Heuschnupfen gehört zu den häufigsten Allergien. Ganze 15 % der erwachsenen Menschen sind von ihr betroffen! Juckende und tränende Augen, eine laufende Nase und ein kratzender Rachen können dabei ganz schön nerven – erst recht, wenn man draußen beispielsweise joggen gehen möchte. Mit ein paar Tipps und Tricks ist der Sport trotz Heuschnupfen aber gar kein Problem.

Was ist Heuschnupfen?

Heuschnupfen oder auch allergischer Schnupfen genannt, ist eine allergische Inhalationskrankheit, die saisonal auftritt. Zumeist zeigen sich die Symptome in der Zeit zwischen April und August, wenn der Pollenflug besonders stark ist. Je nach Allergie können Symptome aber auch bereits im Januar auftreten.

Die Symptome reichen von Niesattacken über eine laufende Nase bis hin zu juckenden und tränenden Augen. Auch kann ein regelrechter Juckreiz im Rachen entstehen, der gefühlt bis zu den Ohren reicht. All das kann den Schlaf beeinflussen und lässt uns am nächsten Tag müde fühlen.

Vorsicht: Eine Allergie sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, auch wenn man sie in der Regel mit frei verkäuflichen Mitteln in den Griff bekommen kann. Eine ärztliche Absprache ist in jedem Fall ratsam. So kann es bei Heuschnupfen nämlich auch zu starkem Husten oder Atemnot kommen. Das ist der Fall, wenn die Allergie auf die Bronchien übergegangen ist. Hieraus kann sich allergisches Asthma entwickeln.

Heuschnupfen und Sport: Ist das eine gute Idee?

Nun könnte man meinen, dass Sport bei all diesen Symptomen des Heuschnupfens keine gute Idee ist. Weit gefehlt! Tatsächlich empfehlen Expert:innen von der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention, kurz DGSP, dass es gerade während der Pollenzeit wichtig ist, sich körperlich zu betätigen.

Normalerweise bekämpft unser Immunsystem schädliche Krankheitserreger. Im Falle des Heuschnupfens reagiert es allerdings auf harmlose Pflanzenpollen. Der Körper generiert passende Antikörper und diese reagieren bei Pollenkontakt, indem Histamin ausgeschüttet wird. Die Folge: Eine Entzündung entsteht und wir bekommen die Allergiebeschwerden zu spüren.

Frau Heuschnupfen
Allergisch gegen Pollen? Dann ist es nicht verkehrt, die Lunge zu trainieren! Foto: canva.com/ nattrass

Während manche nur mit tränenden Augen zu kämpfen haben, wirkt sich der Heuschnupfen bei anderen auch auf die Atemwege aus. Sie haben Reizhusten, Kurzatmigkeit oder entwickeln Atemnot. Dem kann man allerdings entgegenwirken – und zwar, indem man Sport treibt und so seine Lunge stärkt.

Kein Sport ist demnach keine Option, da eine starke Atemmuskulatur vor den negativen Auswirkungen der Pollenallergie schützt. Vor allem Cardiotraining wie das Joggen ist ideal, um dem Heuschnupfen den Kampf anzusagen. Wichtig dabei ist, dass man sich nicht übernimmt. Regelmäßig sollte das Training sein.

Das große Problem beim Joggen im Freien ist, dass Sportler:innen die Pollen beim Training besonders tief einatmen. Daher ist es unbedingt nötig, die Heuschnupfen-Allergie zu behandeln.

Das kann mit Augen- oder Nasensprays gelingen, die Antihistaminika enthalten und welche die entstehenden Histamine blockieren. Auch Antihistamin-Tabletten können helfen. Im Zweifel kann es, je nach Stärke der Symptome nicht schaden, zunächst Rücksprache mit dem Hausarzt oder der Hausärztin zu halten.

Tipps, um trotz Heuschnupfen Sport zu treiben

Zuletzt haben wir noch einige praktische Tipps für dich gesammelt, die dich trotz Heuschnupfen Sport im Freien machen lassen:

  • Achte auf die Pollenflugvorhersage. In der Stadt ist der Pollenflug beispielsweise abends besonders stark. Prophezeit die Vorhersage besonders starken Pollenflug, meide das Outdoor-Training und setze auf ein alternatives Sportprogramm.
  • Treibe bei oder nach einem Regenguss Sport im Freien. Hier sind alle Pollen wie weggewaschen. Warum Joggen bei Regen außerdem lohnt, liest du hier.
  • Behandele deinen Heuschnupfen mit Antihistaminika, um keinen Anfall beim Sport zu riskieren. Nasenspray und Augentropfen solltest du bestenfalls unmittelbar vor deinem Training verwenden.
  • Passe deine körperliche Verfassung deinem Training an. Kommst du etwa außer Atem, mach langsamer! Vergiss zudem nicht, dein Warm-up und dein Cool Down durchzuziehen, um deinen Körper nicht zu überfordern.
  • Die Pollen belasten deine Lunge. Erwarte also keine Höchstleistungen von dir und verausgabe dich nicht über die Maßen. Im worst case könnte das nämlich sogar zu akuter Atemnot führen. Brich das Training in diesem Fall sofort ab!
  • Atme durch die Nase. So befeuchtest du die Pollen etwas und sorgst dafür, dass weniger Pollen in die Lunge gelangen.
  • Wasche deine Sportkleidung direkt nach dem Training und lasse sie nicht im Freien trocknen, um Pollen fernzuhalten.
  • Setze, wenn nötig, auf eine Sportbrille. Diese hält Pollen von den Augen fern.

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