Wahrscheinlich kennst du das Gefühl, wenn du dich gerade in einer sehr stressigen Phase befindest. Auf der Arbeit häuft sich der Stapel an Aufgaben, die du bearbeiten musst und auch in deinem Privatleben geht gerade alles drunter und drüber und du weißt gar nicht, womit du zuerst anfangen sollst.

Am Ende des Tages schwirrt immer wieder ein Gedanke in deinem Kopf: Ich bin überfordert. Obwohl vielen das selbst bewusst ist, dass sie überfordert sind und fast vor einem Burn-out stehen, wollen sie das selbst oft nicht zugeben. Doch woran liegt das und wie geht man damit am besten um?

Was ist Überforderung?

Die US-amerikanischen Psychologen Robert M. Yerkes und John D. Dodson hielten im Jahr 1908 eine wichtige Entdeckung fest, die als das Yerkes-Dodson-Gesetz bekannt wurde. Dieses besagt, dass unsere Leistungsfähigkeit davon abhängt, wie sehr wir uns aktiviert fühlen.

Das bedeutet, dass ein bisschen Stress dir sogar dabei helfen kann, produktiver zu werden. Das funktioniert allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt, denn geht der Stress über ein bestimmtes Niveau hinaus, sinkt unsere Leistungsfähigkeit wieder und ein Überforderungsgefühl tritt ein.

Dieses Überforderungsgefühl kann viele verschiedene Ursachen haben. Beispielsweise ein Übermaß an Aufgaben, Zeitdruck oder auch emotionale Probleme, die dich belasten. Hinzukommt, dass jeder Mensch Stress anders wahrnimmt und man sich so auch an unterschiedlichen Punkten überfordert fühlt.

Frau Arbeit
Viele wollen sich oft nicht eingestehen, dass sie überfordert sind. Foto: ImAGO Images / Westend61

Überforderung – eine Frage der Wahrnehmung

Ob eine Situation oder Aufgabe dich überfordert, hängt davon ab, wie du sie bewertest. Während dich also eine Situation stresst und dich verunsichert, kann eine:r deiner Freund:innen die Situation ganz entspannt und positiv wahrnehmen. Neben dieser Einschätzung kommt auch hinzu, ob du das Gefühl hast, dass du mit deinen verfügbaren Ressourcen diese Situation bewältigen kannst.

Mit Ressourcen sind in diesem Zusammenhang alle Faktoren gemeint, die dir zur Verfügung stehen, um solch eine Situation zu bewältigen. Dazu zählen beispielsweise ein starkes Umfeld oder aber auch das Gefühl von dir selbst, ob du dir zutraust, dass du diese Situation bewältigen kannst. Außerdem solltest du auch lernen, nicht mit negativen Gedanken an die Situation heranzugehen. Denn wenn du dir schon denkst, dass du das eh nicht schaffen kannst, kann das dazu führen, dass du eine Situation direkt als überfordernd wahrnimmst.

5 Tipps, was du gegen Überforderung tun kannst

Natürlich scheint es dir in deiner Überforderung sehr schwer, deine Ressourcen und Denkmuster zu überarbeiten. Auch wenn du dich im ersten Moment hilflos und der Aufgabe nicht gewachsen fühlst, versuche Ruhe zu bewahren, denn so bist du dem Gefühl der Überforderung nicht komplett ausgeliefert. Zusätzlich habe ich nun fünf Tipps für dich, um deine Überforderung zu überwinden.

1. Ändere den Blickwinkel

Wenn du dich überfordert fühlst, scheinen Probleme häufig als unüberwindbar. Daher kann es schon sehr hilfreich sein, den Blickwinkel auf eine bestimmte Situation zu verändern, um dem Überforderungsgefühl entgegenzuwirken. Du kannst beispielsweise versuchen, eine Aufgabe eher als Herausforderung, anstatt als ein Problem anzusehen.

2. Bleibe im Hier und Jetzt

In Momenten, in denen du Überforderung verspürst, gehen dir vermutlich tausend Gedanken durch den Kopf. Oft führt das dazu, dass du dich nicht mehr auf dein Hier und Jetzt konzentrieren kannst, weil du dich in deinen Gedanken und Sorgen verlierst. Dabei kann es helfen, Atemübungen zu machen, die gegen Stress helfen. Falls du diese gern ausprobieren möchtest, findest du in diesem Artikel mehr dazu: Yoga Atmung: So bekommst du damit einen freien Kopf

Frau Bett Meditation
Atemübungen können dazu beitragen, dass das Überforderungsgefühl sinkt. Foto: IMAGO Images / Westend61

3. Setze Prioritäten

Damit du dieses Überforderungsgefühl vorbeugen kannst, ist es wichtig, dass du dir Prioritäten setzt. Dafür kannst du deine Aufgaben in zwei Kategorien unterscheiden, einmal Wichtigkeit und Dringlichkeit. Fokussiere dich zunächst auf Probleme, die wichtig sind und dringend gelöst werden müssen und arbeite dich danach Schritt für Schritt durch die anderen Aufgaben.

4. Pausen sind wichtig

Auch wenn dir laut deinem Gefühl die 24 Stunden am Tag nicht ausreichen, nützt es der Überforderung nichts, wenn du versuchst, an Essen und Erholung einzusparen. Es ist auch wichtig, dass du dir tagsüber Pausen gönnst, um deinen Energiespeicher wieder aufzufüllen. Dafür kannst du beispielsweise eine Runde Sport machen, Sport treiben oder dich in ein süßes Café setzen.

5. Sprich darüber, dass du dich überfordert fühlst

Wenn du dich überfordert fühlst, ist es besonders wichtig, dass du das zugibst. Teile dich deinen wichtigsten Personen in deinem Umfeld mit und sprich über deine Probleme und Sorgen. Das ist keine Schwäche, sondern eine Stärke. Denn niemand ist perfekt und kann immer 100 Prozent geben und das ist auch völlig normal.

Frau Büro
Es ist wichtig, Pausen einzuhalten. Foto: IMAGO Images / Westend61

Es ist völlig okay, sich überfordert zu fühlen

Jeder Mensch kommt irgendwann in einer Situation mal an den Punkt, dass er nicht weiter weiß und sich hilflos fühlt. Das ist auch keine Schande. Wichtig ist nur, dass du dir das eingestehst und dir dementsprechend eine Pause gönnst. Denn nach dieser Pause kannst du auch viel produktiver und energiegeladener weitermachen.

Das könnte dich auch interessieren: Stressmanagement: 30 Möglichkeiten, um Stress aus deinem Leben zu verbannen

Psychologie: Warum das Nichtstun so wichtig ist & wie du es lernst

Sport gegen Stress: Diese Sportarten sorgen für einen klaren Kopf