Bei einer Gruppenwanderung durch das Donautal gab es einen großen Coronaausbruch. Das lag vor allem an der Ignoranz der Wandersleute.

14 Menschen. 10 Haushalte. 1 Hütte im Donautal. Das Ergebnis: 25 Coronainfizierte (Stand: 04.02.2021). Noch Fragen? Im Baden-Württembergischem Donautal steckte sich am 16. Januar eine Gruppe von Wandersleuten gegenseitig mit dem Coronavirus an. Wie groß der Schaden ist, den die unbedachten Wander:innen dabei begangen haben, steht noch nicht endgültig fest. Was aber klar ist: Diese Unbedachtheit, die einen massiven Coronausbruch befeuerte, muss bestraft werden. Das fordern zumindest Politiker.

Coronaausbruch: Was ist in Mühlheim an der Donau passiert?

Die Quarantäne ist den bereits vor der Wanderschaft auf Corona positiv getesteten Wanderern wohl einfach zu Kopfe gestiegen. Sie trafen sich trotz ihrer Corona-Erkrankung mit der Wandergruppe im Donautal. Dabei steckten sie ihre Wanderfreunde natürlich an. t-online berichtet zudem, dass die Gruppe in einer Art Hütte einkehrte und dort weder Abstands- noch Hygieneregeln einhielt.

Frau Wandert outdoor
Wandern ist in Coronazeiten tatsächlich eine grandiose Alltagsbeschäftigung. Aber nicht in einer großen Gruppe voller Coronainfizierter,.

Der Bürgermeister der Stadt, Jörg Kaltenbach, zeigt sich im Gespräch mit der Bild-Zeitung erzürnt: „Die Wanderer stammen aus zehn Haushalten. Niemand aus der Gruppe hat sich an die Corona-Regeln gehalten, wie wir jetzt erfahren haben. Dabei haben sich Beteiligte gegenseitig angesteckt und später andere infiziert. Das muss hart bestraft werden!“ 

Noch ist zu hoffen, dass sich der Coronaausbruch in Grenzen halten wird. Er hätte jedoch verhindert werden können, hätten die Beteiligten sich an die Quarantäne-, Hygiene- und Abstandsregeln gehalten. Den Menschen fällt es aber nach so vielen Monaten in Isolation wohl immer schwerer, sich an die Lockdownregeln zu halten. Frustration, Einsamkeit und Depression machen sich breit. Das ist keine Entschuldigung für das (sehr leichtsinnige) Verhalten der Wander:innen, sondern vielleicht eine Erklärung.

Was zieht das für Konsequenzen nach sich?

Die Wandersleute hatten wohl nicht bedacht, dass sie nicht die einzigen sein könnten, die sie durch ihren Winterspaziergang gefährden könnten. Leider sind bereits jetzt mehr Infizierte aus der Wanderung hervorgegangen als ursprünglich dabei waren. Man kann also wirklich von einem Coronaausbruch sprechen. So beschreibt es Stefan Bär, der Landrat des Landkreises Tuttlingen, in welchem Mülheim an der Donau liegt. In einem Facebookvideo sagt er „Aus dieser Wanderung sind – Stand heute – bereits 25 positive Fälle hervorgegangen.“ Die Wandersleute seien nämlich danach wieder fröhlich und munter in ihre Arbeitsstätten und Betriebe gegangen, wo sie ihre Kolleg:innen infizierten. 

An diese Beschränkungen sollten wir uns derzeit halten.

Was passiert nun mit den Infizierern nach dem Coronaausbruch? 

Der Bürgermeister von Mühlheim an der Donau plant wohl eine große abschreckende Maßnahme. Er beschreibt in der Bild, wie sehr diese Menschen das Ansehen seiner schönen Stadt in den Dreck gezogen hätten. Die Strafe würde sich also “im obersten Rahmen bewegen”.