Identifizierst du dich über deine Arbeit? Geht es dir schlecht, wenn dein Unternehmen in einer Krise ist? Wenn ja, dann hast du wahrscheinlich eine hohe emotionale Bindung an deinen Job. Woran du eine emotionale Bindung erkennst und wann eine solche Bindung ungesund wird, erfährst du hier.+

Emotionale Bindung an den Job: In Deutschland recht unüblich…

Laut dem Gallup-Engangement-Index, der jedes Jahr in 155 Ländern erhoben wird, ist Deutschland, was die emotionale Bindung an den eigenen Arbeitsplatz betrifft, weit abgeschlagen. Nur 15 Prozent der befragten Arbeitnehmer:innen geben an, emotional an ihren Job gebunden zu sein und somit besonders aufopferungsvoll zu arbeiten. In den USA hingegen sind es 33 Prozent, also mehr als doppelt so viele Arbeitnehmer:innen. Schaut man sich die gesamte EU an, geben sogar nur elf Prozent an, an ihren Arbeitgeber emotional gebunden zu sein.

Für Unternehmen dürfte das eine Hiobsbotschaft sein, allerdings muss diese Entwicklung nicht zwangsläufig schlecht für Arbeitnehmer:innen sein. Wir erklären dir, warum eine emotionale Bindung an den Job auch ungesund sein kann.

Beförderung
Nur 15 % der Deutschen geben an, sich stark mit ihrem Unternehmen zu identifizieren. Foto: Pexels/ mentatdgt

1. Du gibst dich mit zu wenig Gehalt zufrieden

Wenn du emotional stark an dein Unternehmen gebunden bist, weil du beispielsweise schon viele Jahre dort arbeitest, kann es sein, dass dir viel Geld durch die Lappen geht. Denn gerade durch Jobhopping kannst du eine enorme Gehaltserhöhung bekommen. Nur weil du also schon immer in deinem Job arbeitest oder deine Kolleg:innen so gerne hast, solltest du einen Jobwechsel also nicht ausschließen.

Weiterlesen: Ob es an der Zeit für einen Jobwechsel ist, erfährst du an diesen Merkmalen.

2. Es geht dir schlecht, wenn dein Unternehmen in einer Krise steckt

Wenn sich dein persönliches, emotionales Wohlbefinden danach richtet, wie es deinem Unternehmen geht, wird die emotionale Bindung ungesund. Wenn du nichts für die Krise deines Arbeitgebers kannst und es dich trotzdem belastet, solltest du hinterfragen, warum das so ist. Denkst du, dir fehlen Alternativen? Oder haben sich Job und Privatleben schon so stark vermischt, dass du die Emotionen nicht mehr auseinanderhalten kannst? Wenn deine psychische Gesundheit unter deinem Job leidet, ist es Zeit, die Notbremse zu ziehen.

3. Öffentliche Rechtfertigung für dein Unternehmen

Ist es dir schon mal passiert, dass du dich vor deinen Freund:innen oder deiner Familie für dein Unternehmen gerechtfertigt hast? Gerade bei großen Unternehmen, die in der Öffentlichkeit stehen, kann dies vorkommen. Jedoch solltest du dich danach immer hinterfragen, inwiefern dich dies persönlich betrifft und ob du dich für die Fehler anderer rechtfertigst. Gerade bei Unternehmen mit tausenden Mitarbeiter:innen, die womöglich noch weltweit agieren, kannst und darfst du nicht jede Schuld auf dich nehmen. Auch nicht vor Bekannten oder deiner Familie…

4. Burnout durch Überarbeitung

Das eindeutigste Zeichen, dass du eine zu große emotionale Bindung an deinen Job hast, ist ein Burnout. Wenn dich deine Arbeit krank macht, weil du überfordert oder überarbeitet bist, kann die Arbeit, so wie du sie jetzt machst, nicht richtig für dich sein. Du solltest also entweder etwas an deinem Umfeld ändern oder eben darüber nachdenken, deinen Job zu wechseln.

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Wenn die emotionale Bindung zu stark wird, kann das in einem Burnout gipfeln. Foto: getty images/FG Trade

Emotionale Bindung: Ist das immer schlecht?

Natürlich ist es nicht immer gleich ungesund, emotional an deinen Arbeitgeber gebunden zu sein. Für Arbeitgeber:in und Arbeitnehmer:in gibt es nicht schöneres, als mit Herzblut an einer Sache zu arbeiten und sich auch für ein Projekt aufzuopfern. Jedoch solltest du eben nie vergessen, dass es nur ein Job ist und wenn dir dieser nicht mehr guttut, das Unternehmen auch ohne dich weiter existieren wird.

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