Jens Spahn, der deutsche Gesundheitsminister, hat im WDR-Radio ein Machtwort gesprochen. Seiner Meinung nach sollten die Impfgegner selbst für alle Kosten aufkommen, die durch das Nicht-Impfen bei ihnen anfallen. Schließlich gäbe es ein deutschlandweites Angebot sich zu impfen und wer das nicht wahrnehmen wolle, der oder die müsse mit den Konsequenzen rechnen.

Jens Spahn über die Impfverweigernden

Ob man sich gegen das Coronavirus impfen lassen will, ist jedermanns und jederfraus eigene Entscheidung. Allerdings sollte laut Jens Spahn klar sein, dass nicht die deutsche Gemeinschaft finanziell dafür aufkommen sollte, wenn einzelne sich nicht impfen lassen wollen. Es stehe näämlich nun seit Monaten ein zugelassener und getesteter Impfstoff zur Verfügung. Spahn zufolge werden die Verweigernden des Impfstoffes folgende Konsequenzen selber tragen müssen.

  • Die Kosten für Tests vor einem Restaurantbesuch, einem Kinobesuch, Theatervorführung, Behördengang und so weiter.
  • Die Kosten für einen Verdienstausfall. Dieser könnte zum Beispiel bestehen, wenn eine ungeimfte Person aus dem Urlaub aus einem Risikogebiet zurückkehrt und in Quarantäne muss. Auch dann fallen Menschen aus, wenn sie Kontaktperson mit Infizierten sind.

Der Verdienstausfall war bereits heftig diskutiert worden. Das Bundesland Nordrheinwestfalen beschloss bereits, dass es Coronatests in Zukunft kostenpflichtig machen werde. Ab dem 11. Oktober wird diese Regel bundesweit für alle Menschen der Bundesrepublik gelten, die nicht geimpft sind.

Jens Spahn
Jens Spahn will, dass Ungeimpfte zahlen. Foto: Getty Images/ Maja Hitij / Getty Images/ Maja Hitij

Kostenpflicht für alle mit einigen Ausnahmen

Natürlich werden nicht für alle Menschen die Coronatests kostenpflichtig sein. Es gibt noch immer einige Menschen, die überhaupt nicht geimpft werden können beziehungsweise dürfen. Diese sind beispielsweise Kinder unter 12 Jahren und Menschen mit chronischen Erkrankungen.

Warum sollte man die Tests kostenpflichtig machen?

Jens Spahn will die Ungeimpften nicht ärgern, indem er ihnen kostenpflichtige Tests vorschreibt. Stattdessen begründet er seine Aussage mit dem vollkommen überforderten Pflege- und Intensivpersonal auf den Corona-Stationen. Er sagt derzeit seien 95% der Corona-Intensivpatienten Ungeimpfte. Das Pflegepersonal habe dadurch „sehr viel Mühe und Belastung, die nicht nötig wäre“, so Spahn.

So teuer wird es für die Imfunwilligen

Noch weiß niemand genau, wie viel die Tests ab dem nächsten Monat kosten werden. Es gibt aber bereit erste Schätzungen. Was wir genau wissen ist, dass Schnelltests und PCR-Tests sehr unterschiedlich teuer sein werden. Daniel Fröhler von der privaten Teststation in Taufkirchen bei München erklärt, wie die Preise wahrscheinlich aussehen werden.

  • Schnelltest: ca. 19 Euro
  • PCR-Test ca. zwischen 79 Euro und 119,80 Euro

Einen PCR-Test brauchen Impfunwillige nur in besonderen Fällen, beispielsweise bei Reisen ins Ausland. Ein Schnelltest wird aber für sie in den nächsten Monaten durchaus im täglichen Leben wichtig werden. Jeden Tag gehen Menschen ins Restaurant, ins Kino oder in den Supermarkt.

Lies hier: Auch im Supermarkt wird die 3G-Regel vielleicht kommen.

So kann es sein, dass Ungeimpfte sich täglich testen lassen müssen. Wenn wir von einem Testpreis von 19 Euro ausgehen, dann sind das auf eine 7-Tage-Woche gerechnet gut 133 Euro in der Woche, die nur für Coronatests draufgehen. Hinzukommen Dienstausfälle und die Kosten für die Masken, die noch immer in den meisten öffentlichen Räumen getragen werden müssen.

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