Bekommst du in letzter Zeit auch viel zu wenig Bewegung? Ich bin heute Morgen aufgestanden, habe mir Frühstück gemacht, mich in mein Homeoffice gesetzt, bin zum Mittag in die Küche geschlurft, zurück an den Schreibtisch gegangen und schwupps war der auch schon Tag vorbei – ab auf die Couch!
Doof nur, dass ich binnen dieser zehn Stunden laut meinem Handy keine 200 Schritte gegangen bin – obwohl es am Tag 8.000 Schritte bedarf, um gesund zu bleiben. Eine elegante Lösung für dieses Problem versprechen Fitnesstracker zu sein, die Schritte und Gesundheit überwachen und zu mehr Bewegung animieren sollen. IMTEST hat sich acht solcher Tracker genauer angesehen und musste mit Erschrecken feststellen, dass sie weit weniger hilfreich sind als gedacht. Aber von Anfang an…

Was ist ein Fitnesstracker?

Ein Fitnesstracker ist ein leichtes Armband, welches körperliche Aktivitäten und andere Daten über den Tag hinweg aufzeichnet. Er animiert dazu, häufiger mal die Treppe statt den Aufzug zu nehmen und sich ganz allgemein mehr zu bewegen.

Somit ist es nicht nur ideal für Sportler:innen, die sich regelmäßig bewegen und die ihr Training überwachen wollen. Jeder, der aktiver werden möchte, ist in der Theorie gut mit einem solchen Fitnesstracker beraten.

Smartwatch vs. Fitnesstracker

Im Gegensatz zu einer Smartwatch, die oft mit einem runden statt einem beim Tracker üblichen länglichen Bildschirm daherkommt, erfassen Fitnesstracker ausschließlich Gesundheitsdaten. Smartwatches sind in der Tat smarter, da sie Anrufe und Textnachrichten beispielsweise nicht nur anzeigen, sondern auch ein Antworten ermöglichen.

Allerdings weisen Smartwatches und Fitnesstracker auch zahlreiche Gemeinsamkeiten auf. So funktionieren beide beispielsweise immer mit einem Smartphone zusammen. Hierauf lassen sich Statistiken rund um Schritte, Herzfrequenz oder Schlafverhalten einfacher nachvollziehen als auf dem kleinen Bildschirm am Handgelenk.

Auch zeigen beide an, wann man sein Schrittziel erreicht hat (Spoiler: Die 10.000 Schritte sind längst widerlegt) oder einen neuen Distanzrekord gebrochen hat.

Fitnesstracker
Ein Fitnesstracker funktioniert immer mit einem Smartphone zusammen. Foto: canva.com/ aliaksandrbarysenka

Was Fitnesstracker leisten können – oder eben nicht

Während erste Fitnesstracker lediglich die Schritte zählten, ist es heute Standard, dass sie permanent die Herzfrequenz messen. Daraus lassen sich wiederum Rückschlüsse auf die Gesundheit ziehen. Ein niedriger Ruhepuls zeigt etwa eine ausgezeichnete Fitness an.

Zudem lassen sich aus den gemessenen Daten auch Rückschlüsse auf den Kalorienverbrauch ziehen. Doch wie genau sind diese Messungen eigentlich? IMTEST wollte es in einem Produkttest genau wissen und verriet obendrein, worauf man als Käufer:in unbedingt achten sollte. Diese acht Modelle wurden unter die Lupe genommen:

  • AMAZFIT Band 5
  • XIAOMI Mi Smart Band 6
  • SAMSUNG Galaxy Fit2
  • NEWGEN MEDICALS FBT-65
  • HAMA Fit Track 1900
  • FITBIT Charge 5
  • HUAWEI Watch Fit mini
  • WITHINGS Pulse HR

Worauf sollte man beim Kauf achten?

IMTEST nennt vier Kategorien, welche bei einem Fitnesstracker wichtig sind: die Ortung, der Bildschirm, die smarten Funktionen und zu guter Letzt die Gesundheitsfunktionen.

1. Die Ortung

IMTEST stellte fest, dass vor allem günstige Fitnesstracker über keinen GPS-Sender verfügen. In der Folge können weder die Position (wichtig beispielsweise bei einem Unfall) noch die Distanz richtig ermittelt werden. Jedenfalls nicht ohne ein Smartphone.

