Wissenschaftler:innen rätseln: Immer häufiger wird von Haarausfall nach Corona berichtet – und das erst Monate nach der Erkrankung. wmn erklärt, was hilft!

Da ist man froh seine Covid19-Infektion endlich überstanden zu haben und Husten, Fieber, Schnupfen, Geruchs- und Geschmacksstörungen endlich hinter sich zu lassen, da tritt Monate später ein neues Symptom auf: Haarausfall nach Corona. Immer mehr genesene Patienten berichten über dieses Long-Covid-Phänomen. Was steckt dahinter? Und wie können Betroffene es bekämpfen? wmn klärt auf.

30 % der Genesenen klagen über Haarausfall nach Corona

Schon im vergangenen Sommer hatte Schauspielerin Alyssa Milano auf Instagram ihren Haarausfall nach ihrer Corona-Erkrankung öffentlich gemacht. Im Frühjahr war die 48-Jährige an Covid-19 erkrankt. Doch erst Monate danach zeigte sich eine schmerzvolle Spätfolge: Sie verlor büschelweise Haare. In einem Video steht sie in der Dusche, bürstet ihre Mähne und zeigt die vielen Strähnen in die Kamera, die sie gerade verloren hat. 

Damit ist Alyssa nicht allein. Immer mehr Patienten klagen über starken Haarausfall nach einer bereits überstandenen Corona-Erkrankung. Das Kuriose: Oft tritt das Phänomen erst zwei, drei Monate später auf.

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Das bestätigt auch Bianca Maria Piraccini, Direktorin der Abteilung für Dermatologie und Venerologie an der Universität von Bologna, gegenüber der italienischen Tageszeitung La Stampa. Laut der Professorin berichten sogar mehr als 30 Prozent der infizierten Personen von reichlich Haarausfall

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine neue Untersuchung eines internationalen Forscherteam u.a. aus den USA, Mexiko und Schweden, das kürzlich als sogenanntes Preprint auf einer Server veröffentlicht wurde. Sie analysierten insgesamt 16 Studien zu Langzeitfolgen von Covid-19 und stellten fest: 25 Prozent der ehemals Erkrankten klagte über Haarausfall durch Corona.

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WissenschaftlerInnen stehen vor einem Rätsel

Bereits seit April 2020 untersuchen die Forscher:innen aus Bologna dem Zusammenhang von Corona und Haarausfall. Auch andernorts versuchte man die Ursache für das Phänomen zu finden. Gerade „beim Waschen, Bürsten und sogar beim einfachen Durchfahren der Haare während des Tages“ verlieren die Patienten jede Menge Haare. Normalerweise ist der Verlust von bis zu 100 Haaren täglich unbedenklich. Piraccini spricht aber zusätzlich von „bis zu 200 bis 300 Haare pro Tag – samt Wurzel“.

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Trotz der monatelangen Forschung konnte bisher nicht geklärt werden, warum der Körper nach einer Corona-Erkrankung oftmals mit Haarausfall reagiert. Möglich sei, dass das hohe Fieber oder der Sauerstoffmangel bei einer Corona-Erkrankung den Haarausfall auslösen. 

Auch bei anderen Krankheiten sei dieser Effekt laut Piraccini schon beobachtet worden. So kann zum Beispiel auch nach einer starken Stressphase Haarausfall auftreten. Die gute Nachricht: Der Haarausfall nach Corona sei nur temporär. „Mit der Zeit“ höre er wieder auf, so die Ärztin. 

Haarausfall nach Corona: Das kannst du tun

Wenn du generell von Haarausfall betroffen bist, kannst du dem mit Koffeinshampoo entgegenwirken. Auch die Ernährung spielt eine große Rolle. Eisen, die Vitamine A und C, gesunde Fette und Proteine sorgen für volles prächtiges Haar.

Solltest du aber tatsächlich Haarausfall nach einer Corona-Erkrankung leiden, solltest du zur Abklärung eine:n ein Hautärzt:in konsultieren. Mittlerweile sind auch viele Hausärzte auf diese Spätfolge sensibilisiert. Auch in vielen Universitäten wurde bereits eine sogenannte Post-Covid-Sprechstunde eingerichtet. Hier kannst du deine Symptome des Haarausfalls genau schildern. Erfahrene Mediziner:innen können deine Probleme einordnen und die weitere Vorgehensweise besprechen.

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