Seit mittlerweile zwei Jahren ist die Forschung im Dauereinsatz, wenn es darum geht, Mittel und Wege zu finden, die die Corona-Pandemie eindämmen können. Die neusten Ergebnisse einer Corona-Studie lösen Verblüffung und auch Verwirrung aus: Ein Kaugummi soll nun helfen, die Ansteckungen zu verringern. Wie das funktionieren soll und zu welchen Ergebnissen die Studie gekommen ist, erfährst du hier.

Der Corona-Kaugummi: Neues Mittel im Kampf gegen die Pandemie?

Während die erste Booster-Impfung für viele Menschen mittlerweile fällig ist, suchen Wissenschaftler:innen weiterhin nach Mitteln gegen das Corona-Virus. Das Neuste: Ein Kaugummi gegen Corona.

Der experimentelle Kaugummi enthält ein spezielles Protein, welches Teile des Coronavirus „festhalten“ kann. Dadurch kann der Ausstoß der Aerosole, die mit dem Virus belastet sind, verringert werden, wenn infizierte Menschen reden, niesen oder husten.

Wie wirkt das Corona-Kaugummi?

Das Corona-Kaugummi wirkt nur beim aktiven Kauen. Mit den Kaubewegungen werden nämlich ätherische Öle freigesetzt, die in Verbindung mit dem Speichel bis in die Nase hinein ihre Wirkung entfalten.

Es sind Pfefferminzöl, Ingweröl, Zimtöl, Zitronenöl und Spermidin enthalten. Ein weiterer Bestandteil ist Spermidin. Spermidin ist ein Eiweiß, das in den meisten Organismen vorkommt und das Zellwachstum fördert.

Der Name Spermidin ist der männlichen Samenflüssigkeit abgeleitet. Der Wissenschafter Philipp Schreiner spaltete im Jahr 1870 das erste Mal aus Sperma ab. Spermin ist darin nämlich zu einem großen Teil enthalten. Im Samenplasma, dem zellfreien Ejakulat des Mannes, ist es mit bis zu 15 bis 50 mg pro Liter vorhanden. Zum Vergleich: Weizenkeime haben sogar noch viel mehr Spermin. Darin sind 243 mg pro Liter enthalten.

Spermien können mit dem enthaltenen Spermidin also ebenfalls dazu beitragen, dass das Zellwachstum im Körper angeregt wird. Weitaus effektiver, weil konzentrierter, ist es aber, das Corona-Kaugummi zu kauen.

Enthalten in diesem Corona-Kaugummi sind Kopien des Proteins ACE2. Dieses findet sich auch in den menschlichen Zellen und gewährt dem Virus „Eintritt“ in die Zellen. Die Viren sollen sich durch das Kaugummi an diesen binden und nicht ausgeschieden werden, sodass andere einer kleineren Ansteckungs- und Infektionsgefahr ausgesetzt sind.

Tests zeigen Erfolgsergebnisse

Eine Studie der University of Pennsylvania hat sich daran gemacht, diesen Corona-Kaugummi zu testen. Die Ergebnisse sind erfolgversprechend: Die Viruslast von untersuchten Infizierten wurde bis zu 95% reduziert!

Schmecken soll der besondere Kaugummi wie eine herkömmliche Variante. Wissenschaftler:innen versprechen sich durch die Anwendung und das Kauen dieses Produktes vor allem Vorteile in Bevölkerungsgruppen und Ländern, in welchen Impfungen noch nicht weit verbreitet sind.

Ein Problem gibt es beim Corona-Kaugummi

Bisher haben sich viele Menschen darauf verlassen, ihre Corona-Viruslast im Mund zu minimieren, indem sie eine bestimmte Mundspülung nutzen. Die Mundspülung gut 30 Sekunden bis zu einer Minutee im Mund-und-Rachenraum zu halten, kann desinfizieren und die Viruslast verringern.

Ein Corona-Kaugummi zu kauen ist allerdings für Menschen, die nicht regelmäßig gurgeln, viel einfacher und angenehmer zu nutzen. Außerdem kann man ein Kaugummi viel länger im Mund behalten. Expert:innen von MDR sprechen von einer Kaudauer von bis zu 120 Minuten.

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