Der Duden hat in diesem Jahr 500 neue Wörter herausgebracht. Darunter befinden sich eine Menge Begriffe, die auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sind. Wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, dass das Virus schon seit zwei Jahren unter uns lebt. Aber auch andere Begriffe haben es in das Rechtschreibwörterbuch geschafft. Viele davon sind sehr modern und zeitgemäß und spiegeln somit auch Diversität und Gleichberechtigung wider. Warum ich mir trotzdem wünsche, dass ein rassistisches Wort umgehend aus dem Duden gelöscht wird.

Diese Wörter sind neu im Online-Duden 

Laut Kathrin Kunkel-Razum, der Chefredakteurin des Dudens, gab es im Jahr 2021 so viele neue Wörter wie schon lange nicht mehr. Das berichtete sie dem Evangelischen Pressedienst. So gibt es im Vergleich zum letzten Jahr rund ein Drittel mehr neuer Begriffe. Wie bereits erwähnt, spiegeln diese auch die letzten zwei Jahre wider und so findet man im Duden nun verschiedene Begriffe zum Thema Corona. Darunter fallen:

  • boostern 
  • Boosterimpfung 
  • PCR-Test 
  • Long Covid 
  • Piks 

Diversität und Gleichberechtigung

Doch nicht nur die Pandemie spielt im Duden dieses Jahr eine große Rolle, auch Themen wie Diversität und Gleichberechtigung finden im Wörterbuch Platz. So findest du ab jetzt online und auch in der nächsten gedruckten Ausgabe diese Neuzugänge:

  • woke 
  • trans 
  • N-Wort 
  • podcasten 
  • Rudelsingen 
  • Marsmaulwurf 
  • preppen 
Trans-Flagge
Diversität und Gleichberechtigung finden in Form von Begriffen im Duden einen Platz Credit: Vladimir Vladimirov / Getty Images

 
Ist der Duden wirklich zeitgemäß?

Auch wenn der Wandel beim Duden sichtbar zu sein scheint und sie sich mit den gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen, ist im Rechtschreibwörterbuch immer noch ein Wort vertreten, welches meiner Meinung nach umgehend gelöscht werden muss. Dass das N-Wort zu den Neuzugängen im Jahr 2021 gehört, ist wunderbar und auch richtig, macht für mich jedoch nur wenig Sinn, wenn das rassistische Wort ebenfalls noch im Duden zu finden ist. Doch wie kann das überhaupt sein?

Laut dem Duden werden im Wörterbuch Begriffe aufgenommen, “wenn sie gebräuchlich sind.” Im Klartext: Das Wort muss in verschiedenen Quellen wie Zeitungen, Zeitschriften, Büchern und Ähnlichem nachweisbar sein. Erst dann entscheiden die Redakteur:innen darüber, ob ein Begriff im Duden aufgenommen werden kann.

Begriffe können selbstverständlich auch wieder gelöscht werden. Im Jahr 2020 waren das Worte wie Pfarrherr, Kammerjungfer und Fernsprechanschluss. Genau das würde ich mir auch für das rassistische N-Wort wünschen, denn dieses Wort darf und sollte niemals gebräuchlich verwendet werden, und erst recht sollte kein Schwarzer Mensch dieses Wort in Büchern, Zeitschriften oder anderen Medien lesen müssen.

Rassismus in Deutschland
Rassistische Wörter haben im Duden nichts verloren. Foto: Unsplash /

Mittlerweile werden in Deutschland immer mehr Kinderbücher sprachlich überarbeitet, um solche rassistischen Begriffe aus dem Sprachgebrauch zu löschen. Selbiges wünsche ich mir auch vom Duden. 

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