso soll man sich vor verarbeitetem Fleisch hüten. Rotes Fleisch ist Muskelfleisch von Säugetieren wie von einem Rind oder Schwein. Verarbeitetes Fleisch wird gepökelt, fermentiert, geräuchert oder durch andere Verfahren konserviert – Salami, Bacon oder Würstchen gehören beispielsweise dazu.

Es gibt Hinweise darauf, dass (verarbeitetes) Fleisch das Darmkrebsrisiko erhöhen kann. Jedoch empfehlt der WCRF nicht völlig, auf Fleisch zu verzichten. Sie betonen, dass Fleisch eine wertvolle Quelle von Nährstoffen sein kann – insbesondere für Eiweiß, Eisen, Zink und Vitamin B12.

Auch schreiben sie aber: „Der Verzehr von Fleisch ist jedoch kein wesentlicher Bestandteil einer gesunden Ernährung. Menschen, die sich für eine fleischlose Ernährung entscheiden, können durch sorgfältige Lebensmittelauswahl ausreichende Mengen dieser Nährstoffe erhalten.“

3. Fast Food & gezuckerte Getränke

Die dritte Lebensmittelgruppe, welche die WCRF in ihren Report erwähnt, sind Fast Food und verarbeitete Speisen. Vor allem solche, die einen hohen Fett-, Stärke- oder Zuckergehalt aufweisen, sollen das Krebsrisiko enorm erhöhen. Denn diese Lebensmittel steuern zu einer unkontrollierten Zunahme von Kalorien bei, was letztlich kontraproduktiv ist, um ein gesundes Gewicht zu halten. Größeres Körperfett ist jedoch die Ursache zahlreicher Krebsarten.

Neben Pommes, Chips und Cookies soll man auch den Konsum von gezuckerten Getränken einschränken oder aussetzen, will man das eigene Krebsrisiko senken. Die WCRF empfiehlt vor allem Wasser und ungesüßte Getränke zu sich zu nehmen. Auch hier steht das Gewicht im Vordergrund. Gezuckerte Getränke sind eine wesentliche Ursache für Übergewicht, vor allem wenn sie sehr häufig konsumiert werden.

Krebs kennt zahlreiche Ursachen

Rauchen, Alkohol, eine ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung – all das sind Risikofaktoren, die Krebs begünstigen können. Spitzenreiter der Ursachen ist laut WHO der Lebensstil. Etwa 30 bis 50 % (!!!) der Krebserkrankungen fallen diesem Faktor zu. Dieser Fakt wird dadurch untermauert, dass vor allem Menschen in wohlhabenden Ländern an Krebs erkranken.

Neben dem Lebensstil können auch Krankheitserreger aus der Umwelt Krebs verursachen. Statistisch passiert das aber weitaus seltener als durch den Lebensstil – und zwar nur in etwa vier Prozent der Fälle. So kann Hepatitis B unter anderem Leberkrebs auslösen oder der humane Papillomvirus zu Gebärmutterhalskrebs führen (Lies hier, warum die Vorsorge beim Frauenarzt so wichtig ist).

Außerdem weiß man heute, dass Stoffe wie Asbest, Umweltgifte oder natürliche Strahlung Krebs auslösen können. Solche Stoffe spielen etwa bei vier bis 20 Prozent der Erkrankungen mit Krebs eine Rolle.

Krebs an sich ist nicht vererbbar. Allerdings weisen manche Menschen ein erhöhtes Krebsrisiko bei ihrer Geburt auf, da sie Erbmaterial in sich tragen, welches Krebs befördern kann. Eine genetische Vorbelastung macht etwa fünf bis zehn Prozent aller Fälle einer Krebserkrankung aus.

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