Wer gerade keine negativen Gefühle hat, der werfe das erste Zuckerwattebällchen. In der zähen und lang anhaltenden Coronapandemie kommen wir immer wieder an unsere eigenen Grenzen. Die Frage “Wie geht es dir?” wird derzeit meist mit einem Grummeln oder gar mit einem “Den Umständen entsprechend” beantwortet. 

Die negativen Gefühle übernehmen das Ruder, die positiven haben keine Chance dagegen anzukommen. Es sei denn, wir wenden die Sedona-Methode an. Sie verspricht, durch 4 Fragen die schlechten Gefühle auszumerzen. Probieren wir es doch einfach mal aus. Schaden kann es definitiv nicht. 

Die Sedona-Methode: Was ist das überhaupt?

Der Amerikaner Hale Dwoskin verfasste das Buch Die Sedona Methode 🛒aus einem einfachen Grund heraus. Diese Methode, ursprünglich von seinem Lehrer Lester Levenson erdacht, bringt seither überall auf der Welt die Menschen dazu, mit ihren negativen Gefühlen besser umgehen zu können und sie sogar vollkommen zu überwinden. Doch wie funktioniert die Sedona-Methode?

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Negative Gefühle wie Angst, Furcht, Sorgen, Stress, Zorn, Eifersucht oder Neid zerfessen dich. Dann stell dir die richtigen Fragen.(Photo: FG Trade)

Vorbereitung auf die Sedona-Methode: Schlechte Gefühle identifizieren

Zunächst sollte man sich darüber bewusst werden, welche Gefühle einen eigentlich gerade so runterziehen. Sind es Gefühle wie Angst, Furcht, Sorgen, Stress, Zorn, Eifersucht oder Neid? Gerade in Zeiten der Coronapandemie ist diese Frage besonders wichtig. 

Viele Menschen sind derzeit enttäuscht von der Politik, haben Existenzängste, vermissen ihre Familie und Freunde, bekommen handfeste Wut oder langweilen sich einfach nur im Lockdown. All das sind Emotionen, über die wir nicht hinwegsehen sollten. Im Gegenteil: Wir sollten sie erkennen und – wenn möglich – ausmerzen.

Anwendung der Sedona-Technik: 4 Fragen zu deinen Gefühlen

Sobald du herausgefunden hast, welche Gefühle dich triggern, kannst du damit beginnen, sie zu bekämpfen. Egal, ob es Angst, Wut oder Frustration ist: Mit den 4 Fragen von Hale Dwoskin kannst du diesem Gefühl entgegengehen.

Hinweis: Es ist vollkommen in Ordnung, sich mal schlecht zu fühlen. Das sagt selbst der Autor des Buches Hale Dwoskin. Doch sich zu lange zu sehr vom eigenen Negativismus herunterziehen zu lassen, ist weder gesund noch hilfreich. 

1. Sedona-Frage: Kannst das Gefühl akzeptieren?

Hier gibt es keine richtige Antwort. Entweder kannst du dein negatives Gefühl akzeptieren oder nicht. Niemand kann dir da etwas vorschreiben. Existenziell ist dabei, dass du ehrlich auf die Frage antwortest und nicht allzu lange darüber nachdenkst. 

Natürlich ist der erste Impuls zu sagen: “Nein, ich kann es nicht akzeptieren. Deswegen versuche ich ja die Sedona-Methode.” Es ist aber nach Hale Dwoskin auch möglich, seine negativen Gefühle zu akzeptieren und sie somit nicht so nah an sich herankommen zu lassen. 

Ein Beispiel dafür ist körperlicher Schmerz. Es gibt viele wissenschaftliche Experimente, die beweisen, dass körperlicher Schmerz aushaltbarer ist, wenn er akzeptiert wird. Wer weiß, dass er ein Gefühl ertragen muss, der kann es theoretisch auf leichter ertragen. Es ist aber – wie gesagt – kein Muss. Bei dieser Frage ist jede Antwort möglich.

Negativität kann auch durch einen ungesunden Lebensstil kommen. Wir haben Tipps 5 Tipps für dich, um gesünder zu leben.

