Dieses Jahr werde ich 27 Jahre alt. Und so langsam zeichnen sich die ersten Fältchen auf meinem Gesicht ab. Versteht mich nicht falsch: Ich liebe meine Stirnrunzel, die mich an all die stressigen Prüfungsphasen erinnert und meine Falten rund um die Augen, die mich an Lachkrämpfe und durchzechte Nächte denken lassen. Falten erzählen Geschichten, ganz klar. Dennoch möchte ich nicht, dass mein Gesicht mit 40 schon den zweiten Band des Buches auflegen muss. Daher nutze ich regelmäßig eine Augencreme. In diesem Artikel verrate ich dir, warum das sinnvoll ist und welche Cremes im Zweifel die beste Wahl sind.

Was ist eine Augencreme & wozu braucht man sie?

Bestimmt das Angebot die Nachfrage oder bestimmt die Nachfrage das Angebot? Diese Frage wird man sich beim Thema Augencreme unweigerlich stellen. Vor allem, wer sein Gesicht wie ich regelmäßig mit einem Gel reinigt, Peelings nutzt, Heilerde– sowie Tonerde-Masken aufträgt und sich zu guter Letzt mit einer Tages- und einer Nachtpflege verwöhnt, wird sich dann schon fragen müssen: Echt jetzt? Noch ein Produkt? Also, Butter bei die Fische. Braucht man eine Augencreme oder ist sie (Achtung Wortwitz) Augenwischerei?

Eine Augencreme ist, wie der Name schon verrät, ein Pflegeprodukt, welches für die Hautpartie rund um unsere Augen ausgelegt ist. Dieser Bereich ist besonders anspruchsvoll. Die Haut ist hier dünner und deutlich empfindlicher als am Rest des Körpers. Das ist im Übrigen auch der Grund dafür, dass sich hier Tränensäcke und Augenringe bemerkbar machen können. Unter dem dünnen Gewebe sammelt sich nämlich besonders leicht Wasser und Blutgefäße fallen stärker auf. Hinzu kommt, dass die Haut oft sehr trocken ist – ein Garant für Falten.

Die Haut rund um deine Augen ist also besonders pflegebedürftig. Augencremes werben nun damit, all diesen Dingen entgegenzuwirken. Sie wollen Fältchen, Schatten und trockene Stellen kosmetisch bekämpfen, indem sie abschwellend, befeuchtend und pflegend wirken und die Hautbarriere stärken.

Frau Spiegel Creme
Du peelst, pflegst und cremst was das Zeug hält und fragst dich nun, ob es wirklich eine Augencreme braucht? Credit: canva.com/ The Vadym Fedorchenko Collection

Tut es nicht auch eine normale Gesichtspflege?

Wer wie ich bereits zig Pflegeprodukte nutzt, fragt sich dann völlig zurecht, ob eine Schicht der normalen Gesichtspflege mehr den Dienst nicht auch tut. Einfach gesagt: Ja. ABER nur dann, wenn die bisherige Creme fürs Gesicht auf spezielle Stoffe verzichtet. Denn viele Tagespflege-Produkte enthalten Alkohol, Duft- und Parfümstoffe, Konservierungsstoffe und einen UV-Schutz. All diese Stoffe können vor allem im Bereich der Augen irritierend wirken.

(Gute) Augencremes verzichten auf solche Stoffe und zeichnen sich außerdem durch ein geringes Spreitverhalten aus. Das Spreitverhalten pflanzlicher Lipide (wasserunlösliche Stoffe) beschreibt, wie sich ein Produkt wie Öle oder Cremes auf der Haut verhalten, nachdem sie aufgetragen wurden.

Breitet sich ein Produkt von allein aus und ist leicht zu verschmieren, ist das Spreitverhalten hoch. Das ist zum Beispiel bei einer Bodylotion Gold wert, da man so nicht ewig cremen muss. Eine Augencreme sollte jedoch schwerer zu verteilen sein, um nicht in die Augen zu gelangen. Denn auch wenn eine Augencreme speziell für die Verwendung rund um die Augen ausgelegt ist, sollte sie nicht im Auge landen. Das könnte die Schleimhäute sowie die Bindehaut überfordern.

