Gwyneth Paltrow ist eine der bekanntesten Lifestyle-Queens, die ihre teilweise unseriösen und verstörenden Food- und Beauty-Tricks auf ihrer Website Goop unterbringt und natürlich auch gleich für mehrere Scheine verkauft. Sorgten ihre Idee von Bienenstichen für schöne Haut und dem Schlafen mit Jade-Eiern in der Vagina für Kopfschütteln, hatte sie mit Letzterer schon den richtigen Riecher einen neuen Trend zu setzen: Clean Sleeping.

Das Modewort lässt Schlafforscher:innen achselzuckend zurück. Nicht aus Ahnungslosigkeit, sondern aus Resignation. Schon seit Jahren reden sie sich den Mund fusselig, den Trend setzt allerdings jemand, der schon seit Jahren auf Goop pseudeowissenschaftliches Zeug veröffentlicht und „Psychic Vampire Repellent“-Spray vertrieb, die die Aura eines Menschen stärken und den Nutzer vor „psychischen Angriffen und emotionalen Schäden“ bewahren soll. Das ist bitter.

Clean Sleeping – Schlaf ist die beste Medizin

Zurück zum Thema. Der Trend des Clean Sleeping hat seine Berechtigung. Im Schlaf werden Zellschäden repariert, neue Immunzellen werden gebildet und die Leber baut Giftstoffe ab. Schlaf ist also enorm wichtig – und der lässt sich beeinflussen. Diese Regeln solltest du für einen Cleen Sleep beachten:

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Key-Pieces & helle Farben statt überladene Räume.(Photo: Getty Images/ KatarzynaBialasiewicz)

1. Verbanne Störfaktoren

Warum Schlafen manche Menschen in Hotelzimmern so gut? Auch, weil es aufgeräumt ist und Ruhe ausstrahlt. Viele Gegenstände, Bilder, Kissen, Deko und Kleiderhaufen stören. Zum Schlafen brauchen wir eine reizlose Umgebung.

2. Meide Licht

Im Schlafzimmer sollten so wenig Lampen wie möglich sein und wenn, dann gedimmt. Sonst produziert dein Körper das Schlafhormon Melatonin nicht in ausreichender Menge. Genauso unklug ist es, vor dem Schlafen den endlosen Insta-Feed entlang zu scrollen. Handylicht stört die Augen ganz massiv, zumindest Night Shift ist ab 20 Uhr Pflicht.

Blaues Handylicht soll schädlich sein. Ob das stimmt?

3. Mach’s dir bequem

Gwyneth Paltrow empfiehlt zwar ein mit Kupfer durchwirktes Kopfpolster, das jung und frisch hält und – wer hätte es gedacht – für 70 Euro im Shop erhältlich ist, frische Bettwäsche, eine gute Matratze und ein bequemes Kissen tun es allerdings auch. Also: Öfters mal das Bett frisch beziehen und Durchgelegenes aussortieren.

4. Achte auf das Raumklima

Das Zimmer sollte vor Licht schützen, die Luft sollte allerdings sauber und frisch sein. Die smarte Lösung für das komplizierte Problem: Lüften. Die Profis drehen das Thermostat außerdem zwischen 16 und 19 Grad und die Luftfeuchtigkeit auf 40 – 50 Prozent ein. Optimales Schlafklima!

5. Bewege dich genug

Regelmäßiges Schwitzen lässt dich fester schlafen, aber auch ein langer Spaziergang reicht aus, um dich am Abend müde zu machen. Achte darauf, dass Sport den Kreislauf in Fahrt bringt und nachwirkt. Erst nach drei bis vier Stunden ist der Körper wieder runtergefahren.

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Schlafstörungen können zur Zuckersucht führen. Mindestens 8-9 Stunden Schlaf, sind deshalb Pflicht!(Photo: getty/Mixmike)

6. Ernähre dich gesund

Dass Alkohol und Koffein für einen schlechten Schlaf sorgen, ist bekannt. Aber auch das letzte Essen vor dem Schlafengehen kann darüber entscheiden, ob du am nächsten Morgen ausgeruht aus dem Bett hüpfst, oder nicht. Leichte, warme Speisen sind besser als Schwere und Kalte, allerdings auch davon nicht zu viel. Wer viel isst, bekommt am nächsten Tag häufiger Heißhungerattacken, die durch Stress und ein niedriges Leptin-Level zustande kommen, also durch das Hormon, das den Appetit eigentlich zügeln soll.

Hast du wenig geschlafen, steigen außerdem die Cortisol- und der Insulin-Spiegel an, die deinem Körper signalisieren, Fett zu speichern.

7. Halte dich an Routinen

Der Körper gewöhnt sich schnell an Aufsteh- und Zubettgehzeiten. Um nicht übermüdet oder hellwach im Bett zu liegen, solltest du immer zur selben Zeit schlafengehen und aufstehen.

Clean Sleeping – Schlaf ist die beste Medizin

Etwas kurios, dass es ausgerechnet fürs Schlafen Regeln gibt – die sich allerdings auch lohnen. Schon das Festhalten an ein paar dieser Routinen und Tipps, wird deinen Stresspegel runterschrauben. In einer der unentspanntesten Generationen ist das enorm wichtig. Clean Sleeping ist einen Versuch wert.

Die paar Tage, an denen sich dein Körper noch nicht an die neue Routine gewöhnt hat, können allerdings hart werden. Solltest du zu Beginn häufig nachts wach liegen, helfen Tees mit Lavendel oder Melisse. Vielleicht bist du aber auch einfach ein anderer Schlaftyp.

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