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Wochenlanger Husten: Diese Krankheit könnte dahinterstecken

Die Fallzahlen von Keuchhusten bei Erwachsenen steigen rapide an. Und doch wird die Krankheit zu selten erkannt. Das sind die Symptome.

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Ob im Büro, im Supermarkt oder in der Bahn: Überall hört und sieht man Leute husten. Meistens denken wir dabei zuerst an eine Erkältung, Grippe oder Corona. Doch es kann auch eine weitere Krankheit dahinterstecken, die sich aktuell immer weiter ausbreitet: Keuchhusten. Warum Keuchhusten bei Erwachsenen nur selten diagnostiziert wird und was die Symptome sind, erfährst du hier.

Keuchhusten bei Erwachsenen: Alarmierende Fallzahlen in Europa

Es ist die Hochzeit der Viren und Bakterien. Das zeigt sich vor allem daran, dass immer mehr Atemwegserkrankungen parallel zueinander grassieren. In England und Wales ist das aktuell der „Whooping Cough“: Keuchhusten. Die Fallzahlen sind dort in den vergangenen Monaten massiv gestiegen. Zuvor gab es eine Keuchhusten-Welle in Kroatien und Dänemark.

Und auch in Deutschland ist die Lage angespannt. Lagen dem Robert Koch-Institut (RKI) im Jahr 2021 nur 810 Fälle von Keuchhusten vor, waren es im Jahr 2023 bereits 3000. „Die Zahlen gehen derzeit hoch“, erklärt Prof. Ivo Steinmetz, Leiter des RKI-Konsiliarlabors für Bordetellen an der Medizinischen Universität Graz, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Zwar liegen diese immer noch weit unter dem Niveau der Jahre vor Corona. Allerdings geht man von einer hohen Dunkelziffer aus, da die Krankheit häufig nicht diagnostiziert wird. Warum ist das so?

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Keuchhusten wird nicht immer diagnostiziert. Foto: studioroman / Canva

Was ist Keuchhusten? Symptome und Therapie

Der Keuchhustenerreger „Bordetella pertussis“ wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Die Krankheit, die auch „Hundert-Tage-Husten“ genannt wird, verläuft meistens in 3 Phasen: Nach 1 bis 2 Wochen mit normalen Erkältungssymptomen, kommt es zu starken Hustenanfällen, die 4 bis 6 Wochen andauern können. Innerhalb von 6 bis 10 Wochen klingt der Husten langsam ab.

Der Husten ist bellend, trocken und krampfartig. Er tritt vor allem nachts auf, was für Betroffene besonders quälend sein kann. Schlimmstenfalls kann er sogar Erbrechen auslösen.

Antibiotika wirken bei Keuchhusten nur, wenn sie frühzeitig eingesetzt werden. Bis die Krankheit erkannt wird, ist es dafür häufig zu spät. Patient:innen können versuchen, den Husten zu lindern, z. B. durch Inhalieren mit heißem Wasser und Salz sowie viel Tee trinken.

Wie gefährlich ist Keuchhusten bei Erwachsenen?

Keuchhusten ist bei Erwachsenen zwar meistens ungefährlich, aber sehr lästig. Da viele Erwachsene gegen Keuchhusten geimpft sind, kann die Krankheit aufgrund der Teilimmunität auch anders verlaufen. Stattdessen hat man dann nur einen lang anhaltenden Husten. Das ist auch der Grund dafür, warum Keuchhusten bei Erwachsenen nicht immer diagnostiziert wird.

Anders sieht es bei Neugeborenen und kleinen Kindern aus. Vor allem für Säuglinge ist Keuchhusten eine Gefahr. Der Grund: Es kann zu Atemstillständen kommen und das Risiko für eine Lungenentzündung ist im ersten Lebensjahr besonders groß. Deshalb wird Schwangeren empfohlen, sich impfen zu lassen, um die Antikörper an ihr Baby weiterzugeben. Säuglinge sollten dann ab einem Alter von 2 Monaten geimpft werden.