Arztbesuche sind nie schön. Vor allem junge Frauen müssen tendenziell aber sogar noch häufiger zum Arzt als Männer – und zwar wegen des regelmäßigen Vorsorgetermins beim Gynäkologen. Nehmen die einen das ganz locker, haben andere regelrecht panische Angst vorm Frauenarzt. Dabei gibt es hierfür gar keinen Grund!

Wer jedoch aus Angst die Vorsorge vernachlässigt, setzt seine eigene Gesundheit aufs Spiel. In diesem Artikel verraten wir daher, warum der regelmäßige Besuch beim Frauenarzt so wichtig ist und wie du deine Angst in den Griff bekommst.

Warum Frauenarztbesuche so wichtig sind

Der erste Besuch beim Frauenarzt wird allgemein mit dem Einsetzen der Periode empfohlen. Spätestens allerdings, wenn der 16. Geburtstag stattgefunden hat. Nicht nur sollten Frauenärzt:innen Anlaufstelle Nr. 1 für Fragen rund um Sexualität sein. Vor allem die passende Verhütungsmethode kann hier per Beratung gefunden werden. 

Setzen manche bis heute hartnäckig auf die Verschreibung der Anti-Baby-Pille, geht der allgemeine Trend auch immer mehr in Richtung hormonfreie Verhütungsmethoden.

Übrigens: Hast du schon Mal vom Verhütungsring gehört? Meine Erfahrungen dazu findest du hier.

Von STIs bis zur Früherkennung von Krebs

Außerdem sollten die regelmäßigen Vorsorgetermine wahrgenommen werden, da hier frühzeitig Anzeichen auf Brust- und Gebärmutterhalskrebs festgestellt werden können. Aber auch sexuell übertragbare Krankheiten können hier entdeckt werden, die teils völlig symptomfrei verlaufen, wie es beispielsweise bei Chlamydien der Fall ist. 

Übrigens: Bis zum 25. Lebensjahr gibt es einmal jährlich einen von der Krankenkasse übernommenen Test auf Chlamydien. Dieser sollte in jedem Fall eingefordert werden, wenn er nicht ohnehin vorgenommen wird. 

Pärchen im Bett
Gerade wer Sex liebt und ihn regelmäßig hat, sollte sich auch regelmäßig untersuchen lassen.

Wie häufig sollten Termine stattfinden?

Vor allem, wer regelmäßig ungeschützten Geschlechtsverkehr hat, sollte sehr hinterher sein, seine Termine beim Gynäkologen wahrzunehmen. Was nicht heißt, dass diejenigen, die gerade eine Trockenperiode durchleben, völlig darauf verzichten sollten.

Vor dem 20. Lebensjahr wird, vor allem dann, wenn hormonell verhütet wird, alle halbe Jahre ein Termin empfohlen. Ab dem 20. Lebensjahr sollte mindestens einmal im Jahr eine Vorsorgeuntersuchung durchgeführt werden. 

Dieser Rhythmus wird auch in den 30ern fortgesetzt, allerdings wird die Untersuchung nun durch regelmäßige Untersuchungen der Brust ergänzt. Ab dem 50. Lebensjahr werden die Brüste zusätzlich alle zwei Jahre einer Röntgenuntersuchung unterzogen.

Übrigens: Wie man Brüste auch zu Hause richtig abtastet, um Brustkrebs zu erkennen, liest du hier.

Frau hält sich Bauch
Wer Unterleibsschmerzen oder andere Beschwerden hat, sollte nicht den nächsten Vorsorgetermin abwarten, sondern akut einen Termin wahrnehmen.

Wer darüber hinaus Beschwerden hinsichtlich seines Zyklus oder seiner Menstruation hat und wer Veränderungen seines Ausflusses, Ausschläge oder extreme Stimmungsschwankungen an sich bemerkt, sollte auch akute Termine vereinbaren

Was passiert beim Vorsorgetermin?

Wissen ist Macht und nimmt uns unsere Angst. Daher verraten wir dir, wie ein idealer Vorsorgetermin abläuft und nehmen dir bestenfalls die Angst vorm Frauenarzt. Denn Fakt ist: Frauenarztbesuche sind nichts, wovor es sich zu fürchten lohnt

Vor dem Termin

Du warst noch nie beim Frauenarzt oder es ist schon lange her? Dann rufe für deine Terminvereinbarung an und äußere deine Bedenken sowie deine Ängste vorm Frauenarzt. Nicht nur kannst du so vorher abklären, ob du einen Arzt oder eine Ärztin bekommst, auch wird deinem Termin meist mehr Zeit eingeräumt

Vorbereitung ist alles. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, solltest du dir vorher aufschreiben, welche Symptome oder Beschwerden du vielleicht hast und abklären lassen möchtest. Außerdem solltest du auf die Frage vorbereitet sein, wann du deine letzte Periode hattest und wie dein Sexualleben verläuft. 

