Gestern habt ihr noch eine heiße Nacht zusammen verbracht und heute bist du von deinem Partner nur genervt? Wie kann das sein? Oftmals ist der weibliche Zyklus die Antwort auf diese Frage, denn Hormone können ganz schön auf unsere Stimmung schlagen.

Doch wie groß ist der Einfluss des weiblichen Zyklus auf Beziehungen? Eine neue Studie aus den Niederlanden hat jetzt untersucht, wie sehr sich weibliche Hormone sowohl auf SIE als auch auf IHN in einer Partnerschaft auswirken. Die Ergebnisse sind bemerkenswert.

Der weibliche Zyklus: 33 Paare sprechen drüber

Untersucht wurden 33 heterosexuelle Paare, die im Durchschnitt seit ungefähr 4 Jahren zusammen und um die 26 Jahre alt waren. 15 Tage lang nahmen sie täglich an einer Umfrage teil, bei der sie Fragen zu ihrem Partner und ihrem Wohlbefinden beantworten sollten. Zusätzlich wurden von allen Teilnehmern Urinproben genommen, um den Hormonspiegel zu untersuchen.

Zum Eisprung benehmen sich Paare besonders komisch

Bei der Untersuchung des weiblichen Zykluses machten die Wissenschaftler eine fazinierende Entdeckung: Um den Eisprung herum neigten die Frauen dazu, ihre Partner negativer zu bewerten. In dieser Phase ist der Spiegel des Hormons Östradiol besonders hoch. Spannend: Bei einem Anstieg des Östradiols nahmen sowohl Frauen als auch Männer wahr, dass ihr Partner die Beziehung negativer empfand.

Wenn Frauen am fruchtbarsten sind, lösen sie sich zu einem gewissen Grad von ihren langfristigen Partnern, um sich für andere Optionen der Fortpflanzung zur Verfügung zu stellen.

– Kinsey Institute

Der Grund für dieses Verhalten dürfte wohl den wenigsten gefallen: Die Forscher sind laut dem Kinsey Institute im US-Bundesstaat Indiana der Meinung, dass sich die Frauen in dieser Phase auf die Partner einstellen, die ihren Nachkommen den größten genetischen Nutzen bieten. „Wenn sie am fruchtbarsten sind, lösen sie sich zu einem gewissen Grad von ihren langfristigen Partnern, um sich für andere Optionen der Fortpflanzung zur Verfügung zu stellen, die sich ergeben könnten“, schreibt das Institut auf seinem Blog.

Darüber hinaus sorgte der erhöhte Östradiol-Gehalt dafür, dass Männer sich weniger zu ihrer Partnerin hingezogen fühlten und generell ein geringeres sexuelles Verlangen hatten. Außerdem ging es ihnen an diesen Tagen psychisch schlechter. Nach Meinung der Forscher hatten die Männer die negativen Bewertungen ihrer Partnerinnen aufgegriffen.

Beziehungstipp der Redaktion: Konstruktives Streiten ist, Hormonspiegel hin oder her, unglaublich wichtig in einer Beziehung. Wenn das bei euch noch nciht so gut klapp,  haben wir hier ein paar Tipps für euch.

Young couple arguing in a cafe. Relationship problems (romankosolapov)
Wenn ihr euch öfter streitet, könnte das an den Hormonen liegen.(Photo: imago/romankosolapov)

Progesteron sorgt für bessere Stimmung

Zum Glück hielt dieser Zustand in den 33 Beziehungen nicht lange an. Nach dem Eisprung sinkt der Östradiolspiegel bekanntlich und ein anderer Hormonwert steigt. Das Progesteron sorgte bei den Probanden für deutlich positivere Bewertungen des Partners und ein besseres Wohlbefinden auf beiden Seiten. 

Auch bei dem Hormon Testosteron stimmten sich die Paare aufeinander ab. Als der Spiegel bei den Frauen anstieg, tat er dies auch bei den Männern. Die Auswirkung: An Tagen mit mehr Testosteron im Blut empfanden sich sowohl die Frauen als auch die Männer eifersüchtiger.

Beziehungstipp der Redaktion: Du hast mit Eifersucht zu kämpfen? Wir haben für dich 5 Schritte, mit denen du deine Eifersucht in den Griff bekommst.

Fazit: Weibliche Hormone beeinflussen beide Partner

Wir halten also fest: Der weibliche Zyklus beeinflusst sowohl Frauen als auch Männer in einer Partnerschaft. Die weiblichen Hormone wirkten sich auf das Urteil der Beziehungen beider Geschlechter aus. 

Wenn du jetzt durch die Erkenntnisse der Wissenschaftler etwas down bist, dann sei dir gesagt: Auswirkungen auf das tatsächliche Sexleben der Paare hatte paradoxerweise keines der Hormone. Sie schliefen immer noch genauso oft miteinander. Na Gott sei Dank!

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