Kein Frühstück zu essen, galt lange Zeit als absolutes No Go. Besonders Kindern wurde immer wieder eingebläut, wie wichtig die erste Mahlzeit des Tages sei.  Immerhin bräuchten sie „etwas im Magen“, da sie sonst nicht genug Kraft und Konzentration hätten. 

Doch stimmt das wirklich? Was ist nun dran, an dem ach so empfohlenen und beliebten Frühstück? Ist es wirklich ungesund, kein Frühstück zu essen? wmn hat mit einer Ernährungsexpertin darüber gesprochen. Ihre Antworten haben uns mehr als überrascht!

Kein Frühstück: Ist das wirklich so schlimm?

Wie eine Umfrage von yougov ergab, nimmt der überwiegende Teil der Deutschen morgens etwas zu sich. Allerdings waren viele schon mit einem Kaffee zufrieden. Die Hälfte der Befragten gab zumindest an, das „schwarze Gold“ zu trinken. Besonders die Älteren mochten Kaffee, die 18- bis 24-Jährigen präferierten eher Tee. Bei dieser Altersgruppe kam Müsli zum Frühstück besonders gut an. Dagegen frühstückten die Älteren eher Brotwaren mit Aufschnitt oder Marmelade. Nur 9 % der Befragten gaben an, dass sie gar nicht frühstücken.

Leben diese 9 % nun deutlich ungesünder als der Rest, weil sie kein Frühstück essen? Nein, sagt Ernährungsexpertin Maren Zimmermann*. Dass Frühstück die wichtigste Mahlzeit sei, stimme einfach nicht. „Das ist absolut widerlegt. Man muss morgens nichts frühstücken!“

Aber wer morgens noch kein Frühstück mag, der sollte sich auch nichts reinzwingen.

Maren Zimmermann

Ernährung sei etwas sehr Individuelles. Jeder müsse buchstäblich auf sein Bauchgefühl hören: „Das ist Typsache. Es gibt Menschen, die müssen morgens etwas essen, weil sie sonst nicht aus den Puschen kommen und das ihr Ritual ist. Dann ist das auch total in Ordnung. Aber wer morgens noch kein Frühstück mag, der sollte sich auch nichts reinzwingen.“

Klimaschädliche Lebensmittel
Ein Frühstück ist viele der perfekte Start in den Tag. (Photo: stockcreations/ Shutterstock)

Frühstücken wird überbewertet

Wer das Frühstück weglässt, folgt intuitiv dem Modell des Intervallfastens, das wir hier schon mal näher erklärt haben. „Bei dem 16:8-Modell (16 Stunden fasten, 8 Stunden essen) wird ja auch eine Mahlzeit ausgelassen – entweder das Abendessen oder eben das Frühstück. Dann wird auch erst mittags das erste Mal etwas zu sich genommen. Es spricht überhaupt nichts dagegen, die erste Mahlzeit mittags zu essen.“

Viel wichtiger, so die Expertin, sei es, darauf zu achten, was man esse. Ein süßes Frühstück mit hellem Brötchen und Marmelade sättigt nur kurzfristig und treibt den Blutzuckerspiegel in die Höhe. Haferflocken mit Früchten und Joghurt halten dagegen länger satt und sind gesund.

Du möchtest mal was anderes trinken als Kaffee? Hier im Video gibt’s tolle Alternativen:

Fazit: Kein Frühstück – kein Problem!

Die Behauptung den Tag unbedingt mit einem Frühstück beginnen zu müssen, ist also definitiv widerlegt. Wenn morgens außer einem Tee oder Kaffee nichts runterbekommst, musste du dir keine Gedanken machen. Der Körper sagt ganz von allein, wann er hungrig ist. Unsere Expertin hat es deutlich gemacht: Zum Frühstück zwingen solltest du dich in jedem Fall nicht. Kein Frühstück ist wirklich kein Problem!

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*Maren Zimmermann arbeitet als Ernährungsberaterin & Food-Journalistin. Hier gibt’s mehr Informationen: maren-zimmermann.com