Dieses Jahr zu Weihnachten soll alles ein bisschen anders werden. Wird es etwa weniger Konsum geben? Momentan sieht es jedenfalls so aus, als könnten wir in der Vorweihnachtszeit weniger shoppen als sonst. Auch richtig große Modelabel wie Zara und H&M kommen dieses Jahr in die Bredouille, da sie manche Artikel wahrscheinlich gar nicht liefern können. Welche das sind, erfährst du hier.

H&M und Zara: Warum kommt es zu Lieferengpässen?

Normalerweise hängen bei uns in den Stores spätestens alle drei Wochen neue Kollektionen von H&M, Zara und Co. Fast Fashion nennt man das. Doch aufgrund der Corona-Pandemie wird es immer schwieriger, diese Fristen einzuhalten. Die Lieferengpässe hängen unter anderem mit Produktionsproblemen in Asien zusammen.

Bereits Ende September ließ die H&M-Konzernchefin Helena Helmersson verlautbaren, dass sich die Situation mit den Lieferengpässen zwar verbessere, sie im laufenden Quartal aber mit weiteren Verzögerungen rechnet.

„Die meisten Marken kämpfen derzeit damit zu wissen, wann Ware geliefert wird und wann Dinge vielleicht schiefgehen könnten und wie sich das genau auswirkt“, sagt Gus Bartholomew, Chef der auf Produktentwicklung und Liefersoftware für Modefirmen spezialisierten Londoner Firma SupplyCompass. Es kommt also bei allen Firmen zu Verzögerungen und Lieferschwierigkeiten.

Die Produktionsländer spielen nicht mit

Die größten Probleme für die Modelabel sind die Lieferzeiten und die Rohstoffpreise. Nike klagte bereits darüber, dass ihre Lieferzeiten sich von insgesamt 40 auf 80 Tage verdoppelt haben.

Eines der wichtigsten Produktionsländer für unsere Fast Fashion Industrie ist Vietnam. Das Land steckt aber gerade in einer heftigen Coronawelle. Restriktionen zur Eindämmung der Pandemie bringen die Produktionen ins Wanken. Einige Menschen wandern bereits in andere Länder ab. Man munkelt bereits, dass es noch bis zum Sommer 2022 dauern wird, bis alle Fabrikmitarbeiter:innen geimpft sind.

Welche Artikel sind von den Engpässen betroffen?

Die Datenanalysefirma StyleStage fand heraus, dass bei Zara und H&M einige Artikel wohl nicht vor Weihnachten geliefert werden können. Im dritten Quartal 2021 handelte es sich beispielsweise um ein Drittel der schwarzen Herrenblazer, bei H&M um rund ein Fünftel der weißen Damen-T-Shirts in den USA.

Derzeit beziehen wir einen Großteil der Fashion-Waren aus Asien. Diese Abhängigkeit kann zum Problem werden und womöglich bedeuten, dass Lieferengpässe zukünftig nur derart gelöst werden können, indem mehr Fashion direkt in Europa gefertigt wird. Das spart lange Lieferzeiten und Transportkosten. Obendrein ist es ökologisch von Vorteil.

Aus diesem Grund kommt unter anderem die Marke Zara, die zum spanischen Inditex-Konzern gehört, besser weg als H&M. Denn Inditex lässt einen Großteil seiner Waren auf dem Heimatmarkt oder zumindest in der Nähe fertigen, wohingegen H&M 70 % seiner Waren in Asien fertigen lässt. Gleich positive Prognosen lässt Hugo Boss verlauten, da hier ein Großteil der Waren in der Türkei, in Polen, in Italien und in Deutschland gefertigt werden.

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