Gibt es wirklich eine Formal für das ewige Leben?

Nur die Wenigsten schaffen es tatsächlich, sich an die Regeln eines wahrhaft gesunden Lebensstils zu halten. Die Wissenschaftler:innen der Organisation Blue Zones plädieren dafür, dass es eine bestimmte Formel gibt, um dem Tod wenigstens bis ins hohe Alter von der Schippe zu springen. Die meisten von uns wird es überraschen, dass vor allem ein Nahrungsmittel in dieser Formel eine besondere Rolle spielt: Wir erklären, warum wir jeden Tag Bohnen essen sollten.

Bohnen und blaue Zonen: Was haben sie miteinander zu tun?

Es gibt Regionen auf der Welt, in denen Menschen besonders alt werden und dabei noch sehr gesund bleiben: Das sind sogenannte blaue Zonen. Die Wissenschaftler:innen der Schweizer Forschungsgruppe Bluezones rund um den Forscher Dan Buettner haben über 150 verschiedene Studien über die Ernährungsgewohnheiten der Menschen ausgewertet.

Dabei kam heraus, dass die Menschen, die am ältesten wurden, eine ähnliche Ernährungsweise aufweisen. Zu diesen blauen Zonen gehören unter anderem: Okinawa in Japan, Sardinien in Italien, die Nicoya-Halbinsel in Costa Rica, Ikaria in Griechenland und Loma Linda in Kalifornien. Auch Tibet und Nepal gehörten zu den Gebieten, die sich besonders gesund ernähren.

Sojabohnen
Auch Edamame sind sehr gesund. Foto: Pexels /

Worum geht es bei den Blue Zones?

Dan Buettner und den Wissenschaftler:innen gelang es, aus den untersuchten Datensätze für jedermann und jede Frau umsetzbare Ernährungsrichtlinien aufzustellen. Diese sollen dafür sorgen, dass auch wir die gesündesten Ernährungsgewohnheiten der Menschen in den Ländern, die zu den blauen Zonen gehören, übernehmen können.

Die Richtlinien teilen sich in monatliche, wöchentliche und mögliche Ziele auf.

Monatliche Ziele:

  • Weniger als 60 Gramm Fleisch im Monat zu sich nehmen.
  • Weniger Milchprodukte konsumieren.

Wöchentliche Ziele:

  • Weniger als 3 Eier in der Woche essen.
  • Weniger als 90 Gramm Fisch in der Woche essen.

Täglich:

  • Weniger als 7 Teelöffel Zucker am Tag.
  • 1-2 Hände voll Nüssen essen.
  • 7 Gläser Wasser am Tag zu sich nehmen.
  • Wenig bis gar keine Nahrungsmittel, die stark verarbeitet sind.
  • Eine halbe bis eine ganze Tasse Bohnen zu sich nehmen.

Die ganze Titelgeschichte von Dan Buettner, die im National Geographic gedruckt wurde, kannst du hier nachlesen.

Jeden Tag Bohnen essen

In den Blauen Zonen dieser Erde essen die Menschen beinahe zu jeder Mahlzeit eine kleine Portion Bohnen. Das ist bei uns in Deutschland eher unüblich. In Costa Rica (Nicoya) isst man sehr viele schwarze Bohnen. In den mediterranen Ländern wie Italien stehen Linsen, weiße Bohnen und Kichererbsen auf dem Speiseplan. Sojabohnen werden in Japan sehr gerne gegessen. In Nepal und Tibet bestehen ebenfalls viele Speisen teilweise aus Linsen.

Bohnen sind ein Superfood

Wie gut Bohnen wirklich für den Körper sind, erkennen wir an ihren Nährwerten. Durchschnittlich bestehen sie aus 21 % Protein, 77 % komplexen Kohlenhydraten und 2 % Fett. Die komplexen Kohlehydrate halten im Gegensatz zu einfachen Kohlenhydraten viel länger satt und stillen den Hunger besser. Außerdem haben sie viele Mineral- und Ballaststoffe.

Laut der Organisation Blue Zone sollte man also mindestens eine halbe Tasse Bohnen am Tag zu sich nehmen. Je mehr, desto besser. Eine Empfehlung, welche Bohnen die besten sind, gibt die Organisation nicht. Hier sollte jede:r auf den persönlichen Geschmack vertrauen.

Das Bohnen-Problem bekämpfen

Die schwer verdaulichen Kohlenhydrate in den Bohnen führen dazu, dass sie manchen Menschen besonders schwer im Magen liegen. Wenn sie im Körper zersetzt werden, dann entstehen nämlich Gase im Darm. Diese können sich durchaus unangenehm anfühlen und beim Austreten aus dem Körper (als Pups) auch unangenehm für Mitmenschen sein. Um diese Gase weitgehend zu vermeiden, kann man die Bohnen mit Kümmel, Anis oder Fenchel würzen. Auch ein Tee aus diesen Gewürzen kann den Darm sehr beruhigen.

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