Obwohl wir eigentich auf den Frühling zusteuern, ist es noch immer kalt und klamm in Deutschland. Da kommt vor allem eines ans Licht: Wie gut kommst du mit Kälte klar? In einer Zeit, in der stundenlange Spaziergänge die einzige Möglichkeit am Tag für viele Menschen ist, um mal vor die Tür zu kommen, sind die heftigen Minusgrade ein echtes Problem. Denn bei vielen reicht es einfach nicht aus, die Mäntelkrägen nach oben zu schlagen und sich eine Thermostrumpfhose unter die Jeans zu ziehen.

Dabei fällt mal wieder auf: Frauen frieren während des gemütlichen Spazierens vielmehr als Männer. Warum ist das so? wmn hat sich bei Quarks & Co. schlaugemacht.

Frauen frieren mehr als Männer: 2 Gründe

Beim Frieren passieren mehrere unangenehme Dinge im Körper: Unsere Blutgefäße ziehen sich zusammen und der Körper befindet sich im Ausnahmezustand. Gleichzeitig wird viel mehr Blut zu den lebensnotwenigen Organen geschickt, während die Hände und die Füße mit weniger Blut auskommen müssen. Deswegen bekommen wir, wenn es hart auf hart kommt, dort auch die ersten Erfrierungen. 

Achtung: Dieser Artikel nimmt die biologischen Geschlechtsmerkmale von Männern und Frauen als Grundlage. Das soziale Geschlecht (Gender) wird dabei außen vor gelassen. 

Frauen und Männer scheinen echt unterschiedliche Kälteprobleme zu haben. Während viele Männer noch strammen Schrittes durch den Park laufen, schlottern viele Frauen bereits im Hintergrund. Und während Männer noch immer im T-Shirt durch die Wohnung laufen, decken sich viele Frauen gerade bei Amazon mit den neuesten “Kuschelsocken”-Trends ein. Quarks und Co. erklärt, warum Frauen so viel mehr frieren als Männer.

frau frieren schal mütze handschuhe winter kälte schnee
Warum frieren Frauen eigentlich so viel schneller? Foto: imago images/Cavan Images /

1. Grund: Frauen haben weniger Muskeln

Bei Kälte ist vor allem eines wichtig: Die eigene Muskelmasse. Während die Temperatur des Körpers sinkt, werden die Muskeln aktiviert. Sie beginnen zu zittern und generell mehr zu arbeiten. Sie können die körpereigene Wärmeproduktion dabei auf das bis zu 5-fache steigern. 

Frauen und Männer haben eine unterschiedliche Muskelstruktur. Dazu gehört unter anderem dass Männer durchschnittlich über gut 25 % mehr Muskelmasse verfügen als Frauen. Kein Wunder also, dass diese Mehrmuskeln für mehr Kälteabwehr sorgen können. Deswegen frieren Frauen öfter.

2. Grund: Frauen haben eine dünnere Haut

Beim Frieren wird ein großer Teil der körpereigenen Wärme über die Haut nach draußen abgegeben. Obwohl der Körper alles dafür zu tun versucht dass das nicht passiert – und beispielsweise seine Blutgefäße weitestgehend verengt – kann er nur zu einem gewissen Grad agieren. Frauen haben durchschnittlich eine 15 % dünnere Haut. Über die kann eine Menge Wärme abgegeben werden und Kälte aufgenommen werden.

Warum frieren Frauen schneller? Das Vorurteil mit dem Fett

“Frauen haben mehr Körperfettanteil, deswegen sollten sie auch weniger frieren.” Das ist leider ein Mythos und kann so der Wissenschaft nicht standhalten. Es ist zwar wahr, dass Frauen im Durchschnitt mehr Fett als Männer haben, aber für die Wärmeproduktion ist das unwichtig. Fett isoliert die Wärme, doch es kann sie nicht herstellen. Um Wärme zu produzieren braucht man Muskeln, um sie zu speichern kann Fett nützlich sein. 

Bei Männern beträgt der durchschnittliche Körperfettanteil gut 15 %, bei Frauen gut 24 %. Schuld daran sind zum Teil die Hormone: Während Testosteron die Muskeln aufbaut, führt Östrogen zu mehr Fettaufbau. Vergessen wir dabei aber nicht, dass es sich um Durchschnittswerte handelt. Frauen mit weniger Fettanteil können Wärme noch schlechter isolieren.

Je mehr dein Körper arbeitet, desto weniger frierst du. Setze also vor allem auf Nahrungsmittel, die den Stoffwechsel anregen. Auch Bewegung ist genau richtig, um nicht zu frieren. Ein gutes Cardio- oder HIIT-Training macht sofort warm.

Frieren kann aber auch beim Abnehmen helfen. Man verbrennt dabei nämlich gut 200 kcal mehr als normalerweise.