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9 Fehler beim Heizen: Deswegen bezahlst du viel mehr als du musst

Du willst wegen der steigenden Preise im Winter Heizkosten sparen? Dann haben wir hier 9 Tipps, wie du das am besten machen kannst.

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Diese 9 Fehler solltest du umgehen, wenn du Heizkosten sparen willst. Foto: Francesco Carta fotografo via Getty

Momentan haben wir noch nicht das Bedürfnis, unsere Wohnungen zu heizen. Trotzdem wird gerade viel über den Winter und die steigenden Energiekosten geredet. Viele Menschen machen sich Sorgen, wie sie die Inflation und steigenden Preise stemmen sollen. Ein kleiner Teil, den jede:r von uns machen kann, ist versuchen so weit wie möglich zu sparen. Deswegen haben wir hier acht Tipps, wie du effektiv Heizkosten sparen kannst.

Heizkosten sparen: Diese 8 Fehler machen die meisten Menschen

Die Heizung läuft auf Hochtouren und du brauchst trotzdem zwei Decken und Wollsocken, um nicht zu erfrieren? Dann machst du offenkundig etwas falsch. Aber keine Sorge, damit bist du nicht allein. Wir haben uns über die häufigsten Heiz-Fehler schlau gemacht und zeigen dir, wie du zukünftig nicht mehr frieren musst und gleichzeitig Heizkosten sparen kannst.

1. Fehler beim Heizen: Luft im Heizungssystem

Deine Heizung gluckert ein bisschen komisch wenn du sie anmachst? Dann hast du wahrscheinlich Luft im Heizungssystem. Deine Heizung verwendet deswegen mehr Energie und somit zahlst du auch mehr. Wie behebt man das Problem? Ganz einfach, mit einem Entlüfterschlüssel.

Nimm dir eine Schüssel, stelle diese unter das Entlüftungsventil deiner Heizung und öffne dies dann einfach. Danach drehst du das Thermostatventil vollständig auf Stufe 5 auf und lässt den Heizkörper warm werden. Für den letzten Schritt musst du nur noch mal das Entlüftungsventil öffnen, und warten bis anstatt heißer Luft nur noch heißes Wasser herauskommt. Ganz wichtig! Ventil danach wieder fest verschließen und Thermostat runterdrehen!

2. Fehler beim Heizen: Die Heizung auf die höchste Stufe stellen

Du kommst nach Hause, es ist saukalt und du stellst erst einmal alle Heizkörper auf volle Pulle. Was in der Theorie logisch erscheint, erweist sich in der Praxis als unnötige Heizkostenverschwendung. Denn der Heizkörper wird nicht schneller warm, nur weil du ihn ganz hochdrehst. Die Zahlen auf Regler stehen für unterschiedliche Maximal-Temperaturen:

  • * (Sternchen): ca. 5° C, Frostschutz
  • Stufe 1: ca. 12° C
  • Stufe 2: ca. 16° C
  • Stufe 3: ca. 20° C
  • Stufe 4: ca. 24° C
  • Stufe 5: ca. 28° C

28 °C ist nicht nur viel zu warm für einen normalen Raum wie das Wohnzimmer, es dauert natürlich auch entsprechend länger, bis diese Temperatur erreicht ist. Dann ist dir zu heiß und du lüftest. Eine unnötige Verschwendung von Energie und Kosten. Um Heizkosten zu sparen, stelle den Regler immer auf die optimale Raumtemperatur, also Stufe 3. Im Schlafzimmer sollten es sogar nur 16 bis 18 Grad sein.

Tipp: Wer die Temperatur täglich von 21 auf 17 Grad Celsius senkt, kann laut des Immobilienportals Immowelt bereits rund 10 % der Heizkosten einsparen!

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Alles richtig gemacht: Hier steht der Heizkörper frei.(Photo: Getty Images/ alvarez)

3. Fehler beim Heizen: Heizung ganz ausschalten

Die letzte Heizkostenabrechnung hat dir einen mittelschweren Schock verpasst und jetzt stehst du abends noch mal auf, um zu kontrollieren, ob du für die Nacht wirklich alle Heizungen ausgestellt hast? Logischer Gedanke, bringt aber nichts.

