Zur Fußball-EM hat sich Aldi einige Mühe gegeben, sich etwas Schönes für seine Kund:innen einfallen zu lassen. Diesen Sommer gibt es nicht nur Gratis-Produkte, sondern auch noch eine Bieraktion, die die Hopfentrinker:innen Deutschlands sehr lieben. Doch die Aktion steht stark in der Kritik und das zurecht. Was Aldi bei der neuen Dosenbieraktion vergessen hat zu bedenken.

Dosenbier bei Aldi sorgt für Umwelt-Shitstorm

Bei Aldi gibt es zur EM einige Biersorten mehr als sonst. Der Discounter weiß nämlich ganz genau, dass Bier und Fußball zusammengehören wie eine Ballerina und ihr Tütü. Eigentlich eine wunderbare Idee, die Aldi da hatte. Der Shitstorm, der durch die Aktion ausgelöst wurde, ist aber auch nicht von schlechten Eltern. Denn der Konzern hat wohl eine Sache vergessen zu beachten.

Das Problem mit der Bierdosenaktion: Der Umweltaspekt. Denn Bierdosen sind leider kaum klimafreundlich. Aldi hat sich den Klimaaspekt seit einigen Monaten sehr groß auf die Fahne geschrieben. Sogar will der Discounter bis zum Jahr 2030 sein Fleisch komplett von aus der Herstellungsstufe 3 und 4 beziehen. Zudem achtet Aldi derzeit darauf, so wenig Verpackungsmüll wie möglich zu produzieren. So werden beispielsweise die Yoghurtbecher mit weniger Plastik verkauft und auch die Hackfleischpackung wird nicht mehr in der Schale herausgegeben.

Doch zur Fußball-EM scheint der Umweltschutz in den Hintergrund zu treten. Die Deutsche Umwelthilfe ist erzürnt, dass Aldi gerade jetzt Bierdosen für besonders günstige Preise herausgibt. Bierdosen sind nämlich, so Barbara Metz von der Deutschen Umwelthilfe (DUH), überhaupt nicht umweltfreundlich.

Auf der Skala der besten Getränkeverpackungen sind die Bierdosen sehr weit hinten angesiedelt. Viel ökologischer sind regional produzierte Mehrwegflaschen. Das Problem mit den Dosen ist einfach erklärt: Es verbraucht sehr viel Energie, dabei entstehen giftige Gase und auch die Wiederverwendung ist schwieriger als bei Mehrwegflaschen.

Aldi findet die Kritik ungerechtfertigt

Die Deutsche Umwelthilfe ist sich sicher: Aldi sollte so schnell wie möglich die Dosenkampagne stoppen. Der Discounter habe sich per Gesetz dazu verpflichtet mindestens 70 Prozent Mehrwegquote zu erfüllen. Doch ihnen zufolge ist die Dosenbieraktion ein trauriges Beispiel dafür, dass diese Quote systematisch ignoriert wird.

Aldi hält aber dagegen, dass die Aktion sehr wohl nachhaltig sei. Der Grund dafür ist, dass der Konzern während der Bierdosenaktion nur Sortimentsartikel herausgeben würde. Diese wurden zwar im Preis gesenkt, doch sie wurden nicht extra für die Aktion hergestellt. Die Biere seien zudem aus regionalem Anbau und würden auf kurzen Wegen hergestellt werden. Die Bierdosen von Aldi haben zudem eine Recyclingquote von 99 Prozent: Das liege daran, dass das Aluminium in den Dosen den Anforderungen einer Kreislaufwirtschaft entsprechen. Aluminium kann nämlich zu beinahe 100 Prozent recycelt werden.