Hast du das Gefühl, manchmal in deiner Beziehung oder von Menschen ausgenutzt zu werden? Der Psychologe Mark Traverse teilte vor kurzem auf seinem Blog Social Instinct für das US-Magazin Psychology Today seine Meinung zu einer neuen Studie, die eben genau das thematisiert: Das Ausgenutzt werden in einer Beziehung. 

Menschen ausnutzen: Laut dieser Studie passiert es in Beziehungen

Die Studie der Psychologen Xijing Wang von der City University of Hongkong und Hao Chen von der chinesischen Nankai University wurde im British Journal of Social Psychology veröffentlicht. Es ist die erste Studie, die sich konkret mit diesem spezifischen Thema befasst. Thematisiert werden vor allem Beziehungen in denen einer der beiden Partner nicht nach der ewigen Liebe, nach Nähe oder nach Intimität sucht, sondern eine Partnerschaft lediglich als Mittel zum Zweck sieht. Dieses Phänomen bezeichnen die Autoren der Studie als “Instrumentalitätsperspektive”

Frau und Mann spielen
In einer Beziehung müssen beide Interessen zum Zuge kommen. Foto: Pexels / Artem Podrez

Ausnutzen in Beziehungen: Was ist das eigentlich?  

Eine Beziehung macht sich eigentlich durch Nähe und Bindung aus. Viele Beziehungen basieren allerdings auch auf dem Nutzwert, den Partner:innen miteinbringen. So suchen viele Menschen nach Qualitäten in einer Partnerschaft, die ihnen auf Dauer einen großen Nutzen bringen und von denen sie profitierten können. 

Problematisch wird dies allerdings, sobald der andere einem nichts mehr nutzt. Denn keine Person ist auf Dauer immer wieder nützlich für uns. So kann es schnell zu Unstimmigkeiten und Reibereien innerhalb der Partnerschaft kommen. Bei Betroffenen, die erkennen, dass sie ausgenutzt werden, kann dies auch schnell zu einer Krise führen. 

5 Anzeichen dafür, dass dich jemand ausnutzt 

Die Psychotherapeutin Erin Leonard hingegen schreibt für Psychology Today über einige Zeichen, die Sie auf ein bestehendes Ungleichgewicht in Ihrer Beziehung aufmerksam machen können: 

1. Anerkennung durch Außen 

Eine Form des Nutzens kann sein, dass du deinem Gegenüber in Partnerschaften immer Bestätigung geben musst. Das kann einerseits von einem schlechten Selbstbewusstsein des anderen kommen oder daher, dass die andere Person einfach gerne im Mittelpunkt steht.  

2. Im Hintergrund stehen 

Du traust sich nicht, deine eigenen Erfolge zu feiern, weil du Angst vor der Reaktion deines Partners hast. Dieser fühlt sich schnell benachteiligt, bedroht oder wird eifersüchtig. 

3. Immer das tun, was der andere mag 

Du stellst dich immer auf die Wünsche und Bedürfnisse der anderen Person ein? Wenn du Aktivitäten, die dein Partner mag, immer deinen eigenen vorziehst, vernachlässigst du eigene Leidenschaften. 

4. Nie genug sein 

Du hast vielleicht das Gefühl, du bist nie genug, egal, wie sehr du dich bemühst. Wenn du das Gefühl hast, es wird unglaublich viel von dir gefordert und du kannst auf die Wünsche und Bedürfnisse der anderen Person gar nicht mehr eingehen, weil immer etwas Neues kommt, könnte es ein Anzeichen dafür sein, dass dich jemand ausnutzt. 

Zwei Hände
Wenn dich jemand nicht mehr ausnutzen kann, hat das Konsequenzen. Foto: Pexels / lilartsy

5. Deine Meinung zählt nicht 

Wen Fragen wir zuerst, wenn wir Rat brauchen? In der Regel unsere Partner:innen. Doch wenn dieser unsere Meinung nicht wertschätzt oder unsere Meinung ignoriert, kann dies zumindest auf ein Ungleichgewicht in der Beziehung hindeuten. 

Menschen ausnutzen: In Beziehungen keine Seltenheit  

Du musst dir bewusst sein, dass das Ausnutzen anderer Menschen häufig unbewusst geschieht. Von Zeit zu Zeit ziehen wir Nutzen aus Beziehungen, um unsere eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Doch sobald dies einseitig geschieht und du das Gefühl hast, dass die Beziehung nur noch auf dem Nutzen basiert, ist es sinnvoll, mit deinem Gegenüber darüber zu sprechen. 

Weiterlesen:
Expertin: Wir sollten alle in einer offenen Beziehung leben
Seitensprung in der Beziehung: Im ersten Jahr gehen Frauen am häufigsten fremd
Mütter prägen dein Körperbild: Studie zeigt, wie sehr sie uns beeinflussen
Antrag ist Männersache: Studie zeigt, welche Hochzeitsklischees bis heute gelten