Wer Wert auf eine genaue Messung der Schritte, Distanzen und auch Kalorien legt, sollte daher nach Aussage von IMTEST eher auf eine Smartwatch mit integriertem GPS setzen. Der einzige Fitnesstracker, der im Bereich Messgenauigkeit überzeugen konnte, war das Fitbit Charge 5 – wobei selbst dieses eher ungenau misst und dabei satte 179,95 € kostet.

Es gibt zu denken, dass in der Kategorie Messgenauigkeit des Pulses und der Distanz kein einziger Fitnesstracker (bis auf die Fitbit) IMTEST überzeugen konnte. Tatsächlich stellen aber verschiedene Warentests immer wieder die Ungenauigkeit bei den Messungen von Fitnesstrackern fest.

Das Portal Sportuhrenguru betont jedoch, dass eine genaue Messung gar nicht vonnöten ist. Das Ziel eines Fitnesstrackers ist es, zu einem aktiveren Lebensstil zu animieren. Und für dieses Ziel messen sie gerade genau genug. Sie geben hiernach ausreichend Einsicht in das eigene Fitnesslevel sowie den Gesundheitszustand.

Frau Fitnesstracker
Wer sich von einem Fitnesstracker haargenaue Messungen erhofft, den müssen wir leider enttäuschen. Foto: canva.com/ Comeback Images

2. Der Bildschirm

Besser überzeugen konnten IMTEST die Bildschirme der Fitnesstracker, welche dank AMOLED- Technik bunte, scharfe und helle Bilder generieren. Wenngleich man bei der Größe der Bildschirme auch keine Wunder erwarten soll. Etwas „altmodisch“ wirken dagegen die Schwarz-Weiß-Modelle von Hama und Withings.

3. Smarte Funktionen

Bei einem Fitnesstracker stehen, wie der Name bereits vermuten lässt, die Fitnessfunktionen an erster Stelle. Nichtsdestotrotz betrachtete IMTEST auch smarte Funktionen. Ist etwa das Telefonieren möglich? Können Textnachrichten abgerufen werden? Kann man mit dem Tracker bezahlen oder damit Musik hören?

IMTEST meint: „Smarte Funktionen [bleiben] auf der Strecke.“ Kein einziger Tracker kann beispielsweise weitere Apps laden, Textnachrichten können zumeist nur angezeigt werden und für Musik sorgt kein einziger Tracker. „Allein als Fernbedienung fürs Smartphone taugen einige Modelle“, meint IMTEST.

4. Gesundheitsfunktionen

Absoluter Testsieger in Sachen Gesundheitsfunktionen ist der Fitnesstracker Fitbit Charge 5. Er trackt den Schlaf, misst die Sauerstoffsättigung im Blut und kann sogar mittels der Haut emotionalen Stress ermitteln.

So soll die Hauttemperatur und die spezielle EDA-Scan App Aussagen über das Wohlbefinden ermöglichen. Das hat jedoch seinen Preis. Diese Funktion ist nämlich Teil des Fitbit-Premium-Abos, welches im Jahr zusätzlich 79,99 € kostet.

Welche Fitnesstracker konnten bei IMTEST überzeugen?

Das Fazit von IMTEST fällt mehr als ernüchternd aus. So schreiben sie, dass keines der getesteten Modelle richtig „gut“ ist.

Trotz oder wegen des satten Preises von 179,95 € ist jedoch die Fitbit Charge 5 der Testsieger bei IMTEST. Jedoch schreiben sie: „Vollends überzeugen kann das Gerät aber nicht.“ So trumpft dieser Fitnesstracker zwar in Sachen Gesundheitstracking und GPS auf, lässt ab er bei den smarten Fähigkeiten und bei der Bedienung zu wünschen übrig.

Im niedrigpreisigen Segment konnte die AMAZFIT überzeugen, die nur 21,90 € kostet. Sie verfügt zwar über kein GPS, bietet aber Trainingsanalysen, überwacht das Stresslevel, trackt den Schlaf und kann mit dem Sprachassistenzsystem ALEXA verbunden werden.

Du bist neugierig geworden? Hier findest du die beiden Testsieger von IMTEST sowie den Preisleistungssieger von HUAWEI:

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