Fate the winx club saga cast besetzung
So sieht der neue Cast der Winx Club-Serie von Netflix aus. Ziemlich problematisch. Foto: Jonathan Hession/NETFLIX © 2020 /

Im Januar hat Netflix endlich die heiß erwartete Live Action-Serie zur Cartoonserie Winx Club herausgebracht. Millennials, die mit der Welt von Alfea und der Anderswelt aufgewachsen sind, konnten es kaum erwarten, so wie ich … und sie wurden hart enttäuscht und das fing schon beim Cast von Fate: The Winx Club Saga an. Und ich erkläre euch auch, warum.

Der Cast von „Fate: The Winx Club Saga“

Schon im September wurde die Besetzung der neuen Netflix-Serie geleaked und es gab geschockte Gesichter unter den Fans, doch wir alle haben und beruhigt mit dem Gedanken: Vielleicht gibt es ja noch Plottwists? Vielleicht hält Netflix einige Figuren geheim oder lässt sie später auftauchen?

Doch spätestens nachdem ich Fate The Winx Club Saga durchgebinched habe, kam die Ernüchterung: Die Besetzung war ein Griff ins Klo und damit hat sich Netflix einen Schnitzer erlaubt, der in den 2020er-Jahren nicht mehr hätte passieren dürfen. 

Der Creator Brian Young von Fate: The Winx Club Saga gab in einem Interview mit dem Guardian an, seine Castingentscheidungen auf der Basis getroffen zu haben, möglichst realistische und authentische Figuren mit hohem Identifizierungspotenzial zu kreieren. Müsste ich das Ergebnis bewerten, dann würde ich sagen: Er war stets bemüht. Mehr aber auch nicht.

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So in etwa kennen & lieben wir die Winx.

Die Winx hatten bereits eine lange Whitewashing-Historie

Aber spulen wir eine paar Jahre zurück, denn die Figuren unseres geliebten Winx Clubs haben schon viele Überarbeitungen über sich ergehen lassen müssen. Und mit jeder neuen Staffel wurde der anfangs sehr diverse Cast weißer und weißer. 

Ursprünglich bestanden die Winx aus den fünf Freundinnen: Bloom, Stella, Tecna, Musa und Flora. Später kam Layla (engl. Aisha) dazu. Die damaligen Show-Creator gaben an, jede Fee einem Idol der 2000er-Jahre nachempfunden zu haben:

  • Bloom: Britney Spears
  • Stella: Cameron Diaz
  • Flora: Jennifer Lopez
  • Musa: Lucy Liu
  • Tecna: P!nk
  • Layla: Beyoncé

Auch die jeweiligen Heimatplaneten der Figuren haben viele Traditionen der jeweiligen ethnischen Kultur der Charaktere übernommen. Damit hatten sie einen ethnisch extrem diversen Cast für diese Zeit. Doch mit jedem Reboot der Serie wurden die Figuren weißer und weißer und weißer…

winx club serie netflix
So sehen die Winx-Comics aktuell aus.(Photo: Netflix)

Und darüber ärgern sich Fans nicht erst seit letztem Jahr. Netflix hätte es also besser machen können und sollen, doch stattdessen haben sie sich dagegen entschieden. Aber: Nicht alles an den Castingentscheidungen ist schlecht, lasst uns deshalb über jede Figur einzeln sprechen:

Anmerkung: Ich kritisiere hier in keinster Weise die Schauspieler:innen der Serie, sondern die Casting- und Storytelling-Entscheidungen des Creators, der Produzent:innen (fast ausschließlich männlich) und Regisseur:innen (immerhin größtenteils weiblich).

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Blooms Besetzung ist on point.

1. Bloom: Abigail Cowen

Bloom ist die Hauptfigur, die mächtigste Fee der Truppe und wir werden zusammen mit ihr als Newbies in die Welt von Alfea eingeführt. Die Schauspielerin Abigail Cowen kennen wir bereits als Hexe aus der Netflix-Verfilmung von The Chilling Adventures of Sabrina. 

In der Serie ist sie die einzige US-Amerikanerin an der Schule, was eine gute dramaturgische Entscheidung war, um die Ausgrenzung, die sie als Mensch dort empfindet zu unterstreichen. Alles in allem eine gute Casting-Entscheidung. Aber um wirklich bei uns anzukommen, hätten wir gern mehr in ihren Kopf geschaut und ihre Entscheidungen besser nachempfinden wollen.

