Selbstliebe ist kein Zustand, der per Fingerschnippen aufkommt, sondern ein lebenslanger Prozess. Regelmäßige Selbstreflexion, Pausen nehmen, Grenzen setzen, Stärken feiern und Schwächen akzeptieren – all das muss permanent geschehen, um mit sich im Reinen zu sein. Wer also einmal im mental state der Selbstliebe angekommen ist, verweilt dort nicht zwangsläufig für immer. Umso wichtiger ist es, sich regelmäßig zu fragen: Liebe ich mich selbst genug? Wir zeigen dir, woran du erkennst, dass du momentan keine Selbstliebe in dir trägst.

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Kennst du schon den Wein & Weiber-Podcast vom wmn-Magazin? In dieser Folge spricht Lisa über ihre Selbstzweifel und gibt wertvolle Tipps, wie man sie loswird.

Keine Selbstliebe? Was heißt das überhaupt?

Selbstliebe meint, dass man sich voll umfassend selbst annimmt und liebt – so wie man ist, mit allen vermeintlichen Fehlern und persönlichen Schwächen. Selbstliebe ist damit ein wesentlicher Bestandteil des Selbstwertgefühls. Allerdings ist die Selbstliebe deutlich vom Narzissmus, also der Selbstverliebtheit abzugrenzen. Mehr zum Unterschied zwischen Selbstliebe und Narzissmus liest du hier.

Bereits der Psychoanalytiker Erich Fromm und zahlreiche folgende Psycholog:innen sind der Auffassung, dass Selbstliebe den Grundstein für gesunde Beziehungen legt. Nur wer sich selbst liebt, so meinte Fromm, wäre auch imstande, andere Menschen zu lieben.

Das Problem? Keine Selbstliebe in sich zu tragen, ist weit verbreitet. Das Gute? Selbstliebe kann erlernt werden! Wir haben dir zum Beispiel in einem anderen Artikel bereits sieben Selbstliebe-Übungen vorgestellt.

3 Anzeichen, dass du dich mehr um dich kümmern solltest

Doch woran merkt man eigentlich, dass man keine Selbstliebe bzw. zu wenig davon in sich trägt? Wir zeigen dir drei Anzeichen, die dir verraten, dass du mal wieder etwas mehr Zeit in die Stärkung deines Selbstwertes und deiner mentalen Gesundheit stecken solltest…

1. Die anderen sind hübscher, intelligenter & erfolgreicher?

Neid ist eine völlig natürliche menschliche Emotion – und zugleich nicht ohne Grund eine der sieben biblischen Todsünden. Daher sollten wir, wann immer das Gefühl aufkommt, versuchen, es zu hinterfragen.

Der erste Fehler ist zumeist schon, sich mit anderen zu vergleichen. Es wird immer jemanden geben, der weißere Zähne, einen höheren IQ oder einen besser bezahlten Job hat. Wer aufhört, sich an diesen Menschen zu messen und beginnt, sich einzig an sich zu messen, hat bereits gewonnen. Und vergiss dabei nie, dass soziale Netzwerke aller Art es häufig nur so wirken lassen, als hätten die anderen ein strahlendes Leben.

Frau Spiegel
Höre auf, dich ständig zu vergleichen! Miss dich lieber an deinem gestrigen Ich. Credit: IMAGO/ Westend61

2. Wann warst du zuletzt stolz auf dich?

Die meisten Menschen sind Meister:innen darin, mit Komplimenten und mit Lob um sich zu werfen – allerdings nur, wenn es um andere geht. Wer keine Selbstliebe in sich trägt, vergisst zumeist völlig, auch mal auf sich selbst stolz zu sein. Stattdessen nörgeln Menschen mit wenig ausgeprägter Selbstliebe ständig an sich herum. Sie schimpfen auf ihre Figur oder darüber, dass sie einen Fehler auf der Arbeit begangen haben.

Unser Tipp? Versuche nicht immer das Haar in der Suppe zu finden. Schreib stattdessen täglich auf, was du richtig gut hinbekommen hast! Damit gestehst du dir den Respekt ein, den du auch anderen Menschen gegenüber hast.

Weiterlesen: Du möchtest wissen, wie man anderen Menschen Komplimente machen kann und was ein Dankbarkeitstagebuch bringt? Hier erfährst du mehr.

Frau Liste
Dir fällt es schwer, stolz auf dich zu sein? Dann beginne deine Erfolge schriftlich festzuhalten und ein Dankbarkeitstagebuch zu führen. Credit: imago images/Westend61

3. Die Meinung der anderen bestimmt dein Handeln und Denken?

Kennst du das Gefühl, auf der Arbeit mit Kolleginnen gesprochen zu haben und auf dem gesamten Heimweg fragst du dich, ob sie dich sympathisch finden oder warum du diese eine Geschichte nun unbedingt erzählen musstest?!

Wer sich immerzu fragt, was andere denken und im worst case sogar das eigene Handeln danach ausrichtet, indem er das nächste Mal lieber schweigt, um diese Gedanken nicht wieder zu haben, verfügt über keine Selbstliebe. Natürlich wollen wir alle gemocht werden, aber sich permanent darüber Gedanken zu machen, versperrt den Weg in eine glückliche Zukunft und zu einem authentischen Ich.

Und sollten die anderen doch mal etwas kritisieren? Dann saugt man alles Konstruktive daran auf und sollte versuchen, es um Himmels willen nicht persönlich zu nehmen. Wer Kritik als Chance versteht, sich weiterzuentwickeln, hat eine gesunde Einstellung zu sich und der eigenen Umwelt. Selbstzweifel sind hier fehl am Platz.

Weiterlesen: Erfahre hier, wie man Kritik annehmen kann und daraus etwas für die Zukunft lernt.

Keine Selbstliebe? Kein Problem! Das kann man lernen.

Die wenigsten kommen auf die Welt und lieben sich voller Inbrunst selbst. Die meisten müssen das erst lernen oder regelmäßig ihre Liebe zu sich selbst stärken. Das kann für jede:n etwas anderes bedeuten. Während die oder der eine lernen muss, Nein zu sagen, muss sich der oder die Nächste vielleicht noch mehr in Selbstakzeptanz üben.

Zuletzt kann es in Sachen Selbstliebe auch helfen, persönliche Schwächen zu akzeptieren, Grenzen zu setzen und zu lernen, authentisch zu sein. Wer regelmäßig seine Selbstliebeübungen absolviert, wird sich bald schon weniger vergleichen, runtermachen und grübeln. Auf eine Zukunft, in der wir stolz von den Dächern rufen können: „Ja, ich liebe mich!“

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