Vielleicht ist dir bereits das Nahrungsergänzungsmittel Guarana untergekommen? Dieses pflanzliche Pulver flutet zurzeit den Food-Markt und wird als wahrer Wachmacher für alle gehandelt, die keinen Kaffee mögen. 

In diesem Artikel verraten wir, woher der Ersatzkaffee kommt und welche Wirkungen Guarana neben dem wachmachenden Effekt außerdem hat.

Die Herkunft & Wirkung von Guarana

Die Guarana-Pflanze wächst in den (sub-)tropischen Regenwäldern des Amazonas. Obwohl sie zu den Seifenbaumgewächsen zählt, wächst sie nicht wie ein Baum, sondern viel eher einer Liane, die bis zu 15 Meter hoch werden kann. An ihrem Ende wachsen kapselartige Früchte, welche kleine schwarze Samen enthalten. Sobald sie reif ist, öffnet sich die Frucht und offenbart diese kleinen schwarzen Samen, aus denen das Guarana gewonnen wird.

Dafür werden die Samen bis zu sechs Tagen nach der aufwendigen Ernte, immerhin müssen die Früchte nach langem Fußmarsch aus den Regenwäldern beschafft werden, in einem Sack gelagert. In dieser Zeit löst sich die Schale von den Samen, welche in dieser Zeit ihren Koffeingehalt auf ganze sechs Prozent ansteigen lassen

Guarana Samen
So sehen die stark koffeinhaltigen Guarana-Samen aus, bevor sie zu Pulver verarbeitet werden.(Photo: imago images/rawf8)

Anschließend werden die Samen in der Sonne getrocknet und zu dem Pulver gemahlen, welches wir hierzulande kaufen können. Mittlerweile gibt es Guarana auch als fertiges Getränk, als Kapseln, als Kaugummi oder sogar als Müsli-Riegel zu kaufen. 

Übrigens: Vor dem Hintergrund der langen Transportwege und der Tatsache, dass Guarana nicht monokulturell angebaut wird, sondern aus dem natürlichen Umfeld des Regenwaldes gewonnen wird, sollte es in Maßen genossen werden. Aus ökologischer Sicht sollte zudem darauf geachtet werden, dass nur solche Produkte gekauft werden, die Bio-und Fairtrade-Siegel aufweisen.

Das steckt in der Amazonas-Pflanze

Guarana ist voll von Koffein. Das fertig gemahlene Pulver kann so gut und gerne einen Koffeingehalt bis zu 7,6 % aufweisen. Zum Vergleich: Kaffee weist gerade einmal einen Koffeingehalt von 1,3 % auf. Doch nicht nur deswegen macht Guarana dem Kaffee ordentlich Konkurrenz. 

Frau Kaffee
Vielen schmeckt Kaffee schlicht nicht, andere vertragen ihn nicht. Guarana ist da die perfekte Alternative, aber auch mit Vorsicht zu genießen!(Photo: Getty Images/ Willie B. Thomas)

Guarana für die Verdauung

Darüber hinaus soll es in Sachen Verdauung auch deutlich verträglicher als der gute alte Kaffee sein. Saures Aufstoßen und ein grummelnder Magen? Das gibt es bei Guarana nicht. Zudem entwickelt sich sein Potenzial langsam und hält dadurch länger an. Denn die Gerbstoffe des Guaranas sind an das Koffein gebunden, die sich erst nach und nach abbauen. Bei all den Vorteilen sollten jedoch nicht die Nebenwirkungen von Guarana unterschätzt werden.

Zu viel Guarana bewirkt das Gegenteil

Denn der hohe Koffeingehalt ist nicht nur ein Segen. Wer am Tag mehr als vier Gramm zu sich nimmt, erlebt leicht die negative Wirkung von Guarana wie Herzrasen, Bluthochdruck, Zittern und Schlafstörungen. Achte daher beim Verzehr immer auf den genauen Koffeingehalt auf der Packung, der kann nämlich schwanken. Schwangere und Menschen, die unter Bluthochdruck leiden, sollten dagegen ganz auf die Wunderpflanze aus dem Amazonas verzichten.

Wirkung von Guarana? Mehr als nur ein Wachmacher

Dass Guarana aufgrund des Koffeingehalts wach macht, unsere Gehirnaktivität steigert und uns leistungsfähiger macht, ist klar. Doch welche Guarana-Wirkungen gibt es noch? Wir zeigen dir die wichtigsten fünf:

1. Guarana unterstützt die Verdauung

Guarana wird gerne auch als Durchfallmittel oder gegen Blähungen genutzt. Das liegt an den enthaltenen Gerbstoffen und Saponinen, welche Bakterien abtöten und den Magen-Darm-Bereich zusammenziehen. Außerdem unterstützt es bei er Entgiftung des Darms und reinigt so den Verdauungsapparat. Kein Wunder, dass die Wirkung von Guarana daher auch in Sachen Anti-Kater-Mittel voll durchgeschlagen hat.

Wusstest du, dass Guarana die Libido steigern kann? In diesem Video findest du weitere natürliche Lustmacher.

2. Guarana wirkt aphrodisierend 

Du möchtest deine Libido ankurbeln, um dein Sexleben noch mehr zu genießen? Die Wirkung von Guarana macht das möglich, denn das Koffein macht nicht nur wach, sondern hat auch stimulierende Eigenschaften. Noch mehr natürliches Aphrodisiakum findest du hier.

3. Guarana regt die Blutzirkulation an

Das Koffein bringt auch eine weitere positive Wirkung von Guarana hervor. Denn es stimuliert das vasomotorische Zentrum, sodass unser Herz häufiger und kräftiger schlägt. Im Übrigen wird dadurch auch die Blutzirkulation angekurbelt, sodass Guarana auch als natürliches Schmerzmittel dienen kann!

4. Guarana hat eine blutverdünnende Wirkung

Eine weitere Wirkung von Guarana ist, dass es durch die Catechine und dem Koffein als Anti-Thrombozyten-Mittel genutzt wird. Durch die blutverdünnende Wirkung kann kardiovaskulären Erkrankungen wie beispielsweise Thrombosen oder Blutgerinnseln vorgebeugt werden.

Tee
Zuletzt kann Guarana auch Menstruationsbeschwerden lindern und hilft, wach durch die Zeit der Periode zu kommen.(Photo: imago images/Westend61)

5. Guarana lindert Menstruationsbeschwerden

Die Wirkung von Guarana ist vor allem für Frauen ein echter Segen, die unter Menstruationsbeschwerden leiden. Denn es unterstützt einen natürlichen Zyklus und lindert Beschwerden wie Unterleibsschmerzen. Außerdem gibt es allen Frauen, die sich müde und abgeschlagen fühlen, den nötigen Energiekick, um munter durch die Woche zu kommen.

Die Wirkung von Guarana ist vielfältig & mit Vorsicht zu genießen

Die Wirkung von Guarana klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Ein echter Alleskönner, diese Pflanze aus dem Amazonas: lindert schmerzen, macht fit, hält gesund… Ganz so einfach ist es aber nicht. Immerhin handelt es sich hierbei immer noch um ein Nahrungsergänzungsmittel, welches auch seine Tücken hat. Behalte das also im Hinterkopf und probiere auch weitere Kaffee-Alternativen aus, um deine richtige Wahl zu treffen.

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