  • Castingentscheidung: passend
  • Relatable? Okay

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Stella gehört zu den beliebtesten Winx überhaupt, doch Netflix scheint sie nicht zu mögen.

2. Stella: Hannah van der Westhuyse

Stella wurde mit der talentierten Hannah van der Westhuyse besetzt und hätte sicherlich großes Potenzial gehabt, die Rolle glänzen zu lassen, aber auch hier wurden viele Charakterzüge der Comic-Stella komplett weggelassen. Stattdessen wird sie zur zickigen Teilantagonistin, ganz als würden es die Drehbuchautor:inen darauf anlegen, dass man sie nicht leiden kann. Auch der Mutterkonflikt ist eher schwach erzählt.

Aber lasst uns an anderer Stelle über die verhunzte Geschichte sprechen. Wenn dich das interessiert, dann lies gern meinen Artikel zu den Fehlern in der Winx Club Saga. Die Castngentscheidung war trotzdem gerechtfertigt und gut.

  • Castingentscheidung: passend
  • Relatable? Nicht wirklich

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Tecna gibt es einfach nicht.

3. Tecna: gestrichen

Tecna ist aus dem großen Futurismus-Trend der 2000er entstanden. Damals war Technik ein großes Thema, wir haben uns vorgestellt, wie wir bald alle in fliegenden Autos sitzen und uns an andere Orte beamen können. Tecna war entsprechend die Fee der Technik, sie hat genau diesen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft repräsentiert.

Inzwischen ist dieser Trend etwas verloren gegangen und wir schauen viel ängstlicher in die Zukunft, Stichwort Klimawandel und Co. Deshalb wurde die Figur vermutlich aus der Serie gestrichen, völlig zu Unrecht, wenn ihr mich fragt. 

Denn wäre es nicht unglaublich spannend gewesen eine Figur zu haben, die sich mit diesen Konflikten auseinandersetzen muss? Und wir sind gerade in der technischen Revolution der Künstlichen Intelligenz. Das hätte ein großes Thema für Tecna sein können.

Vielleicht traut sich Netflix da ja noch in der bereits bestätigten zweiten Staffel von Fate: The Winx Club Saga ran. So, nun sind wir mit allen weißen Figuren durch, also lasst uns auf die Diversity und Relatebillity schauen, die uns versprochen wurde:

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Musa ist in der Netflix-Show eine Mental-Fee statt die Fee der Musik.

4. Musa: Elisha Applebaum

Und hier ging der Shitstorm los, denn als Musa, eine offensichtlich eher ost-asiatische Figur, wurde mit Elisha Applebaum besetzt, die zwar möglicherweise asiatische Wurzeln haben könnte (dazu hat sie sich noch nicht geäußert), trotzdem als „white-passing“ gilt. Warum ist das so ein Problem, wenn eine weiße Schauspielerin eine Rolle spielt, die als PoC angelegt ist?

Generell ist es immer dann ein Problem, wenn die Geschichte nur dann stattfindet, weil die Figur aus ihrer kulturellen und ethnischen Identität heraus handelt. Passiert das in Fate: A Winx Club Saga? Nein, denn in beiden Serien, Comics und Netflix, scheint die Gesellschaft frei von Rassismus.

Alles in allem ähneln sich die Welten, wenn sie auch eine andere Sprache haben. ABER! Hier geht es um Repräsentation: Die Originalschaffer haben sich mit Absicht dafür entschieden, die Serie ansprechend für Kinder auf der ganzen Welt zu machen und da Netflix ebenfalls ein internationales Unternehmen ist und weltweit gestreamt wird, hätten sie diese Entscheidung befürworten müssen.

Davon abgesehen hat auch hier ihr Charakter wenig Gemeinsamkeiten mit der Comic-Musa, aber immerhin ist sie einer der sympathischeren Mädchen und wir verstehen sehr schnell, warum sie sich so ausgrenzt und sich in ihrer Musik verkriecht.

  • Castingentscheidung: fragwürdig
  • Relatabe? ja

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Terra soll der Ersatz für die Winx Flora sein.