Sehr intim, aber dennoch wichtig. 24 Stunden vor deinem Termin solltest du zudem auf Scheidenspülungen und vaginale Medikamente verzichten, diese könnten den Abstrich nämlich verfälschen.

Beim Termin

Die vorherige Kontaktaufnahme mit dem Ärztepersonal erspart dir nun hoffentlich die Panikattacke auf dem Weg zum Arzt. Dort angekommen, wird dein Blutdruck gemessen und du wirst gewogen. Nachdem nun das Eingangsgespräch mit dem Arzt/der Ärztin geführt wurde, welches die vorzubereitenden Fragen abgeklärt hat, geht es ans Eingemachte. Nun beginnt die Grunduntersuchung, die für viele den unangenehmen Part darstellt. 

Barbie
Frauenärzte*innen unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Scham ist hier völlig fehl am Platz.

Hier gibt es aber erstens keinen Grund zur Scham und zweitens keinen Grund zur Angst. Drei Tipps für dich:

  1. Dein Gynäkologe oder deine Gynäkologin sind medizinisch ausgebildet und haben schon tausende Intimbereiche gesehen. Deiner wird dort nicht herausstechen. Vermeide es also, dich extra dafür im Intimbereich zu rasieren und vermeide es vor allem, dich zu parfümieren. Das reizt die Schleimhäute. Eine Dusche am Morgen ist genug.
  2. Du fühlst dich unwohl, wenn es darum geht, dich untenrum frei zu machen? Ziehe lange Kleidung an wie beispielsweise Oversize-Shirts oder ein Kleid. So stehst du untenrum nicht völlig nackt im Untersuchungsraum. Dicke, kuschelige Socken helfen dir außerdem, warme Füße und einen kühlen Kopf zu bewahren.
  3. Ohne Frage: Die Untersuchung ist beim ersten Mal etwas ungewohnt. Schmerzen wirst du dabei jedoch keinesfalls verspüren. Das Schlimmste was passieren kann? Ein kaltes Spekulum. Und das ist nicht weiter wild.

Bei der Unterleibsuntersuchung

Ärzte/Ärztinnen, die ihren Job sehr ernst nehmen, beginnen mit einer Komplettuntersuchung, die über Lymphknoten und Herz alles abdeckt. Andere schreiten direkt zur Tat und beginnen die Unterleibsuntersuchung. Ab auf den Stuhl, vor dem sich viele so sehr fürchten. 

Hinterteil nach vorne geschoben: Je eher man sich richtig platziert, desto schneller ist die Untersuchung vorbei. Tief durchatmen und ablenken – zum Beispiel beim Gespräch mit dem Arzt/ der Ärztin.

Es folgt die äußerliche Untersuchung der Geschlechtsorgane, gefolgt von der Untersuchung mit dem Spekulum, welches Einsicht in die Vagina ermöglicht und es folgt der Pap-Test (Papanicolaou-Test), auch Abstrich genannt, der Entzündungserreger oder andere Anomalien unter dem Mikroskop offenbaren soll. 

Abschließend folgt das innere und äußere Abtasten mit den Händen, welches die Lage und Größe der Gebärmutter untersuchen soll sowie Aufschluss über mögliche Zysten gibt. Bei Auffälligkeiten folgt die Ultraschalluntersuchung

Nach dem Termin – der Angst vorm Frauenarzt entgegentreten

Sei ehrlich zu dir selbst: War es so schlimm? Hast du mit dem Arzt/ der Ärztin harmoniert? Die Hauptsache ist, dass du dich wohlfühlst. Warte also nicht, wenn du unzufrieden mit dem Frauenarzt/deiner Frauenärztin bist. 

Deine Freunde oder auch das Internet können dich verlässlich bei deiner Suche nach einem besseren Arzt/einer besseren Ärztin unterstützen. Über deine Ängste mit Freundinnen zu sprechen kommt zudem einer Ermächtigung gleich. Wie immer gilt: Deine Gesundheit ist dein höchstes Gut. Kümmere dich um dich.

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