Seit es Dates gibt, gibt es auch ungeschriebene Dating-Regeln, die schon viel zu lange unverändert befolgt wurden. Der Mann lädt ein, der Mann gibt aus, persönliche oder sogar politische Einstellungen sind ein Tabuthema. Gut, dass sich Dating weiterentwickelt und Dinge sich verändern. Trotzdem gibt es heute natürlich auch noch ungeschriebene Gesetze und Regeln, die alle kennen auch wenn niemand darüber spricht. Wir stellen dir vier von ihnen vor.

Zwei Frauen sitzen auf Treppe
Die Gen Z datet anders. Foto: Pexels / Arina Krasnikova

Dating-Regeln: So datet die Generation Z

„Denen geht’s zu gut“ hört man Großeltern manchmal sagen, wenn ihre Enkel vor dem Smartphone hängen und neue TikTok-Trends aus dem Boden stampfen. Klar ist die Technik ein Luxus und die wenigsten müssen sich ernsthaft Gedanken darum machen, wie sie über die Runden kommen sollen, aber die Unbeschwertheit ist ein Trugschluss.

Auch Generation Y, Millenials und Generation Z haben große Sorgen. Umfragen zeigen, dass die Jüngeren immer häufiger politisierter und auch engagierter sind. Sie setzen auf Transparenz, Gleichheit und Nachhaltigkeit, sind liberaler und progressiver, haben aber auch weniger Sex und sind nicht schnell bereit eine Beziehung einzugehen.

1. Meinungen & Werte sind enorm wichtig

Religion, Politik und Geld sind absolut Themen für das erste Date. Die gegenseitigen Überzeugungen klarzumachen, ist eine der ersten Dating-Regeln. Wenn dein Account bei Instagram schon ein paar Werte vorwegnimmt, solltest du auch dazu stehen. Nichts ist schlimmer als irgendwelche Pseudo-Aktivist:innen, deren schwarze Bilder im Feed aus einem „Trend“ heraus gepostet wurden. Zumindest alle, die nach 1995 geboren wurden, erwarten deutlich mehr Engagement.

Werte werden also wieder wichtig, können oder sollten sogar beim ersten Date angesprochen werden. Wichtiger werden mehr und mehr soziale Gleichheit, Antirassismus und Feminismus. Fakt ist auch: Je weiter fundamentale Ansichten auseinander gehen, desto geringer ist die Toleranzbereitschaft.

Schwangerschaftsabbruchmythen
Gemeinsame Hobbies reichen fürs erste Date nicht mehr aus.

2. Keine Beziehung, ohne es auszusprechen

Auch wenn deine Eltern vielleicht mit 25 geheiratet und das erste Kind bekommen haben, lässt sich die Generation Z davon nicht unter Druck setzen und ist deutlich langsamer in der Familienplanung. Monogamie ist nicht mehr so wichtig, ganz zu schweigen von einer festen Beziehung. Viele suchen beim Dating einfach etwas Lockeres und Offenes, ohne sich direkt binden zu müssen. Beziehungen kosten viel Arbeit und Zeit. Und wer hat die noch?

Auf der anderen Seite könnte es auch an dem Perfektionsdrang und Unsicherheit liegen. Floskeln von der oder dem „Einen“ halten sich und setzen die Wahrscheinlichkeit einer glücklichen Beziehung mit einem Lottogewinn gleich. Das ist zwar Quatsch, hält aber deutsche „Popstars“ nicht davon ab, die Botschaft mit eingängiger Melodie im Gehörgang zu hinterlegen, um durch ein nachfolgendes „aus 80 Millionen“ klarzumachen, dass Liebe abhängig von der Staatsbürgerschaft, zumindest aber von Landesgrenzen ist, wodurch sie schlussendlich allem widersprechen, wofür ein Großteil der jüngeren Generation steht.

Ohne Beziehung ist man immer weniger angreifbar. Unzählige Dates oder Sex sind deshalb noch lange kein Marker dafür, ein Paar zu sein. Diese zweite dieser Dating-Regeln zeigt, dass eine Beziehung erst dann gilt, wenn sich beide darauf geeinigt haben – und zwar klar und deutlich formuliert.

Paar
Jüngere haben immer seltener und später Lust, sich zu binden. Foto: imago images/Westend61

3. Ghosting ist uncool, aber akzeptiert

Typisch für Tinder und andere Dating-Apps ist das Ghosting – leider. Es verunsichert, es nervt, aber es hat sich fast schon etabliert. Die meisten Jüngeren checken direkt was los ist und es macht ihnen weniger aus. Trotzdem solltest du dich nicht so verhalten. Wenn du merkst, dass du das Interesse an deinem Date verlierst, sprich dies offen und transparent an. Ghosting ist etwas für Feiglinge.

4. Arbeit kommt vor der Liebe

Viele junge Menschen stellen ihre eigene Karriere und beruflichen Erfolge in den Vordergrund. Wenn eine Beziehung oder eine Affäre da reinpasst – fein. Aber immer mehr Menschen der Gen Z würden ihren Job oder ihre Ambitionen der Liebe vorziehen. Vielleicht hängt das mit der Wirtschaftskrise 2008 zusammen oder unserer schnelllebigen Zeit. Finanzielle Sicherheit wird einfach immer wichtiger. Manchmal sogar wichtiger als die Liebe.

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