Der Wecker zeigt 3.27 Uhr an. Alles ist still, alles ist dunkel – nur ich wälze mich frustriert in meinem Bett herum, denn ich bin mal wieder mitten in der Nacht wach geworden und kann jetzt nicht mehr einschlafen. Kommt dir das bekannt vor? Wenn nachts aufwachen auch für dich ein Problem ist, solltest du unbedingt weiterlesen. Denn dahinter kann ein medizinischer Grund stecken.

Nachts aufwachen kann verschiedene Ursachen haben

Hin und wieder Schlafstörungen zu haben, ist normal. Manchmal kreisen unsere Gedanken um Erlebnisse des Tages und lassen uns keine Ruhe finden. Ein andermal sind wir körperlich nicht ausgelastet und werden einfach nicht müde. Belastend wird die Situation, wenn man gefühlt jede Nacht wachliegt und der Alltag unter den Schlafstörungen leidet, man beispielsweise übermüdet zur Arbeit geht.

Dann sollten medizinische Gründe unbedingt ausgeschlossen werden. In sehr seltenen Fällen können neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson, Epilepsie, Gehirntumore und Schlaganfälle zu Schlafstörungen führen.

Auch Medikamente und Alkohol können dazu beitragen, dass man nachts häufiger wach wird und nicht wieder einschlafen kann. Treffen diese Ursachen alle nicht zu, kann es auch einfach an der sogenannten Wolfsstunde liegen, dass du nachts aufwachst.

Frau mit Buch
Lesen bis zum Morgengrauen: Verbringe deine schlaflose Nacht lieber mit einem guten Buch, statt dich mit negativen Gedanken im Bett umherzuwälzen Foto: IMAGO / westend61

Aufwachen zur Wolfsstunde

Wenn du besonders häufig zwischen 3 und 4 Uhr morgens aufwachst, hat das einen ganz bestimmten Grund. Das medizinische Phänomen, das dahintersteckt, wird als Wolfsstunde bezeichnet. Vermutlich stammt der Name aus dem Altertum und bezeichnet die Zeitspanne, in der nur Wölfe aktiv waren.

Warum du ausgerechnet zu dieser Zeit aufwachst? Der Hormonhaushalt ist schuld! Unsere Schlaf- und Aufwachzeit wird von den Hormonen Melatonin, Cortisol und Serotonin bestimmt. Melatonin wird bei Dunkelheit ausgeschüttet und macht uns müde. Morgens, wenn wir für gewöhnlich aufstehen, wird Cortisol ausgeschüttet, das auch als Stress-Hormon bekannt ist. Serotonin ist der Glücklichmacher unter den Hormonen. Er folgt auf das müde machende Melatonin.

Für gewöhnlich befinden wir uns um 3 Uhr morgens im Tiefschlaf. Unsere Körpertemperatur ist heruntergefahren, der Melatoninspiegel erhöht. Weil Cortisol und Serotonin zu diesem Zeitpunkt kaum vorhanden sind, gerät der für den Schlaf notwendige Hormonspiegel aus dem Gleichgewicht und wir wachen leichter auf.

Weiterlesen: Hier findest du 5 Tipps, um leichter wieder einzuschlafen.

Warum die Sorgen nachts am größten sind

Vielleicht ist dir auch schon aufgefallen, dass man um 3 Uhr morgens die seltsamsten Gedanken hat. Wenn ich nachts aufwache, erinnere ich mich plötzlich an peinliche Erlebnisse, die längst vergangen sind, mache mir Sorgen über Sachen, die noch weit in der Zukunft liegen und grüble über Dinge nach, die ich selbst gar nicht beeinflussen kann.

Dieser Miese-Stimmungs-Cocktail lädt natürlich gerade zum wohligen Weiterschlummern ein. Aber warum dreht sich das Gedankenkarussell gerade nachts so unaufhörlich? Grund dafür ist die verminderte Durchblutung unseres Gehirns. Diese wird im Schlaf heruntergefahren. Wenn wir genau in diesem Zeitraum aufwachen, sind wir besonders ängstlich, empfindlich und besorgt. Das lässt uns wiederum schlechter einschlafen.

Fazit: Nachts aufwachen – was kann man dagegen tun?

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Nichts hilft so wenig, wie einfach im Bett liegenzubleiben und sich zu zwingen, wieder einzuschlafen. Auch wenn’s schwerfällt: Ich habe inzwischen gelernt, zu akzeptieren, wenn ich eine schlaflose Nacht habe. Statt mich darüber aufzuregen, dass ich am nächsten Tag total übermüdet sein werde, nehme ich die Schlaflosigkeit so hin – als Zeichen meines Körpers oder meines Geistes.

Wichtig ist Ablenkung. Ob Bücher lesen oder Podcast hören – beides bringt dich auf andere Gedanken und lässt dich vielleicht wieder müde werden. Nicht empfehlenswert ist es, am Handy zu scrollen – auch nicht mit Blaulichtfilter. Auch Atemübungen können helfen, den Körper wieder runterzufahren.

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