Unsere Alltagskleidung erlebt vieles mit. Erst sitzt man in der Bahn, dann auf einer Parkbank und anschließend war man vielleicht noch im Supermarkt oder sogar bei einem Arzt oder einer Ärztin. Doch ist es dann überhaupt noch hygienisch, diese „Straßenkleidung“ in der eigenen Wohnung zu tragen? In diesem Artikel zeigen wir dir, wie ekelig das wirklich ist und wann du besonders schnell deine Kleidung wechseln solltest.

Straßenkleidung in der Wohnung: Besteht ein Gesundheitsrisiko?

Allein der Gedanke daran, wo man sich den ganzen Tag über aufgehalten hat und wo man gesessen hat, lässt einen zusammenzucken, wenn man mit den gleichen Klamotten, die man an diesen Orten anhatte, auch in seinem Bett liegt. Doch ist diese Sorge wirklich berechtigt? Können Kleidungsstücke wirklich Keime und Bakterien übertragen?

Tatsächlich ist die Vorstellung davon ekelerregender als die Realität. Die Chancen, dass bestimmte Krankheitserreger über die Kleidung aufgenommen werden und durch Berührung anschließend diese Krankheit auslösen, sind zwar nicht gleich null, allerdings ist das sehr unwahrscheinlich.

Das sagt auch Dr. Thomas A. Russo gegenüber SELF Magazine. Kleidungsstücke können Krankheiten zwar übertragen, jedoch spielen sie eher eine Zwischenrolle. Wenn du dich beispielsweise auf einen Untergrund setzt, auf dem sich Keime befinden, könnten sich diese theoretisch auf deine Kleidung übertragen.

Wenn du das Kleidungsstück, auf dem sich diese Keime befinden, jetzt im richtigen Moment lange genug berührst, könnten sich diese Keime auf deine Finger übertragen. Jetzt müsstest du dir aber noch direkt im Anschluss ins Auge oder in den Mund fassen, damit die Keime in deinen Körper gelangen.

Zudem hängt das Erkrankungsrisiko nicht nur vom Vorhandensein eines Erregers, sondern eben auch von seiner Menge und Konzentration ab. Der Weg eines Krankheitserregers vom Kleidungsstück bis in den Körper ist also relativ lang und unterliegt vielen Eventualitäten.

Straßenkleidung in Wohnung Frau
Bist du Allergiker:in, solltest du deine Straßenklamotten regelmäßig wechseln. Foto: IMAGO/Westend61

Allergiker:innen sollten ihre Straßenkleidung nicht in der Wohnung tragen

Es schadet demnach sicherlich trotzdem nicht, seine Straßenklamotten zu wechseln, sobald man zu Hause angekommen ist. In einigen Fällen ist das sogar erforderlich. So sollten insbesondere Allergiker:innen zur Pollenzeit sofort ihre Straßenklamotten gegen andere Kleidung tauschen und diese am besten auch direkt in die Waschmaschine legen.

Wenn Pollen und Gräser durch die Luft fliegen, heften sie sich nicht nur an Haut und Haare, sondern eben auch an die Kleidung. Trägt man diese Kleidung dann den ganzen Tag oder legt sich damit sogar ins Bett, atmet man die Pollen den ganzen Tag über ein. Für Allergiker:innen ist das weniger vorteilhaft. Kleben die Pollen auch noch an der Bettwäsche, kann einem das auch die ein oder andere schlaflose Nacht bescheren.

In diesem Fall solltest du deine Straßenkleidung sofort wechseln

Es gibt allerdings noch einen weiteren Fall, bei dem du sofort deine Straßenkleidung wechseln solltest. Wenn du in einem Krankenhaus oder an einem anderen Ort arbeitest, an dem du mit kranken Leuten zu tun hast, solltest du deine Straßenkleidung schnellstmöglich wechseln, sobald du dich in deiner Wohnung befindest. Hier ist das Risiko, dass sich viele Keime auf deiner Kleidung befinden, nämlich deutlich größer.

Auch wenn bei dir zu Hause jemand wohnt, der oder die ein geschwächtes Immunsystem, offene Wunden oder andere gesundheitliche Probleme hat, solltest du deine Straßenkleidung wechseln, sobald du zu Hause bist.

Fazit: Straßenkleidung ist nicht so ekelig, wie man denkt

Auch wenn das Tragen von Straßenkleidung innerhalb der Wohnung nicht das Krankheits- oder Ansteckungsrisiko mit sich bringt, welches man zunächst erwartet, so reicht der Gedanke an all die Bakterien und Keime, die sich an der eigenen Kleidung befinden könnten aus, um die Straßenkleidung schnellstmöglich zu wechseln, sobald man zu Hause angekommen ist.

Doch ganz abgesehen davon, ist es doch auch viel bequemer, sich in Jogginghose und Hoodie ins Bett zu legen oder aufs Sofa zu setzten als mit Jeans und Bluse.