Es gibt viele Angewohnheiten, die wir gerne nicht hätten. Sei es unpünktlich zu sein oder Dinge gerne mal auf die lange Bank zu schieben. Wusstest du aber, dass beispielsweise Leonardo da Vinci ein Profi des Prokrastinierens war? Er hat nämlich ganze 16 Jahre an der Mona Lisa gemalt. Und auch andere Persönlichkeiten wie der verstorbene Steve Jobs waren bekannt dafür, das kleine Laster zu haben, Dinge vor sich herzuschieben. Welche Laster sogar gut für dich sind und dich klüger machen können, erfährst du hier.

Kleine Laster sind nicht unbedingt etwas Negatives

Seit wir klein wird, werden wir dazu erzogen, wie wir uns von der besten Seite zeigen können. Sei es von unserem Elternhaus, in der Schule oder während einer Beziehung. So werden manche Dinge als gut und andere als weniger gut für uns eingestuft. Viele der Angewohnheiten, die in unseren Köpfen jedoch als schlecht gelten, haben sogar positive Auswirkungen auf unseren Körper und unseren Geist. Welche kleinen Laster uns sogar klüger machen.

1. Laster: Lange Schlafen

Erfolgreiche Menschen liegen nicht bis in die Puppen im Bett, sondern stehen früh auf, um etwas zu erreichen. Michelle Obama beispielsweise macht um 4:30 Uhr schon Frühsport und der Chef von Apple, Tim Cook, steht jeden Tag um 3:45 Uhr auf. Langschläfer werden häufig nicht gern gesehen und als faul abgestempelt. Dabei liegt es in unserer Genetik, ob wir Früh- oder Spätaufsteher sind. Das sagt zumindest der Schlaf-Doktor Michael Breus in seinem Buch The Power of when.

Eine Vielzahl von Menschen ist demnach „nicht dafür gemacht, regelmäßig um 5 Uhr morgens aufzuwachen.“ Das ist aber keine schlechte Angewohnheit, im Gegenteil. So haben viele Studien bewiesen, dass Langschläfer der Welt nicht nur offener gegenüberstehen, sondern auch resistenter gegen Stress und allgemein sehr ausgeglichene Menschen sind.

2. Laster: Kaugummi kauen

Kaugummi kauen sehen viele als schlechte Angewohnheit. Die meisten sind nicht abbaubar und damit umweltschädlich. Dazu gilt Kaugummikauen als unfein. Kauend in Bewerbungsgesprächen zu sitzen, ist tatsächlich unelegant, dafür haben Kaugummis viele andere Vorteile.

Schwarze Kultur Ohringe
Shot of an unrecognizable woman blowing a bubble with her gum against a grey background outdoors Foto: Getty Images/ Delmaine Donson

Zuckerfreie Kaugummis schützen die Zähne, sorgen für weniger Stress und verbessern die Laune. Außerdem machen Kaugummis dich klüger. Einige Studien zeigen, dass das Kauen die Aufmerksamkeit steigert und Kaugummikauer in Intelligenztests bessere Ergebnisse als ihre Vergleichsgruppen erzielten.

3. Laster: Chaos am Arbeitsplatz

Ein unaufgeräumter Arbeitsplatz heißt nicht, dass du im Chaos versinkst. Im Gegenteil. Wer ständig mit Aufräumen beschäftigt ist, hat weniger Zeit für die wichtigen Dinge. Laut einer aktuellen Studie motiviert Unordnung dazu, in anderen Bereichen nach Ordnung zu suchen und die Zielstrebigkeit zu fördern

Frau Schreibtisch Chaos Unordnung
Chaos hilft besonders kreativen Menschen neue Lösungen zu finden. Foto: istock.com/miljko /

Auch für Kreative wirkt das eigentliche Laster Wunder. In einem anderen Experiment gab Kathleen Vohs von der Universität Minnesota ihren Probanden Tischtennisbälle, für die sie neue Nutzungsmöglichkeiten entwickeln sollten. Die erste Gruppe saß an einem aufgeräumten, die Zweite an einem unordentlichen Schreibtisch. Diejenigen, die im Chaos saßen, fanden weitaus kreativere und originellere Ideen.

Das zeigt, dass Unordentlichkeit uns veranlasst, unkonventioneller zu denken anstatt in traditionellen Denkmustern zu versacken.

4. Laster: Zappeln

Aus der Schule kennen wir alle die Zappelphilipps, die keine Sekunde ruhig sitzen konnten und ständig auf ihren Stühlen kippelten. Die kleinen Laster haben die Lehrer regelmäßig an den Rand der Verzweiflung gebracht. Dabei hatte das Umherzappeln einen guten Grund, der sogar klüger macht. 

Bewegung beeinflusst unsere Gehirnfunktionen. Das Gehirn wird besser durchblutet und das Nervensystem wird leistungsfähiger. Sport macht intelligent. Wer regelmäßig in Bewegung bleibt, fördert bildet neue Synapsen und Zellen, die die Aufmerksamkeit und Konzentration steigern können. Auch Vokabeln pauken sich am besten in Bewegung.

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Tagträume können dir bei kniffligen Aufgaben helfen.(Photo: pexels.com/Wesley Carvalho)

5. Laster: Tagträumen

Tagträumen ist letztendlich nicht viel anders als Aufschieben. Dabei sind die kurzen geistigen Ausflüge wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung und die geistige Gesundheit. Eine Studie zeigte, dass bereits zwölf Minuten intensives Tagträumen ausreichen, um eine aktuelles und schwieriges Problem zu lösen.

Kleine Laster haben eine große Wirkung

Nicht jedes kleine Laster ist automatisch eine Belastung. Vor allem nicht, wenn sie unsere Konzentration fördern und uns klüger machen können. Vermeintlcihe Schwächen lassen sich mit kleinen Tricks und Kniffen ganz einfach in Stärken umwandeln, die unser Denken beeinflussen können.

Allerdings: Wenn dich deine schlechten Angewohnheiten mehr belasten, als sie dir nützen, dann kannst du hier nachlesen, wie du sie loswirst.

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