TikTok ist bekanntlich der Ort, wo heutzutage Trends geboren werden. Bei manchen lohnt es sich, hinterher zu sein, andere hingegen kann man sich sparen. Momentan nimmt ein ganz besonderer Trend namens „Shifting Realities“ die App und Tausende User:innen ein. Denn hierbei handelt es sich um die Praxis, sich von seiner Realität in eine fiktionale Welt hinein zu flüchten – und das voll und ganz. Wie das funktionieren soll und was es mit diesem Trend auf sich hat, erfährst du hier.

Shifting Realities: Was genau steckt dahinter?

Die Phrase „Shifting Reality“ lässt sich ungefähr mit den deutschen Worten „Realitäten tauschen“ beschreiben. Und genau das ist auch der Sinn dieser Praktik: User:innen weltweit erschaffen sich mit viel Aufwand und Mühe eine Parallel-Realität, basierend auf ihren liebsten Filmen, Serien oder Büchern und tauchen in diese ein.

Millionen von Menschen und Fans weltweit bezeugen, dass diese Praktik tatsächlich funktioniert. Die Fan-Kultur wird hiermit auf ein neues Level gehoben, da man nun Teil der fiktionalen Welt rund um Harry Potter oder Marvel sein und mit den Charakteren dieser Welten interagieren kann.

Man könnte das „Shifting Realities“-Phänomen auch als eine Mischung aus realeren Tagträumen, Meditation, Astral-Projektion und luzidem Träumen beschreiben. Als Grundlage für diesen Trend gilt die Ansicht, dass es viele verschiedene Parallel-Realitäten gibt und es möglich ist, sich mit dem richtigen Mindset in diese hineinzuversetzen.

Begonnen hat dieser Trend mit dem Harry Potter-Universum. Vor allem Draco Malfoy ist hier unglaublich beliebt, sodass viele (vor allem weibliche) Fans sich eine Realität mit ihrem Lieblingscharakter Draco vorgestellt haben. Und so wurde das Shiften geboren. Neben dem Harry Potter-Universum ist auch das Marvel-Universum ganz vorne mit bei, wenn es um „erträumte Realitäten“ geht.

Bis heute hat der Hashtag #shiftingrealities 2,5 Billionen Videos – und täglich werden es mehr. Hier findet man vor allem Videos über Erfahrungen und Geschichten, die die User:innen beim Shiften in ihrer gewünschten Realität gemacht und erlebt haben, Tipps und Tutorials, wie man es überhaupt schafft zu Shiften und natürlich auch verzweifelte Beschwerden, dass das Shiften nicht funktioniert.

So kannst auch du Shiften

Bevor wir zu der Praxis des Shiftens kommen, möchte ich darauf hinweisen, dass das „Shifting Realities“-Phänomen auch gefährlich werden und Ausmaße annehmen kann, die nicht mehr überblickbar sind. Du solltest in einem guten Mindset sein, bevor du shiftest, um dich nicht in deiner gewünschten Realität zu verlieren und nicht mehr hinauszufinden oder die reale Welt dabei zu vergessen.

Es gibt viele Shifting-Methoden, die momentan im Internet und vor allem auf TikTok kursieren. Alle beinhalten aber eine Kernhandlung: Du musst deinen Körper in eine Art Schlafmodus versetzen, während du bei Bewusstsein bleibst.

Die beliebteste Methode nennt sich „Raven Method“. Dabei legst du dich in einer Seestern-Position auf den Boden, zählst von 100 runter und stellst dir dabei deine gewünschte Realität vor, zum Beispiel die beste Freundin von Hermine im Harry Potter-Universum zu sein. Nachdem du in diese besondere Art von Schlaf-Modus gefallen bist und ‚aufwachst‘ solltest du dich in deiner gewünschten Realität befinden.

Das kann dir beim „Shifting Realities“-Trend helfen, um bessere Erfolge zu erzielen

Es ist noch kein:e Meister:in vom Himmel gefallen. Viele brauchen einen kleinen Anstoß, damit das Shiften auch wirklich funktioniert. Dabei helfen kann dir eine bestimmte Art von Musik, welche sich „subliminals“ (zu Deutsch: unterschwellig) nennt.

Diese Musik besteht oft aus einer Kollektion von Videos oder Audios, die Affirmationen enthalten und entweder schneller oder langsamer bearbeitet wurden, sodass sie kurz unter dem hörbaren Level sind. Diese sind dann über leise Musik oder Regengeräuschen gelegt und sollen dir helfen, deine gewünschte Realität besser zu erreichen.

Shifter:innen benutzen oft auch „safe words“, um zurück in die ‚echte‘ Realität zu finden. Das können Phrasen sein wie „Ich möchte zurück zu meiner momentanen Realität“ oder ein Codewort, welches du dir vorher überlegst, sodass du dich beim Shiften nicht selbst verlierst.

Andere User:innen schreiben sich regelrechte Skripte, um genau vor Augen zu haben, was in ihrer gewünschten Realität passiert, wie sie aussehen, welche Eigenschaften sie haben etc. Auch hier ist wieder die persönliche Präferenz gefragt. Manche Shifter:innen schreiben sich alles auf, andere sprechen ihre Informationen laut vor sich hin. Man kann diese Skripte auch als eine Art geleitete Meditation sehen.

Das Problem mit diesem Trend

Eigentlich hört sich dieser Trend zu schön an, um wahr zu sein. Mit nur ein paar Schritten kann man neben seinen Lieblingscharakteren Abenteuer erleben und sogar mit diesen interagieren. Doch wie jeder Trend hat auch dieser seine (gefährlichen) Nachteile, die man nicht ignorieren sollte.

Zum einen kann es Monate dauern, bis man zum ersten Mal wirklich einen Shifting-Erfolg hat. Nicht jede:r hat eine so große Aufmerksamkeitsspanne oder kann sich direkt in eine Art Halbschlaf versetzen. Doch wo das „nur“ mühselig ist, gibt es noch andere Nachteile, die auch gefährlich sind.

Die letzten beiden Jahre haben uns viel abverlangt. Natürlich ist es normal, wenn man der momentanen Realität entfliehen will und sich lieber in andere Welten flüchtet. Jedoch kann dieser Trend in regelrechten Eskapismus ausarten, der sich in eine krankhafte Art und Weise der Realitätsflucht entwickeln kann. Wenn du dich also wohler in deiner gewünschten Realität fühlst, als in deiner realen, dann solltest du wirklich aufpassen. Wie du den Eskapismus kontrollieren kannst, haben wir für dich zusammengefasst.

„Shifting Realities“: Gefährlicher Hokuspokus oder noch viel mehr?

Wie bei vielen Trends wird auch der „Shifting Realities“-Trend von vielen als Schwachsinn abgetan. Jedoch berichten viele User:innen von ihren tollen Erlebnissen, die sie in ihrer gewünschten Realität erlebt hat. Es auszuprobieren schadet also auf keinen Fall. Du solltest nur im Hinterkopf haben, dass deine „Shifting-Abenteuer“ nicht zu sehr ausarten und dich in deiner fiktionalen Welt verlierst. Happy Shifting!

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