Wahrscheinlich wirst du jetzt erst einmal die Stirn runzeln. „Warum sollte man sich selbst umarmen? Das ist doch total albern.“ Keine Sorge, wenn du so denkst, dann bist du nicht alleine. Aber es ist wissenschaftlich bewiesen, dass sich selbst zu umarmen richtig viel für dich und deine mentale Gesundheit tun kann. Wir erklären dir die Bedeutung dieser besonderen Geste und zeigen dir, wie wichtig es sein kann, sich selbst ein wenig Liebe zu zeigen.

Was passiert, wenn man sich selbst umarmt?

Eins vorweg: Es ist keineswegs seltsam, wenn du dich selbst umarmen möchtest. Im Gegenteil – es sollte etwas völlig Normales sein. Denn gerade durch die Corona-Krise sind Umarmungen viel zu kurz gekommen und eigentlich war man selbst die einzige Person, die man noch umarmen durfte. Es ist sogar wichtig, sich selbst zu umarmen, um irgendeine Art Hautkontakt zu spüren. Eine Studie der Universität Chongqing in China zeigte, dass sogar Affen sich in Isolation häufiger umarmen, um sich selbst zu trösten.

Du siehst also, dass Eigenumarmungen wirklich wichtig sind. Denn wer sehnt sich nicht nach ein wenig Nähe und Liebe, vor allem in so ungewissen Zeiten wie jetzt? Auch wenn es bestimmte Menschen gibt, von denen du vielleicht besonders gerne eine Umarmung möchtest, könntest du mit dieser Art von Umarmungen auch lernen, dich selbst mehr zu lieben und zu wertschätzen.

Frau küsst sich im Spiegel
Sich selbst zu umarmen kann dazu führen, dass man sich selbst mehr liebt. Credit: Polina Kovaleva / pexels via canva

Tröste dich selber mit einer Umarmung

Doch nicht nur das: Dein Körper wird auch bestimmte Prozesse in Gang setzen, wenn du dich selbst umarmst. Physische Berührung setzt nämlich Oxytocin frei. Dies ist ein Hormon, was beim Entstehen von Bindungen eine wichtige Rolle spielt. Wenn du dich selbst umarmst, wird dieses Hormon also freigesetzt und kann dir helfen, dich selbst in stressvollen Zeiten zu beruhigen und zu trösten.

Das Gute bei einer Umarmung von dir selbst ist außerdem, dass du entscheidest, wie lange du dich drückst. Keine Großtante entscheidet hier, wie lange sie dich so fest im Arm hält, dass du keine Luft mehr bekommst. Hier geht es nur um dich und deine eigenen Empfindungen. Drücke dich am besten so lange, bis ein Gefühl der Ruhe deinen Körper durchflutet. Das ist der Moment, in dem das Oxytocin seine Arbeit verrichtet.

Sich selbst umarmen
Sich selbst umarmen ist für viele Dinge gut – auch für die mentale Gesundheit. Credit: Hector Roqueta / shutterstock

Das bedeutet es, wenn du dich selbst umarmst

Nun weißt du, was in deinem Gehirn passiert, wenn du dich selbst umarmst. Aber was passiert mit deiner mentalen Gesundheit? Die profitiert nämlich davon hervorragend. Du lernst durch diese Eigenumarmung auch, dich selbst zu akzeptieren und auch Mitgefühl mit dir selbst zu haben.

Wenn du also Probleme damit hast, dich selbst so zu akzeptieren, wie du bist und dir auch einmal zu vergeben, dann schlinge einfach deine Arme um dich und drück so fest, wie es angenehm ist für dich. Physischer Druck hilft nämlich vielen Menschen oft auch bei Situationen, in denen sie körperlichen Schmerz verspüren oder auch eine Panikattacke haben – das Verschränken der Arme kann das Gehirn irritieren und das Schmerzempfinden wird so minimiert. Du kannst dadurch also nicht nur Selbstliebe lernen, sondern dich selbst auch für einen kurzen Moment heilen.

Sich selbst umarmen: So wichtig und so unterschätzt

Vielleicht bist du noch immer skeptisch, aber sich selbst zu umarmen kann wirklich Wunder wirken. Positive Gedanken und eine schöne Eigenumarmung können dir helfen, Stress zu reduzieren oder sogar körperliche Schmerzen. Dank den Corona-Lockerungen und den Impfungen sind Umarmungen von anderen wieder in greifbarer Nähe. Trotzdem solltest du dir pro Tag wenigstens einmal etwas Gutes tun und dich selbst umarmen – und dich damit auch selbst lieben.

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