Barbies sind einer der bekanntesten und beliebtesten Spielzeuge, die es in meiner Kindheit auf dem Markt gab. Ganze Filme und Serien wurden nach ihr kreiert. Jedoch waren die kleinen Puppen nicht gerade dafür bekannt, divers zu sein. Das möchte Regisseurin Greta Gerwig mit dem neuen Barbie-Film, der 2023 rauskommt, ändern. Hier erfährst du, warum ausgerechnet Barbie ganz neue Standards für Diversität in Hollywood sorgt.

Barbie und Filmbranche: Neue Standards sind überfällig

Als ich noch klein war, hab ich mit jeder Barbie, die ich in die Hände bekommen habe, dasselbe angestellt. Die Haare hab ich allen komplett abgeschnitten. Zudem hab ich die kurze Kleidung ausgezogen, sie bunt angemalt und mit der Kleidung von Ken angezogen. Jahre später macht das als feministische, queere Frau sehr viel Sinn. Auch wenn ich mit dabei als Kind nichts gedacht habe.

Die klassische Barbie ist nun mal weiß, blond und dünn. Gerade Kinder brauchen mehr Repräsentation, um sich gesehen zu fühlen. Dafür hat Barbie in den letzten Jahren auch gesorgt. Barbie repräsentiert sich in den letzten Jahren sehr feministisch. Auf Social Media redet die Puppe über Themen wie Feminismus und Rassismus. Die heutige Barbie fliegt sogar mit ihren Freund:innen als Astronautin ins All, um Mädchen zu zeigen, dass sie alles im Leben erreichen können, wie man auf Instagram sieht. So hat sich Barbie von der blonden, dünnen Puppe zur feministischen Ikone entwickelt.

Barbies heute
Die Barbies von heute sind viel bunter und diverser als je zuvor. Foto: Cover Images / Imago Images

Die Filmbranche hat den neuen Barbie-Film dringend nötig. Zwar gibt es durch #MeToo und andere Bewegungen weniger Sexismus, aber er ist definitiv nicht von der Bildfläche verschwunden. Alleine der Frauenanteil in der Filmbranche zeigt, wie viel Arbeit da noch geleistet werden muss. Bei den 100 erfolgreichsten Filmen 2019 waren insgesamt 20 Prozent beschäftigt, 2020 waren es ein wenig mehr: 21 Prozent. Das war bis jetzt die erfolgreichste Quote überhaupt. Die Frauenquote wird seit den 90ern von der „San Diego State University’s Center for the Study of Women in Television and Filmuntersucht. Die jetzige Zahl liegt weit weg von einer ausgeglichenen Quote.

Bei der bekanntesten Filmverleihung der Welt, den Oscars, gibt es auch eine Menge Kritik, die den Rassismus anspricht. Das kannst du hier nachlesen.

Greta Gerwig: Eine unterschätzte feministische Ikone

Es gibt in Hollywood hinter der Kamera noch weniger Frauen als vor der Kamera. Einer der Frauen hinter feministischen Filmprojekten ist Greta Gerwig. Sie ist erst die fünfte Frau, die jemals für einen Oscar nominiert wurde. Sie hat schon an Filmen wie Ladybird, Little Women oder Jackie mitgearbeitet. Nun arbeitet sie an dem neuen Barbie-Film, was die meisten Feminist:innen sehr freut.

Greta Gerwig
Regisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin Greta Gerwig hat auch schon an Little Women und Ladybird mitgewirkt. Foto: Runway Manhattan / Imago Images

Zurecht, denn Filme wie Little Women zeigen klare feministische Haltungen, die ich und andere in Hollywood missen. In dem Film geht es um vier Schwestern im 19. Jahrhundert, die auf die Hindernisse von Frauen zu der Zeit treffen.

Ihr Film Ladybird hat ebenfalls viele feministische Eigenschaften. Der Hauptcharakter Christine rebelliert gegen ihre katholische Schule und sie zieht gegen den Willen ihrer Mutter an die Ostküste, um dort zu studieren. Der Guardian bezeichnet den Film sogar als ersten wirklich feministischen Teen-Film.

Ncuti Gatwa und Hari Nef: Warum wird nicht über die gesamte Besetzung geredet?

Überall findet man gerade erste Bilder von Ken a.k.a. Ryan Gosling und Margot Robbie als Barbie, die in dem kommenden Film einer der Hauptrollen besetzen werden. Worüber wir aber kaum reden: Der Rest des Casts. Obwohl der in feministischer Sicht viel interessanter ist.

In dem Cast findet man nämlich eine Menge Diversität. Ncuti Gatwa, der in der Netflix-Serie „Sex Education“ die Rolle des Erics spielt, wird ebenfalls in dem Film mitspielen. Es gibt das Gerücht, dass er mit Simu Liu eine andere Version des Kens spielt. Trans*-Frau Harry Nef wird neben Issa Rae eine andere Version der Barbie spielen. Es wird sogar vermutet, dass alle sechs Schauspieler:innen die Hauptrolle in dem Film spielen werden.

Ich selbst verstehe überhaupt nicht, warum das zumindest im deutschsprachigen Raum nicht angesprochen wird. Alle sechs Schauspieler:innen haben in der Vergangenheit herausragende Leistungen gebracht. Gerade Ncuti Gatwa hat als Eric in Sex Education mein queeres Herz sehr bewegt, und nun wird er die Zuschauer:innen auch noch als erster schwarzer Doctor Who begeistern. Hoffentlich wird sich das später noch ändern. Schließlich sollte man den diversen Cast in den Vordergrund stellen, wenn man ihn schon hat.

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