Auch wenn es wohl niemand gerne zugibt: Umfragen zufolge pinkeln 80 Prozent der Menschen hin und wieder in die Dusche. Die Dunkelziffer dürfte noch deutlich höher sein. Doch gerade für Frauen könnte das unangenehme Folgen haben, wie eine Expertin erklärt.

Warum pinkeln manche Leute in die Dusche?

Es klingt ekelig, aber tatsächlich hat das Pinkeln unter der Dusche für manche Leute entscheidende Vorteile. Dazu gehören:

  • Zeitersparnis: Klar, wenn man nicht nacheinander Toilette und Dusche benutzt, spart es Zeit, wenn man beim Duschen einfach laufen lässt.
  • Wasserersparnis: Eine Toilettenspülung benötigt 6 bis 9 Liter Wasser. Die spart man sich, wenn man unter der Dusche pinkelt. Außerdem benötigt man kein Toilettenpapier, spart also auch hier Geld.
  • Sauberkeit: In die Dusche zu pinkeln, klingt erstmal extrem unhygienisch. Tatsächlich ist es aber eine saubere Sache. So kann man sich direkt nach dem Pinkeln mit warmem Wasser reinigen. Das ist deutlich hygienischer, als die Reinigung mit trockenem Toilettenpapier.
  • Hygiene: Sich nicht auf eine mit Keimen belasteten Toilettenbrille setzen zu müssen, hat vor allem für Frauen einen entscheidenden Vorteil. Auf Klobrillen befinden sich Bakterien, die durch die kurze Harnröhre der Frau leicht in den Körper eindringen und dort zu Blasenentzündungen und Harnwegsinfekten führen können. Diese Gefahr besteht in der Dusche nicht.
Frau beim Duschen
In der Dusche zu pinkeln, kann schmerzhaft enden. Foto: IMAGO / Westend61

Warum ist es ungesund, einen Rest in der Blase zu haben?

In die Dusche zu pinkeln ist normal, aber es ist wohl auch ungesund. Eine Gynäkologin, Dr. Stacey Picart, erklärte dem Tyla-Magazin, warum das so ist. Der Grund, warum es für manche Frauen ungesund sein könnte, sich in der Dusche zu erleichtern ist, dass man hier seine Blase nicht richtig leeren kann. Das liegt an der Position: Sitzen vs. stehen. Auf der Toilette sitzen wir und die Beckenbodenmuskulatur kann komplett losgelassen werden. So läuft der gesamte Urin aus der Blase heraus. Wenn wir aber im Stehen pinkeln, ist die Oberschenkelmuskulatur weit weniger entspannt. Da unsere Muskeln angespannt sind, kann nicht das ganze Pipi aus der Blase ausgeschieden werden und es bleibt ein gewisser Rest zurück.

Durch langes Anhalten von Urin können Infektionen und Entzündungen entstehen. Urin ist ein Abfallprodukt des Körpers und er sollte so schnell wie möglich den Körper verlassen, damit die darin enthaltenen Bakterien keine Chance haben, deine Blase zu infizieren.

In die Dusche zu pinkeln ist nicht schlimm, aber wer es regelmäßig tut, läuft Gefahr, sich an diese Art des Wasserlassens zu gewöhnen, so die Ärztin Picart. So bleibt immer ein bisschen Urin zurück und es kann richtig ungesund für die Blase werden.

Weiterlesen: Auch beim Sex kann man sich eine böse Blasenentzündung einfangen. Wie du Sex ohne Blasenentzündungen haben kannst, erklären wir dir hier.

Weitere Gründe gegen das Pinkeln in der Dusche

Picart fährt fort und gibt weitere Gründe, warum man nicht in der Dusche urinieren sollte. Ihrer Meinung nach trainiert man seinen Körper und seine Psyche darauf hin, zu pinkeln, obwohl man es eigentlich gar nicht muss. So gewöhnt sich die Blase daran, bei sehr viel weniger Quantität bereits pinkeln zu wollen. Die Blase verliert somit vielleicht ihr hohes Fassungsvermögen: „Du verlierst die Fähigkeit, hohe Urinvolumen zu halten.“

Ein weiteres Problem sei das Duschwasser. Picart sagt, dass das Hören des Duschwassers beim Pinkeln das Gehirn darauf trainieren kann, immer bei laufendem Wasser pinkeln zu wollen. Es könnte passieren, dass du bald immer dann zur Toilette musst, wenn irgendwo in deiner Nähe Wasser läuft.

Spargel Urin
Die perfekte Position fürs Pinkeln ist sitzen oder hocken. Foto: IMAGO / agefotostock

Expertin erklärt: So pinkelt man richtig

Die Ärztin gibt einige Tipps, wie man am besten Pinkeln sollte. Die 5 wichtigsten Punkte lauten:

  1. Nur dann pinkeln, wenn du auch wirklich musst.
  2. Setze oder hocke dich beim Pinkeln hin.
  3. Versuche nicht, mitten drin den Strahl abzubrechen.
  4. Genug Wasser trinken, um die Blase immer in Arbeit zu halten.

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