Frau Beautyshot
Wer lange schön strahlen möchte, sollte seiner Haut viel Feuchtigkeit spenden. Vor allem die Haut unter den Augen ist besonders pflegebedürftig. Credit: IMAGO / Westend61

Was ist drin in einer Augencreme?

Wer einmal den Fernseher anmacht oder ein Modemagazin aufschlägt, dem wird das Wort Anti-Aging nach wenigen Sekunden entgegenspringen. Vor allem Augencremes haben sich dieses Stichwort auserkoren und versprechen, dass man in einen Jungbrunnen fällt. Die Wahrheit ist vielmehr die, dass Augencremes es vorübergehend schaffen, zu straffen, aufzuhellen und strahlen zu lassen. Das liegt unter anderem an folgenden Inhaltsstoffen:

  • Feuchthaltemittel
  • Hyaluronsäure, Kollagen, Silikon
  • Antioxidantien (Vitamin A oder Vitamin E)
  • Hautberuhigende Stoffe wie Panthenol, Aloe Vera, Kamille, Grüner Tee
  • Proteine, Peptide, Aminosäuren
  • Koffein (durchblutungsfördernd)
Vitamine
Eine frische und gesunde Haut braucht jede Menge Vitamine! Credit: 5358×3572 Pixel IMAGO / Westend61

Wann es Sinn macht, eine Augencreme zu nutzen

Ich bin der Ansicht, dass die Pflege von heute die Faltenvorsorge für morgen ist. Denn sind erste Fältchen einmal da, können diese nur schwerlich bekämpft werden. Wie intensiv man sein Gesicht nun aber pflegt und ob man in eine Augencreme investiert, hängt dabei von jedem selbst ab. In folgenden Fällen kann es lohnen, eine Augencreme zu verwenden:

1. Augenringe, Tränensäcke & dunkle Schatten

Vor allem, wer sich an seinen Augenringen stört, dunkle Schatten unter den Augen hat oder Tränensäcke aufweist, kann von einer Augencreme profitieren. Augenringe sind im Übrigen nicht nur Anzeichen einer durchzechten Nacht, sondern können auch genetisch veranlagt sein. In beiden Fällen kann die Pflege unterstützen. Vor allem Produkte, welche die Durchblutung anregen, den Hautton angleichen oder feuchtigkeitsspenden sind, zaubern den perfekten Glow.

Weitere Tipps, wie du Augenringen vorbeugen kannst, findest du hier.

Augenringe
Dunkle Augenringe können stressbedingt aber auch Anzeichen einer Krankheit sein. Credit: Foto: shutterstock/ sini4ka /

2. Fältchen

Die Hautalterung wird in erster Linie durch UV-Strahlung beschleunigt. Auf eine Tagespflege mit UV-Schutz zu setzen und sich allgemein aus der Sonne fernzuhalten, sind daher die besten Beautytipps. Auch Augencremes müssen für Formulierungen sorgen, um die Haut unter dem Auge vor der Strahlung zu schützen. Die große Herausforderung? Die Formulierung darf die Schleimhäute nicht reizen. Daher werden meist UV-Filter mit niedrigem Reizpotenzial, wie zum Beispiel Titandioxid oder Zinkoxid, genutzt.

Tipp: Du gehst raus und die Sonne scheint? Vergiss deine Sonnenbrille nicht. Der UV-Schutz in den Brillengläsern schützt deine Augen nicht nur vor dem Licht, sondern auch deine Haut rund um die Augen.

Zum anderen sind Augencremes besonders feuchtigkeitsspenden formuliert, denn der zweite Freund der Falte ist die trockene Haut. Wer auf lange Sicht Augenfalten vorbeugen möchte, ist mit einer Augencreme gut beraten.

Weiter Tipps, um Falten vorzubeugen, findest du hier.