2. Ist es möglich, das Gefühl für einen Moment loszulassen?

Diese Frage ist eine Trickfrage und eine Aufforderung zugleich. Hier spielt die Antwort eigentlich keine besonders große Rolle. Egal, ob du “Ja” oder “Nein” antwortest: Du wirst dazu gezwungen, dich in das Gefühl hinein zu spüren und es zu benennen. Hale Dwoskin beschreibt, dass allgemein gehaltene Gefühle wie Stress oder Wut nicht gut losgelassen werden können. Man hat sich bereits so daran gewöhnt zu sagen “Ich habe Stress”, dass das eigentliche Gefühl dabei ins Hintertreffen gerät. 

Wenn du also versucht, das Gefühl “Stress” loszulassen, dann konzentrierst du dich auf deinen Körper: Spürst du eine Last auf deinen Schultern? Spürst du ein Kuddelmuddel an Gedanken im Kopf? Und letztendlich: Kannst du dich davon distanzieren?

Hinweis: Hale Dwoskin sagt übrigens, dass es immer möglich ist, deine negativen Gefühle loszulassen. Ein Beispiel dafür ist ein großer Familienstreit. In der einen Sekunde fliegen die Fetzen, in der nächsten ruft dein: Angebetete:r an. In diesem Moment ist es möglich, in freundlichem und normalem Tonfall zu telefonieren, nur um danach das Streitgespräch wieder aufzunehmen. Für Dwoskin der Beweis, dass man seine Gefühle loslassen kann.

3. Willst du das Gefühl überhaupt loslassen?

Eine gemeine Frage, die aber dringend notwendig ist, um seiner eigenen Negativität Herr zu werden. Deine negativen Gedanken können ein Schutzschild sein, um gegenteilige Meinungen nicht zulassen zu müssen. Es kann auch sein, dass du (noch) ganz gerne an deiner Wut festhältst, da sie dir Halt gibt. 

Auch Liebeskummer kann ein solches Gefühl sein, das man nicht loslassen will. Ein altbekanntes Gefühl ist bequem und liegt innerhalb deiner Komfortzone. Neue Gefühle müssen erst erprobt werden und sich ungewiss.

Auch bei dieser Frage gibt es nach Hale Dwoskin kein richtig oder falsch. Jeder muss seine Negativität im eigenen Rhythmus bekämpfen. Bekämpfen wollen. Sei einfach ehrlich zu dir selbst. 

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Auch in unserem Podcast sprechen wir die negativen Gefühle an, die uns Corona bescheren. Es hilft schon zu wissen, dass andere genauso fühlen wie man selbst.

4. Wann ist es soweit?

Abschließend, so Hale Dwoskin, sollte man sich einen Zeitplan setzen, in dem es möglich ist, seine Negativität zu überwinden. Wenn du die Wann-Frage schon jetzt eindeutig beantworten kannst, bist du bereits auf dem besten Wege. 

Du musst nicht unbedingt mit “genau jetzt” oder “morgen früh” antworten. Es gibt auch negative Gefühle, die noch eine Weile andauern. “Diesen Frühling” oder “in 5 Monaten” sind ebenso gute Antworten. Auch hier ist das Wichtigste, ehrlich zu sich selbst zu sein und sich nicht zu belügen.

Die Sedona-Methode bringt nur was, wenn man sie ausprobiert

Leider bringt es dir gar nichts, die 4 Fragen der Sedona-Methode auswendig zu lernen und dann zu glauben, dass dein Negativismus verschwindet. Viel wichtiger ist, dass du offen und ehrlich auf jede Frage antwortest und sie für dich selbst einordnest. 

Noch mehr Lebenshilfe gibt es bei uns: Mit Self-Nudging zu mehr Selbstdisziplin. Bekämpfe dein schlechtes Gewissen mit dieser Methode. Ganz wichtig beim Glücklichwerden: Die innere Balance finden. Wir zeigen 5 Wege, mit denen du selbst zu innerer Balance kommst.

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