Wenn man lange in einem Unternehmen arbeitet, wird man geschätzt, alle paar Jahre mit Auszeichnungen belohnt und kennt jede:n beim Vornamen. Aber verdient man tatsächlich auch am besten? Die Realität sagt nein, denn am besten sollst du verdienen, wenn du alle paar Jahre deinen Job und Arbeitgeber:in wechselst. Wie das funktionieren soll und welche Vor- und Nachteile Jobhopping mit sich bringt, erfährst du hier!

Beruf Firma Job
Das ganze Leben im selben Job zu arbeiten, macht viele auf Dauer nicht glücklich. Foto: IMAGO / Shotshop

Jobhopping: Schlechte Manier oder clevere Gehaltserhöhung?

Früher waren Menschen, die alle paar Jahre ihren Arbeitgeber wechseln, als unstet und unentschlossen verschrien. Einige sagten ihnen sogar fehlende Loyalität oder schlechte Manieren nach. Heute ist dieses Verhalten allerdings gar nicht mehr so ungewöhnlich, denn Studien haben ergeben, dass Jobhopping am schnellsten das Gehalt nach oben treibt. Wirtschaftsexperte Cameron Keng behauptet sogar: „Wenn Sie durchschnittlich mehr als zwei Jahre im selben Unternehmen beschäftigt bleiben, verdienen Sie im Laufe Ihres Lebens 50 Prozent weniger“. Ihm zufolge liegt eine Gehaltserhöhung beim Jobhopping bei 10 bis 20 Prozent.

Welche Vor- und Nachteile das Jobhopping mit sich bringt, erklären wir dir jetzt.

Die Vorteile des Jobhoppings

Den offensichtlichsten und wichtigsten Vorteil haben wir dir bereits genannt – eine Gehaltserhöhung. Natürlich kommt dies auch auf die Branche an. Grundsätzlich verdienst du mit einem neuen Vertrag aber mehr, als wenn du eine Gehaltserhöhung in deinem alten Job verdienst.

Weitere Vorteile sind, dass du viele verschiedene Jobs und somit Aufgabenbereiche kennenlernst, nach und nach herausfindest, was dir wirklich gefällt und ständig mit neuen Herausforderungen und Menschen konfrontiert bist. Wenn du dir das zutraust und nicht viel Wert auf ein gewohntes Umfeld legst, könnte Jobhopping etwas für dich sein. Jedoch solltest du immer auch die Nachteile bedenken…

Arbeitgeber Job
Jobhopper gelten als mutig, aufgeschlossen und experimentierfreudig. Foto: Getty Images/ Hinterhaus Productions

Die Nachteile des Jobhopping

Jobhopping ist heutzutage zwar sehr viele üblicher als noch vor 30 Jahren, jedoch haben manchen Arbeitgeber nach wie vor Bedenken und Vorurteile. Wenn in deinem Lebenslauf steht, dass du in den letzten Jahren bereits drei verschiedene Jobs hattest, könnte das nicht gut ankommen. Für viele Arbeitgeber bedeutet das nämlich, dass es dir an Loyalität zum Unternehmen fehlt und sich die Investition in deine Person nicht lohnt. Denn welcher Arbeitgeber möchte schon jemanden mühevoll einarbeiten, der kurz danach wieder kündigt?

So stellst du den Wechsel richtig an!

Jetzt stellt sich also die Frage, wie du deiner Karriere einen Push gibst und sie nicht nachhaltig zerstörst. Der wichtigste Punkt, damit Jobhopping von Erfolg gekrönt wird, ist deine Arbeit. Du solltest immer so lange in einem Beruf arbeiten, bis du einen Erfolg vorzuweisen hast. Wenn du beispielsweise an einem großen Projekt mitwirkst, solltest du dies nicht mittendrin verlassen. Besser, du führst es erfolgreich zu Ende, damit du bei künftigen Arbeitgebern mit deinen Erfolgen punkten kannst.

Laut einer Umfrage der Jobbörse Indeed wurden Jobhopper:innen, die eine durchschnittliche Beschäftigungsdauer von mindestens 16 Monaten aufweisen konnten als akzeptabler angesehen. Welche, die durchschnittlich sieben Monate in einem Beruf verbleiben, wurden von Arbeitgeber:innen jedoch kategorisch abgelehnt. Immerhin finden allerdings auch 77 % der Arbeitgeber:innen, dass Jobhopper:innen positive Einflüsse und spannende Blickwinkel für das Unternehmen mitbringen. Das ist doch eine gute Nachricht!

vorstellungsgespräch bewerbung mann frau arbeit meeting tisch büro
Damit du im Bewerbungsgespräch punktest, solltest du Erfolge vorweisen können. Foto: Imago Images / Shotshop

Wenn dir der Artikel gefallen hat, solltest du unbedingt auch bei unseren anderen Business-Themen vorbeischauen!

Jobhopping hin oder her, aber wie verhandelst du eigentlich richtig dein Gehalt? Im Video erfährst du die Antwort.