Sie glauben nicht an das Virus. Sie verleugnen, wie sehr die Sterberate nach oben klettert. Sie wissen es besser und halten die Maßnahmen für schwachsinnig. Viele AfDler verhalten sich derzeit wie Coronaleugner. Bei manchen ist kein Unterschied mehr zu erkennen. 

Wie hängen die steigenden Infektionszahlen im Bundesland Sachsen mit seinem hohen Anteil an AfD-Wählern zusammen? Kann es sein, dass ein Land, in dem während der Europawahl 25,3% der Stimmen an die AfD gingen, eher prädestiniert dafür ist, sich zu einem Superspreaderland zu entwickeln? Offensichtlich gibt es da einige Parallelen.

AfD wird zum Synonym für Coronaleugner

Der Deutsche Bundestag ist einer der Orte, an dem täglich Menschen mit den unterschiedlichsten “Corona-Glaubenrichtungen” aufeinandertreffen. So kommt hier eindeutig ans Licht, wer sich an die Regeln hält. Carsten Schneider, der parlamentarische Geschäftsführer der SPD, sagte beispielsweise dem RND, das Verhalten der Rechtspopulisten „grenzt an Körperverletzung. Es ist menschlich unanständig und stößt mich ab.“

Bei den Verstößen der AfD sind sich selbst die Poltiker einig, die sich sonst nicht unbedingt grün sind. Der parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer, sagte, die AfD-Fraktion spiele „die Gefahren durch das Virus herunter und gefährde durch ihr konkretes Verhalten andere Kollegen und leider auch die Mitarbeiter im Bundestag. Das ist unverantwortlich.“

Auch in unserem Podcast haben wir mit einer Coronaleugnerin gesprochen.

AfD-Land: In Sachsen ist es besonders schlimm

Erst gestern wurde berichtet, dass derzeit Corona die häufigste Todesursache in Sachsen ist. Ein erschreckender Fakt, den man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen muss. Derzeit wissen wir, dass gut alle 3 Minuten in Deutschland ein Mensch an Corona stirbt. Sachsen hat es geschafft, durch besondere Missachtung der Maßnahmen seine Zahlen nach oben zu treiben. Kann es sein, dass sie AfD daran schuld ist?

Teilweise ja. Denn eine Partei, die laufend die Schwere der Krankheit verharmlost und ihren Parteimitgliedern somit einen imaginären Freibrief gibt, tun und lassen zu können, was sie wollen, ist ein echtes Problem.

Aber halt Stop! So einfach ist es nicht.

Zwar sollte man die Dominanz der AfD in Sachsen beobachten und ihre Machtposition nicht unterschätzen. Dennoch können derzeitig hohen Infektionszahlen nicht nur darauf geschoben werden. Vergleicht man Sachsens derzeitiges Infektionsgeschehen nämlich mit dem Frühling diesen Jahres, dann fällt vor allem eines auf: Sachsen hatte im März und im April erstaunlich wenige Infektionen. 

Vergleichen wir beispielsweise NRW Mitte April mit fast 30.000 Neuinfektionen mit Sachsen Mitte April mit nicht einmal 5.000 Neuinfektionen. Obowhl Sachsen nur gut 1/4 der Einwohner von NRW hat, sollte das beachtet werden. Die Sachsen hatten bis dato noch keinen großen Ausbruch und sind von daher viel anfälliger gewesen für die zweite Welle. 

Neben der Coronapandemie gibt es übrigens noch andere Krankheiten. Welche Welle als nächstes kommen könnte, erfährst du hier.