Fünf Jahre Gefängnis, weil man die Coronaregeln missachtet und andere Menschen ansteckt? Für einen Mann in Vietnam wurde das jetzt bittere Realität. So verurteilte ein Gericht den Verurteilten Le Van Tri zu einer fünfjährigen Haftstrafe, da er das Coronavirus auf acht Menschen übertragen haben soll, einer davon überlebte nicht. 

Zahlen in Vietnam steigen wieder 

Vietnam war es bis vor Kurzem weitgehend gelungen, das Coronavirus mit strengen Beschränkungen vom Land fernzuhalten. Doch durch die Delta-Variante haben auch hier seit Juni die Infektionen zugenommen. So hat Vietnam mehr als 530.000 Fälle mit mehr als 13.300 Todesfälle, alle im Zeitraum der letzten drei Monate.

Viele dieser Fälle wurden in der Millionenmetropole Ho-Chi-Minh-Stadt erfasst. Laut Berichten war der Verurteilte Tri mit dem Motorrad von Ho-Chi-Minh-Stadt in seine Heimat Ca Mau gefahren, welche sich im Süden Vietnams befindet.

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In der Millionenmetropole gibt es die meisten Corona-Infektionen. Credit: Getty Images/ Tan Dao Duy

Dort wurde festgestellt, dass der 28-Jährige nicht nur bei einem Formular zur Gesundheitserklärung gelogen hatte, sondern auch die Isolationsregeln nicht einhielt. So hatten die lokalen Behörden in Ca Mau vorgeschrieben, dass jeder, der aus anderen Provinzen nach Ca Mau anreist, sich sofort 21 Tage lang isolieren muss.

Missachtung der Coronaregeln: Geld- und Haftstrafe

Nach dem Le Van Tri positiv auf Covid-19 getestet wurde, kam ebenfalls heraus, das der Vietnamese das Virus nicht nur an seine Familienmitglieder weitergegeben hatte, sondern auch an einen Mitarbeiter eines Sozialzentrums. Der Prozess dauerte lediglich einen Tag an und endete für Tri mit einer fünfjährigen Gefängnisstrafe sowie einer Geldstrafe von umgerechnet 745 Euro.