Ganz im Gegenteil: Über Nacht oder auch tagsüber, wenn du nicht zu Hause bist und deshalb die Heizung ausgestellt hast, kühlt der Raum komplett aus. Ihn dann wieder warm zu bekommen, kostet dich viel mehr Energie als Räume, die auf konstanter Temperatur gehalten werden. 

Deshalb empfiehlt das Umweltbundesamt: „In Abwägung zwischen ‚Energie einsparen‘ und ‚möglichst wenig Energie zum Wiederaufwärmen verwenden‘ ist es am besten, wenn die Temperatur in Wohn- und Arbeitsräumen nachts um 4 bis 5 Grad Celsius gesenkt wird. Mehr sollte es nicht sein, da sonst zu viel Energie beim Wiederaufheizen benötigt wird.“  Um Heizkosten zu sparen, solltest du die Heizung also nie ganz abschalten, sondern nur etwas runterdrehen.

4. Fehler beim Heizen: Falsches Lüften

Lüften und damit kalte Luft in die Räume lassen, die du ja eigentlich warm bekommen möchtest, hört sich erst einmal widersprüchlich an. Aber gerade im Winter kann die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen sehr hoch werden und zu Schimmel an den Fenstern und Wänden führen. Um das zu vermeiden, lassen viele die Fenster gekippt. Das aber sorgt kaum für den benötigten Luftaustausch und kühlt die Wände rund um das Fenster aus. Um die Temperatur im Raum zu halten, verbraucht deine Heizung hier unnötig viel Energie.

Besser ist regelmäßiges Stoßlüften für mehrere Minuten und am besten in allen Räumen bei geöffneten Türen gleichzeitig. Vor allem am Morgen nach dem Aufstehen sollte zumindest das Schlafzimmer gut durchgelüftet werden, um die feuchte Luft durch trockene auszutauschen und so Schimmel zu vermeiden. 

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Mehrmals am Tag Stoßlüften beugt Schimmel und feuchter Luft vor. Foto: IMAGO / Addictive Stock

5. Fehler beim Heizen: Kurzes Aufheizen

Im Bad haben es die meisten Menschen gern etwas wärmer als in den restlichen Räumen. Damit darin keine tropischen Verhältnisse entstehen, wird hier oft erst kurz vor der Nutzung extrem aufgeheizt. Dadurch hast du es zwar angenehm warm, wenn du aus der Dusche steigst, die Wände aber bleiben weiterhin kalt. Feuchtigkeit aus der Luft kondensiert und es entsteht Schimmel. Auch hier ist die Lösung: Die Heizung auch bei Nichtnutzung nicht komplett ausschalten und mindestens nach dem Duschen ordentlich stoßlüften.

6. Fehler beim Heizen: Undichte Fenster ignorieren

Gerade in Altbauten sind die hübschen alten Holzfensterrahmen zwar ein optisches Highlight, aber auch Gift für deine Heizkostenabrechnung. Sie sind oft nicht ausreichend isoliert und lassen permanent kalte Luft in den Raum strömen. Der dabei entstehende Zug sorgt zudem für eine andauernde Schnupfnase im Winter. 

Die nachhaltigste Lösung wäre hier eine Modernisierung der Fenster. Dabei könntest du bis zu 15 % der Heizkosten sparen. Allerdings ist das oft aus Denkmalschutzgründen oder vonseiten der Vermieter nicht möglich. Dann kannst du aber deine Fenster selbst mit Schaumstoff- oder Gummidichtungsband (auch Profildichtungsband genannt) aus dem Baumarkt nachdichten. Zusätzlich kannst du nachts die Vorhänge bzw. Rollläden schließen und damit bis zu 20 % Wärmeverlust einsparen.