Frau Sonne
Credit: Foto: shutterstock/ sini4ka /

3. Das Leben…

Das Leben ist zum Genießen da. Doch wer auf Genussmittel wie Alkohol, Tabak und eine regelmäßige Prise Sonnenschein setzt, dem wird man das auf lange Sicht auch ansehen. All diese Dinge setzen unserer Haut rund um die Augen zu. Augencremes wirken dagegen an.

Denn sie können die Haut rund um die Augen festigen, indem sich die Produkte positiv auf die Kollagen-Produktion unserer Haut auswirken. Kollagen ist ein Strukturprotein, welches unsere Haut straff, stark und gleichzeitig elastisch hält. Aber auch Antioxidantien wie Vitamin A unterstützen hierbei. Das Besondere an einer Augencreme? Hier muss vor allem auf den pH-Wert geachtet werden, um Augen nicht zu reizen. So werden statt der „richtigen Vitamine“ häufig Derivate verwendet, welche ihre Wirksamkeit langsam entfalten.

Welche Augencremes sind die besten?

Nachfolgend stelle ich dir einige Augencremes vor, die besonders beliebt und wirksam sind. Die letzten beiden sind übrigens auch bei mir in reger Benutzung.

Augen- und Lippenpflege All About Eyes von Clinique

Das Gel von Clinique ist perfekt für empfindliche Haut. Es zieht schnell ein und ist sehr ergiebig. Am besten wird es morgens und abends rund um die Augen eingeklopft. Die kühlende und feuchtigkeitsspendende Formulierung ist eine echte Wohltat.

Augenpflege Creamy Eye Treatment with Avocado von Kiehl’s

Diese Augencreme versorgt die pflegebedürftige Haut ebenfalls mit genügend Feuchtigkeit und glättet vor allem Fältchen, die durch Trockenheit entstehen. Die perfekte Basis für jedes nachfolgende Make-up!

Anti-Falten Augencreme von Garnier Bio

Du bist Fan von Naturkosmetik? Dann könnte diese Anti-Falten Creme aus der Bio-Reihe von Garnier etwas für dich sein. Die vegane Formel ist ideal für empfindliche Haut und unterstützt sie bei der natürlichen Regeneration. Der Lavendel-Duft ist obendrein am Abend eine echte Wohltat.

Straffende Augenpflege von Weleda

Zuletzt mein persönlicher Favorit, der in meinem Kosmetikschränkchen nicht fehlen darf. Dieses Produkt gehört zu den Clean-Beauty Produkten und ist frei von Inhaltsstoffen, die in irgendeiner Art bedenklich sein könnten. Die unparfümierte Wildrosencreme überzeugt mit einem angenehmen Duft und ist leicht und schnell aufzutragen. Erste Effekte sieht man bereits nach wenigen Tagen: Diese Augencreme glättet und belebt die Haut rund um die Augen sichtlich.

Augencremes sind eine Wohltat, aber eben auch eine persönliche Entscheidung

Wenn ihr mich fragt, haben Augencremes ihre Berechtigung und können eine großartige Bereicherung der Pflege darstellen. Wer gesundheitsbewusst lebt und bereits die ideale Gesichtspflege für sich gefunden hat, die ohne reizende Stoffe auskommt, kann auch einfach eine zusätzliche Schicht dieser Creme auftragen. Pflege ist immerhin immer eine individuelle Sache.

Lass mich dir aber zum Abschluss noch eines verraten: Ich nutze nun seit einem halben Jahr regelmäßig Augencreme. Mal davon abgesehen, dass ich die Resultate erst zu meinem 40. Geburtstag betrachten werden kann, ist diese Prozedur die reinste Wohltat für mich. Denn Augencreme benutzen bedeutet auch, sich Zeit für sich zu nehmen. Die Creme wir getupft und sanft einmassiert. Das kommt für mich einem meditativen Moment gleich, vor allem wenn die müden Augen sich von einem Tag am PC erholen wollen.

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