Schlechte Essgewohnheiten können sich auf verschiedene Weise äußern: Vielleicht hast du dir angewöhnt, zum Kühlschrank zu gehen, wenn dir langweilig ist, obwohl du gar keinen Hunger hast. Du isst dann aus Gewohnheit und nicht, weil du wirklich hungrig bist. Hier sind 4 weitere Eigenschaften, die dich dein Essverhalten überdenken lassen sollten.

Wie entstehen schlechte Essgewohnheiten?

Unser Gehirn macht es sich leider sehr einfach: Wenn bestimmte Aktivitäten immer wieder nach einem bestimmten Schema oder in einer bestimmten Reihenfolge stattfindet, verknüpft das Gehirn sie miteinander und macht daraus eine Gewohnheit. Das eine geht nicht mehr ohne das andere. Wenn du es dir beispielsweise zur Angewohnheit gemacht hast, beim Serie gucken immer eine Tüte Chips aufzumachen, so wird sich, sobald du den Fernseher oder das Laptop angemacht hast, dein Appetit melden.

Natürlich ist es absolut okay, sich hin und wieder Chips zu gönnen. Problematisch wird es, wenn du die Serie nicht mehr ohne Chips genießen kannst. Dann hat sich die Nascherei zu einer schlechten Essgewohnheit entwickelt.

4 Eigenschaften, die auf schlechte Essgewohnheiten hindeuten

Gerade wenn es um Essen geht, gibt es eine Reihe ungünstiger Verknüpfungen im Gehirn. Diese fallen uns selbst vielleicht gar nicht auf. Daher findest du hier 4 Hinweise, die auf schlechte Essgewohnheiten hindeuten.

1. Du isst vor dem Fernseher

Um beim Beispiel zu bleiben: Die meisten Menschen setzen sich zum Essen vor den Fernseher oder scrollen am Handy. Ich bin da leider keine Ausnahme. Für mich gibt es kaum etwas Gemütlicheres, als es mir mit meinem Abendbrot auf der Couch bequem zu machen und mich beim Essen berieseln zu lassen. Dabei ist längst bekannt: Wer sich beim Essen ablenken lässt, merkt nicht, wann er oder sie satt ist und nimmt mehr Kalorien zu sich, als nötig.

Wie sehr beide Aktivitäten miteinander verknüpft sind, habe ich erst gemerkt, als ich mich bewusst mit dem Rücken zum Fernseher an den Tisch gesetzt habe, um zu essen. Ungewohnt – aber irgendwie gut. Tatsächlich nimmt man Geschmack, Geruch und Aussehen des Essens viel mehr wahr und weiß die Mahlzeit noch mehr zu schätzen.

Junge Frau isst Pizza vor dem Fernseher
Wir alle tun es: Essen vor dem Fernseher. Foto: Getty Images / VioletaStoimenova

2. Du brauchst nur 10 Minuten zum Essen

Kauen? Klar, kaue ich! Und trotzdem ist der Teller in weniger als 10 Minuten leer. Woran das liegt? Oft schlingen wir unser Essen hinunter, ohne es zu merken. Auch hier spielt Ablenkung eine große Rolle. Man konzentriert sich auf das, was gerade auf dem Bildschirm abläuft, und spachtelt nebenbei einfach rein.

Manchmal hat man aber auch einen Bärenhunger und glaubt, das Essen in ebenso tierischer Geschwindigkeit verputzen zu müssen. Dabei schlucken wir nur jede Menge Luft mit runter, die uns später in Form von Rülpsern und Blähungen darauf aufmerksam macht, dass man sich für die Mahlzeit auch etwas mehr Zeit hätte lassen können.

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3. Dein Teller wird immer leer gegessen

Wurde dir auch beigebracht, deinen Teller artig leer zu essen, damit es morgen schönes Wetter gibt? Leider trainiert man damit intuitiv essenden Kindern ab, auf ihr Hungergefühl zu hören. Stattdessen wird das Essen zu einer Aufgabe, die es zu erfüllen gilt – schließlich wollen wir unsere Eltern stolz machen. Als Erwachsene:r hat man dann jedoch das Problem, dass sich das Aufessen zu einer schlechten Essgewohnheit etabliert hat, die man gar nicht so leicht wieder loswird.

Nice to know: Versuche, beim Essen genau in dich hineinzuhören. Expert:innen empfehlen, eine Pause einzulegen, wenn man sich zu ca. 80 Prozent satt fühlt. Nach etwa 10 Minuten kann man sich dann entscheiden, ob man wirklich satt ist oder doch noch etwas essen möchte.

4. Du bist ständig auf Diät

Wie Umfragen zeigen, sind nur die wenigsten Frauen mit ihrem Körper zufrieden. Für ihr Wunschgewicht und ihre Traumfigur achten sie permanent darauf, was und wie viel sie essen. Wie schade! Denn so geht nicht nur die Lust am Essen verloren – es schadet auch langfristig dem Körper.

Denn sobald die Diät beendet ist, schlägt der JoJo-Effekt erbarmungslos zu. Grund dafür: Während der Diät gewöhnt sich der Körper an, aus dem wenigen Essen so viel Energie wie möglich zu ziehen. Gleichzeitig läuft der Stoffwechsel auf Sparflamme – es gibt ja nicht viel, was man verbrennen könnte.

Isst man dann wieder „normal“, versucht der Körper, aus den größeren Portionen so viele Reserven wie möglich anzulegen – die nächste Diät kommt ja bestimmt. Die Folge: Du nimmst alle mühsam abgenommenen Kilos wieder zu.

Besser: Eine ausgewogene, gesunde Ernährung, die dich satt macht und deinen Körper mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. Läuft dein Stoffwechsel normal und nicht mehr im Diät-Modus, kannst du dir hin und wieder auch bedenkenlos eine Nascherei gönnen. Der Körper ist dann in der Lage, so etwas auszugleichen.

Fazit: So löst du dich von schlechten Essgewohnheiten

Der erste Schritt ist bereits getan. Denn bevor du dich von deinen schlechten Essgewohnheiten befreien kannst, musst du dir zunächst einmal darüber im Klaren sein, welche Angewohnheiten das überhaupt sind.

Mache kleine Schritte auf deinem Weg zu einem gesünderen Essverhalten. Von heute auf morgen alles umzukrempeln, ist sicher nicht der richtige Weg. Und: Kleine Rückfälle sind völlig normal und total in Ordnung!

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