Wenn ich erst meinen Traumjob habe, dann werde ich glücklich sein!“ Wie oft hast du dich genauso selbst motiviert? Egal, ob der perfekte Körper, eine Beziehung, ein erfüllendes Hobby: Wir denken, wir müssen diesen einen Meilenstein erreichen, damit wir für immer glücklich sind. Oft ist das Glück nur kurzfristig. Wie werden wir also glücklich?

In der Psychologie gibt es verschiedene Modelle, die hinterfragen, die sich diese Frage stellen. Das PERMA-Modell ist eine Antwort darauf und basiert auf 5 Säulen des Glücks.

Was ist Glück & was macht glücklich?

Glück und das Glücklichsein sind die wohl wichtigsten Maßstäbe im Leben, denn nur ein glückliches und zufriedenes Leben ist ein gutes Leben. Soweit zumindest das Verständnis in unserer Gesellschaft.

Glück bezeichnet laut dem Duden gleich mehrere Zustände, weshalb wir auch in unserer Sprache zwischen glücklich sein und Glück haben unterscheiden. Wir wollen uns dem Glücklichsein widmen, also dem „Zustand der inneren Befriedigung und Hochstimmung„.

Schon in unserer Sprache ist klar: Glücklich sein, hat etwas damit zu tun, wie viel wir von dem haben, was wir gern hätten (Befriedigung). Es liegt also an uns selbst diesen Wert zu definieren. Welche Wünsche und Vorstellungen machen uns also glücklich, wenn sie erfüllt werden?

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Was macht uns glücklich? Die Wissenschaft hat viele Antworten. Foto: unsplash /

Die 5 Säulen des Glücks: Das PERMA-Modell

In der Positiven Psychologie hat einer der führenden Wissenschaftler (Martin Seligman) aufgrund seiner Forschungen ein Glücksmodell entwickelt, welches die fünf Grundsäulen des Glücks einer einzelnen Person bilden: das PERMA-Modell.

  • P = Positive Emotionen
  • E = Engagement
  • R = Relationship/ Beziehungen
  • M = Meaning/ Sinn
  • A = Achievement/ Erfolge

Diese Säulen zeigen, dass die meisten Bausteine zum Glück aus dir selbst kommen müssen, wie etwa eine positive Lebenseinstellung, Engagement. Aber auch die eigenen Stärken und Fähigkeiten einzusetzen, daraus zu schöpfen und dem eigenen Handeln und Denken einen Sinn zu verleihen.

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In den Grundbedürfnissen des Glücks sind wir Menschen gleich. Foto: shutterstock/Maria Markevich / Foto: shutterstock/Maria Markevich /

Aktuelle Studien zum Glücklichsein

Spaltet man diese Säulen genauer auf, dann findet man in verschiedensten Studien viele kleine Ergebnisse, die uns darauf hinweisen, was uns als gesamte Menschheit glücklich macht:

  • Eine Studie fand, dass glückliche Personen in deinem Umfeld dich selbst auch glücklicher machen.
  • Testpersonen bewerteten ihr momentanes Wohlbefinden als glücklicher, wenn sie in der Natur befragt wurden anstatt in der Stadt. Regelmäßiges Waldbaden sollte auf jeden Fall auf deine To-Do Liste für ein glücklicheres Leben.
  • Wer sich mit einem Gefühl der Dankbarkeit an bereits erlebte glückliche Ereignisse zurückerinnert, ist glücklicher. Dankbarsein lernen, zahlt sich also aus.
  • Glücklicher sind Menschen, die ihr Glück an soziale Aspekte heften wie Beziehung, Familie oder Freunde anstatt an materielle Werte wie viel Geld oder ein großes Haus.
  • Apropos: Eine gute Karriere macht dich nicht glücklicher. Tatsächlich ist es umgekehrt, glaubt man Sonja Luyubomirsky: Ihren Forschungen zufolge geht das Glück dem Erfolg voraus.
  • Geld ausgeben kann glücklich machen, aber eher dann, wenn du es in Erfahrungen steckst als in Objekte. Ebenfalls glücklich macht es auch, Geld für andere Menschen auszugeben.
  • Bleiben wir beim Geld: Denn Geld macht auch nicht glücklicher, je mehr es wird. Ab einem Jahresgehalt von ca. 63.000 € stagniert das Glücksgefühl darüber.
  • Das zeigt auch eine andere Studie, die Millionäre und Normalverdiener verglich und herausfand, dass das erhöhte Glücksgefühl der Millionäre nicht auf das Geld, sondern ihre aktive Freizeitgestaltung zurückzuführen war.