5. Flora (aka Terra: Eliot Salt)

Flora wurda nach nach J. Lo. gezeichnet und ist auch optisch eine Latina, dennoch wurde wieder eine weiße Schauspielerin besetzt. Um dem Shitstorm entgegen zu wirken, wurde die Figur dann im Nachhinein umbenannt. Wirklich fragwürdig.

Auch wenn wir die Entscheidung begrüßen, eine curvy Schauspielerin zu besetzen, um mit den gängigen Supermodelklsichees in Teenieserien zu brechen, hätte man trotzdem eine curvy Latina nehmen können. Oder ist das zu viel Diversity auf einmal?

Immerhin ist sie eine der sympathischsten Figuren überhaupt, wenn sie auch leider wieder das Klischee der „dicken, gemobbten, introvertierten Schülerin“ bedient, die leider wenig starke Momente hat. Aber vielleicht kommt das ja noch?

  • Castingentscheidung: fragwürdig
  • Relatabe? ja

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Aishas Rolle ist viel erwachsener und strenger geworden.

6. Layla: Precious Mustapha

Immerhin: Layla haben sie mit einer Schwarzen Schauspielerin besetzt. Allerdings haben sie auch hier ihre starken Charakterzüge aus den Comics verschwinden lassen und sie ist die Glucke des Winx Clubs und mischt sich in deren Leben ein, ohne jemals Dank dafür zu bekommen.

  • Castingentscheidung: gut
  • Relatabe? geht so

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Beatrix ist meiner Meinung nach der beste Winx-Charakter der neuen Netflix-Serie.

7. Die Trix (aka Beatrix: Sadie Soverall)

Das Feindinnen-Trio aus der Serie wurde ebenfalls eingeschmolzen zu einer Person: Beatrix. Und sie stellt zum Glück eine facettenreiche Antagonistin dar, die eben nicht nur böse ist um der Bosheit willen. Dass die Antagonistin die ist, die durchweg sexistische Sprüche bringt und alle Jungs ausnutzt, Drogen mit ihnen nimmt und verführt, ist leider etwas Schwarzweiß. Trotzdem können wir uns in sie fast besser einfühlen als in andere Hauptpersonen der Winx-Clique und das spricht nicht für die Winx.

  • Castingentscheidung: gut
  • Relatabe? irgendwie schon

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Ja bitte Riven, halt einfach die Klappe!

8. Die Spezialisten

Immerhin zwei der Original-Spezialisten haben es bisher in Fate: The Winx Club Saga geschafft: Sky ( Danny Griffin) und Riven (Freddie Thorp). Beide von weißen Schauspielern gespielt. Auch hier zum Ärger einiger Fans, denn für viele war Riven ein asiatischer Charakter. Aber da es für die Männerrollen keine Vorbilder gab, können wir uns nicht wirklich beschweren.

Während Riven zu einem drogenschmeißenden, sexistischen und homophoben Tunichtgut wird, ist Sky der stille Held ohne Charakter. Beides nicht zufriedenstellend und absolut langweilig. 

  • Castingentscheidung: okay
  • Relatabe? nein

Diversity in Netflix‘ Winx?

Naja. Hätte Netflix hier wirklich ein Statement setzen wollen, hätten die Rollen entsprechend besetzt werden müssen. Das hätte noch lange nicht gereicht, denn auch außerhalb der nun nur noch 5 Winx-Girls gibt es Mitschüler, Lehrer, Eltern und magische Feinde, die durchaus ein wenig mehr Diversität vertragen könnten. Ich kann mich an keine curvy Figur erinnern außer an Terra und auch an keinen einzigen asiatischen Charakter. Es reicht eben nicht aus, eine starke Schwarze und eine curvy Heldin zu haben, um sich divers und authentisch nennen zu können.

Fazit: Stets bemüht und doch gescheitert

Und dabei ist der Cast nur eines von wenigen Problemen, die Fate: The Winx Saga hat. Immer wieder werden Comics verfilmt und gewhitewashed. Wir erinnern und an die grauenvolle Verfilmung von Avatar: last Airbender und könenn nur hoffen, dass Netflix aus diesem Backlash lernt und künftig weisere Enstcheidung beim Casting ihrer Schauspieler macht.

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