Faul sein ist in der Gesellschaft verpönt. Dabei ist es ungemein wichtig! Warum du öfter mal entspannen & gar nichts tun solltest, lernst du hier.

Faul sein ist gesellschaftlich verpönt. In einer Welt, in der es immer höher, schneller und weiter gehen muss, kommt es gar nicht gut an, wenn man sich mit der Eigenschaft des Faulseins schmückt. Mittlerweile haben allerdings viele verstanden, dass stete Optimierung auch nach hinten losgehen kann.

Begriffe wie das süße Nichtstun, Entschleunigung und Achtsamkeit sind auf dem Vormarsch. Bedeutet das jetzt auch ein Umdenken in Sachen Faulheit? Immerhin ist heute sogar weltweiter Tag des Faulenzens. Was hinter diesem Tag steckt und warum faul sein auf Dauer dein Leben bereichern wird, liest du hier.

Faul sein, aber bitte nicht nur am Tag des Faulenzens!

Faul. Allein dem Wort hängt etwas Schlechtes und Verdorbenes an. Wie etwa ein fauler Apfel, der in der Obstschale vergessen wurde. Doch bereits seit 1976 soll Faulheit gesellschaftsfähig gemacht werden. Seither wird nämlich jedes Jahr am 22. März in den USA der nationale Tag des Faulenzens begangen, der auch National-Goof-Off Day genannt wird.

Frau faul
Am 22. März ist nationaler Goof-Off Day! Zeit, die Beine hochzulegen und uns eine wohlverdiente Pause zu gönnen. Credit: IMAGO / Westend61

Entstanden ist der Faulenzertag durch den Amerikaner William D. Chase, der den Chases Calender of Events mitbegründet hat, in dem kuriose Feiertage des angloamerikanischen Raums festgehalten werden. Doch nicht er allein hat diesen Tag erfunden: Dabei geholfen hat ihm angeblich seine Enkeltochter Monica Dufour. Am 22. März 1976 hielt Chase ein Radio-Interview ab, bei dem er die Zuhörer:innen um Einsendungen für weitere Kalendervorschläge bat. Die damals 10-jährige Enkelin Dufour rief kurzerhand mit verstellter Stimme an und schlug den Tag des Faulenzens vor.

Der Vorschlag schien gefruchtet zu haben. Als Dufour ihrem Großvater den Streich am nächsten Tag beichtete, soll der angeblich nur lächelnd die Lokalzeitung hervorgeholt haben, in welcher der Aufruf zu einem Goof-Off Day enthalten war. Seither zählt der Faulenzertag zu den kuriosen Feiertagen und soll dazu animieren, sich öfter mal von äußeren Zwängen frei zu machen.

Übrigens: Natürlich handelt es sich bei diesem Kalendertag um keinen gesetzlichen Feiertag, sondern vielmehr um einen Spaßtag. Wusstest du, dass der 22. März im Übrigen auch der Weltwassertag, der von der UNO initiiert wurde, außerdem der Brokkoli-Tag sowie der Internationale Tag der Seehunde ist?

Frau Stress
Einfach mal nichts tun und faul sein ist wichtig für die eigene Gesundheit. Denn wir stehen heute ständig unter Stress. Credit: IMAGO / Westend61

Spaßtag hin oder her – Faul sein bietet zahlreiche Vorteile

Ganz gleich, ob dieser Tag nichts weiter als ein kurioser Kalendereintrag mit einer putzigen Hintergrundgeschichte ist, sollten wir das Thema dahinter dennoch ernst nehmen. Denn faul sein sollte eindeutig wieder en vogue sein. Erst recht, wenn man bedenkt, dass Faulenzen nicht nur unserer Seele, sondern auch unserem Körper und Geist guttut. Welche Vorteile der ein oder andere faule Moment mit sich bringen:

1. Faul sein für den Blutdruck

La Dolce Fare Niente, zu Deutsch: das süße Nichtstun. Klingt auf den ersten Blick einfach, ist es aber ganz und gar nicht. Denn viele fühlen sich bereits bei einer kleinen Pause, in der sie rein gar nichts tun, gestresst, da immerzu Gedanken an ihnen nagen, was sie noch alles zu tun haben. Doch faul sein und einfach mal nichts zu tun, ohne diese fear of missing out ist ungemein wichtig für unsere Gesundheit. Expert:innen wissen schon lange, dass nicht allein der Stress Krankheiten wie Burn-out begünstigen, sondern dass es die fehlenden Erholungszeiten für den Körper sind, die einen langfristig ausbrennen lassen.

Wer sich öfter mal Pausen zum Durchatmen genehmigt oder gar einen Mittagsschlaf erlaubt, wird Studien zufolge nicht nur entspannter und erhöht die eigene Frustrationstoleranz, sondern senkt auch nachweislich seinen Blutdruck. Außerdem kann kurzzeitiges faul sein auch die Konzentration verbessern und die Stimmung anheben.

Wie du außerdem Stress abbaust liest du hier.

2. Faul sein macht kreativ

Faulenzen befördert im Übrigen auch die Kreativität. Das ergab zumindest eine Studie der University of California in Santa Barbara. Proband:innen die hier zunächst langweilige Aufgaben lösen mussten, zeigten sich im Anschluss 40 % innovativer und kreativer!

Wer sich also im Alltag Pausen gönnt und alle Ablenkungen aussperrt, also auch den Laptop zuklappt und das Handy in den Flugmodus versetzt, kann zu wahren Höhenflügen der Kreativität ansetzen. Wer nicht auf der Couch liegen und die weiße Decke anstarren will, kann stattdessen auch Unkraut jäten, spazieren oder Mandalas ausmalen – Hauptsache der Kopf wird auf Durchzug geschaltet.

Wie du deine Gedanken abschalten kannst, liest du hier.

Frau Muschel
Wie ein Kind am Strand Muscheln sammeln und an nichts denken. Bewahre dir dieses Gefühl, indem du ab und an im Alltag faul bist. Credit: IMAGO / Westend61

3. Faul sein richtet den Fokus neu aus

Am Faulenzertag und auch sonst sollten wir auch deshalb einfach mal nichts tun, weil das unsere Effizienz erhöht und unsere Prioritäten neu ausrichtet. Wie jetzt faul sein und gleichzeitig effizient? Ganz richtig. Denn nach der Pause im Alltag werden einzelne Aufgaben motivierter und besonders effizient angegangen, ganz so wie viele Student:innen die auf dem letzten Drücker ihre Hausarbeiten abgeben. Zugleich sorgen faule Pausen dafür, dass Prioritäten gesetzt werden. Unnötiges wird so viel eher aussortiert.

Faul sein passt nicht in deinen Alltag? Nimm dir die Zeit und lies hier, wie man das Nein-Sagen lernt.

Faul sein: Eine Eigenschaft, die jede:r braucht!

„Ich bin heute faul.“ Auf eine Zukunft, in der dieser Satz nicht auf Empörung stößt, sondern ein entspanntes „Cool, ich war gestern so richtig faul“ hervorruft. Denn am Ende des Tages sollten wir den Blick nicht dafür verlieren, was wirklich wichtig ist: glücklich und gesund zu sein.

Warum faul sein und Sport machen sich nicht ausschließen, siehst du hier…

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