Je nach Lebensbereich sind es also verschiedene Dinge, die uns Menschen als Einheit glücklich machen.

Wie sieht ein glückliches Leben also konkret aus?

Das sagt also in der Theorie die Forschung. Aber was sagen die Menschen, wenn man sie ganz direkt fragt, was sie glücklich macht? Eine Umfrage von Secret.de hat 1.000 Deutschen genau diese Frage gestellt:

  • 70 % Gesundheit
  • 67 % finanzielle Sicherheit
  • 60 % Familie & Kinder
  • 54 % ein guter Job
  • 52 % harmonische Beziehung
  • 54 % Männer & 36 % Frauen wollen ein erfülltes Sexualleben
  • 50 % Frauen & 42 % Männer ein gesundes Selbstwertgefühl
  • 50 % gutes Essen
  • 49 % Freizeit
  • 41 % Reisen
  • 23 % regelmäßig Sport
  • 26 % Erreichen von Zielen

Diese Umfrage stimmt nicht zu 100 % überein mit den vorher genannten Forschungsergebnissen, in denen etwa der Freizeit und Sportfaktor als wichtiger eingeschätzt wurde. Haben wir also einfach die falschen Ziele, wenn es um das Glücklichsein geht?

Nun wissen wir, was in der Theorie glücklich macht und auch wie die Deutschen ihr glückliches Leben gewichten. Umso spannender ist es jetzt wirklich konkret zu werden. Deshalb haben wir aus Neugier einmal bei uns in der Redaktion herumgefragt, was junge Frauen eigentlich glücklich macht.

Anm. d. Red.: Manche Glücksmomente wurden unter einem Pseudonym geteilt.

Was macht dich glücklich, nach einem anstrengenden Tag auf Arbeit?

  • Das Nachhause kommen in eine aufgeräumte Wohnung. Dann gieße ich meine Pflanzen und bin happy. Wenn gar nichts geht: Musik aufdrehen und mitsingen. Wioletta, 27
  • Die Laufschuhe schnüren, laute Musik auf die Ohren und dem Sonnenuntergang entgegenrennen. Susanne, 27
  • Mich in meine Schlabberhose, mein Schlafshirt und Kuschelsocken zu werfen und mich in mein Bett zu kuscheln mit einem heißen Tee und eine Folge meines liebsten Comfort Binges anmachen. Lisa, 26
  • Warm anziehen & ein langen Spaziergang an der frischen Luft machen. Am besten bei Wind, um sich die Gedanken aus dem Kopf pusten zu lassen. Lola, 19
  • Einfach die Ruhe zu Hause genießen, einen Becher Eis aus dem Kühlfach holen und vor die Glotze hauen. Hannah, 32
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Nichts läuft richtig? Das heitert unsere Befragten auf. Foto: Unsplash/Milan Popovic / Foto: Unsplash/Milan Popovic /

Was macht dich glücklich, wenn gerade alles im Leben schief läuft?

  • Meditation. Wenn alles um mich herum schief läuft, hilft es mir, mich auf mich zu konzentrieren und zu merken, dass wenigstens in meinem Körper alles seinen Gang geht. Lola, 19
  • Aus der Stadt rauskommen, ab in die Natur und beim Blick in den Himmel und mit den Geräuschen der Natur auf den Ohren merken, dass alles gar nicht so schlimm ist, solange es noch solche Orte auf der Welt gibt. Lisa, 26
  • Zeit mit meinen Freunden, denn hier fühle ich mich wohl und wertgeschätzt, bekomme Unterstützung und Mut zugesprochen. Wioletta, 27
  • Mir Rat und Beistand von meiner Familie holen. Auch wenn ich dabei eigentlich immer wie ein Wasserfall heulen muss, hilft es mir dabei, meine Gedanken zu sortieren. Susanne, 27
  • Wenn gerade alles schief läuft, hilft es mir immer einfach mal den Ort zu wechseln. Einfach mal raus aus der Bude, frische Luft tanken, was anderes sehen. Am besten geht das, wenn ich irgendwo aufs Wasser gucken kann. Lisa, 26
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Freundschaften und Beziehungen können glücklich machen. Foto: imago/Westend61 / Foto: imago/Westend61 /

Was macht dich glücklich in einer Beziehung oder Freundschaft?