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Wenn du gearde so vor dem Laptop sitzt, sind deine Fenster wahrhscheinlich undicht.(Photo: Getty Images/ Westend61)

7. Fehler beim Heizen: Wäsche auf dem Heizkörper trocknen

Auch dieser Fehler ist nachvollziehbar, aber ausschlaggebend für deine zu hohen Heizkosten. Denn beim Trocknen der Wäsche auf den Heizkörpern staut sich die Wärme unter den Textilien und kann sich nicht im Raum verteilen. Außerdem erhöht sich so die Luftfeuchtigkeit im Raum, was wiederum zu dem oben genannten Schimmel-Problem führt. Um Heizkosten zu sparen und die Luftfeuchtigkeit unten zu halten, solltest du deine Wäsche lieber auf dem guten alten Wäscheständer trocknen.

8. Fehler beim Heizen: Die Heizungen nicht aufeinander abstimmen

Ein weiterer Fehler beim Heizen ist, die Türen offenzulassen. Zieht die warme Luft in unbeheizte Nachbarräume, kann das zu Schimmel führen. Warme Luft weist nämlich eine höhere Luftfeuchtigkeit auf, die hier in die Wände ziehen kann.

Wer passiv heizen, also mehrere Räume gleichzeitig heizen möchte, sollte die Heizkörper der verschiedenen Räume am besten aufeinander abstimmen und die Türen offenlassen. Das spart Energie und Geld, da so die Heizkörper der Nachbarräume nicht noch mehr Leistung aufbringen müssen.

9. Fehler beim Heizen: Heizkörper zustellen & Vorhänge offen lassen

Hübsch sind sie meistens nicht und da erscheint die Idee, Heizkörper mit einem Möbelstück zu verstecken, naheliegend. Viele haben auch den Schreibtisch oder sogar das Bett vor der Heizung stehen. Das sieht vielleicht nett aus, führt aber dazu, dass sich die Wärme staut. Weil sich die warme Luft nicht verteilen kann, bleibt der Raum kalt. Wenn du Heizkosten sparen willst, solltest du deine Heizkörper freihalten. Selbst kleinere Gegenstände vor der Heizung wirken sich bereits negativ auf den Energieverbrauch aus.

Außerdem bringen Gardinen oder Möbel vor den Heizkörper das eingebaute Thermostat völlig durcheinander. Dieses misst permanent in direkter Umgebung der Heizung, ob die gewünschte Zieltemperatur erreicht wurde. Steht allerdings ein Sofa vor dem Heizkörper oder hängt ein Vorhang davor, verläuft die Messung falsch, da sich hier die gesamte Wärme staut. In der Folge steigen der Energieverbrauch und die Heizkosten. Und das nicht wenig! Wer den Heizkörper freistehen lässt, kann bis zu 40 % an Heizkosten einsparen!

Allerdings begeht auch der, der dicke Vorhänge oder Rollläden gar nicht nutzt, einen Fehler. Nach dem Heizen sollten diese am besten zugezogen werden, um die Wärme nicht durch die Fensterzwischenräume entschwinden zu lassen. Hierbei können erneut bis zu 10 % der Heizkosten eingespart werden.

Fazit: Heizkosten sparen leicht gemacht!

Und, hast du dich bei diesen sieben Fehlern ertappt gefühlt? Damit bist du sicher nicht allein. Jetzt, da du weißt, wie du effektiver Heizen kannst, musst du dich nicht mehr vor der nächsten Abrechnung fürchten. Halte dich einfach an unsere Tipps und du wirst merken, wie einfach du mit nur wenigen Veränderungen im Alltag Heizkosten sparen kannst. Und ein letzter Tipp zum Schluss: Gar nicht Heizen ist auch keine Lösung. Im Gegenteil: Wenn sich permanent kalte und feuchte Luft in den Wänden breit machen kann, entsteht Schimmel und Leitungen können bei Nichtnutzung einfrieren. Diese Schäden kosten dich deutlich mehr als das richtige Heizen.

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