  • Wenn derjenige/diejenige mich wirklich gut kennt und an mich denkt bei seinen oder ihren Planungen. Wioletta, 27
  • Richtig guter Sex. Wenn ich liebevolle Liebkosungen bekomme, kann ich davon manchmal noch Tage später zehren. Susanne, 27
  • Die kleinen Dinge: Zum einen machen mich kleine Nachrichten glücklich, in denen man einfach nur fragt, wie es mir geht oder ob ich gut angekommen bin. Noch glücklicher macht es mich, wenn mir Freunde oder mein Partner zeigen, wie gut sie mich kennen, indem sie mir zum Beispiel meine Lieblingssüßigkeit mitbringen. Lisa, 26
  • Ungeteilte Aufmerksamkeit! Wenn ich das Gefühl habe, mein Gegenüber interessiert sich für das was ich sage und ist mit den Gedanken nicht irgendwo anders, macht mich das glücklich. Lola, 19
  • Wenn mein Partner meine Sorgen und Nöte ernst nimmt und mich bei meinen Zielen zu 100 % unterstützt – und ich das Gefühl habe, auch gebraucht zu werden. Hannah, 32

Was macht dich glücklich, wenn du dich einsam fühlst?

  • Einsamkeit ist meiner Meinung nach nur eine Betrachtungsweise. Ich versuche, mich in diesen Momenten daran zu erinnern, dass – auch wenn ich gerade niemanden zu haben scheine – noch immer mich selbst habe. Susanne, 27
  • Wenn es ein längerer Zustand ist, dann starte ich meistens neue Hobbies, allein oder mit anderen Menschen. Das Lernen von neuen Fähigkeiten hilft mir, mich abzulenken und auch selbst mehr zu mögen. Wioletta, 27
  • Wenn ich einsam bin, lasse ich meistens die Gilmore Girls laufen und stelle mir einfach vor, ich würde dazugehören. Dann hole ich meine Leinwand raus und nehme mir mal wieder die Zeit kreativ zu werden. Lisa, 26
  • Ich versuche auf gut Glück meine beste Freundin anzurufen oder zu facetimen, um einfach jemanden zu haben, mit dem ich mich austauschen kann. Lola, 19
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Auch Selbstliebe ist ein wichtiger Schritt zum Glücklichsein. Foto: Unsolash/Wesley Tingey

Was an dir selbst macht dich glücklich?

  • Das Wissen, dass ich mittlerweile genau weiß, wer ich bin und was ich kann – aber auch, wo meine Grenzen sind. Diese auch zu kommunizieren, ist mir lange Zeit schwer gefallen. Aber jetzt, da ich auch “nein” sagen kann, geht es mir viel besser. Hannah. 32
  • Die Tatsache, dass ich mich immer zu 100% auf mich verlassen kann. Das heißt nicht, dass ich mir immer nur gut tue. Doch wichtig ist, dass ich mich selbst nicht im negativen Sinne überraschen kann. Susanne, 27
  • Mein Interesse an neuen Dingen und Menschen. Diese Eigenschaft hat mich langfristig schon sehr glücklich gemacht, weshalb ich wiederum glücklich bin, sie zu haben. Lola, 19
  • Meine Entspanntheit. Ich habe schon immer ungern zu viele Gefühle in Sinnlosigkeiten gesteckt. Aber ich werde immer besser darin, Ereignisse entspannt zu sehen und mich erst einmal zu fragen, was ich davon halte, bevor die Emotionen mir dazwischen reden. Wioletta, 27

Wie wirst du glücklich? Finde deine Säulen!

Jeder definiert selbst seine ganz persönlichen Säulen des Glücks und hat kleine Aufmunterer, doch schauen wir uns die Antworten aus unserer Redaktion an, dann sind es doch oft ähnliche Grundbausteine: Natur, Familie, Beziehung, Selbstvertrauen, Hobbys und dann die ganz kleinen Dinge im Leben.

Das wichtigste Ergebnis aller Studien ist jedoch die Einstellung der Menschen. Wer positiv denkt, zieht Positives an und wird auf Dauer glücklicher sein.