Es ist kein Geheimnis, dass regelmäßiger Sport eine Wohltat für die Gesundheit ist. Zahlreiche Studien konnten bereits beweisen, dass Sport das Immunsystem stärkt, Stress senkt, die Stimmung hebt und besser schlafen lässt. Bezogen auf den letzten Punkt wollten Forscher:innen der Iowa State University es nun genauer wissen. Sie untersuchten, ob eher Kraft- oder Ausdauersport besser schlafen lässt. Ob du bei Schlafstörungen also eher Hanteln stemmen oder joggen gehen solltest, erfährst du jetzt.

Krafttraining oder Ausdauersport bei Schlafstörungen?

Insgesamt nahmen 386 übergewichtige Proband:innen an der Studie der Iowa State University teil. Sie alle hatten einen hohen Blutdruck, übten eine sitzende Tätigkeit aus und wiesen wiederkehrende Schlafstörungen auf. Die Forscher:innen teilten sie in vier Gruppen ein und beobachteten sie für insgesamt zwölf Monate, in denen sie dreimal pro Woche trainierten.

Nice to know: Eine Schlafstörung zeichnet sich dadurch aus, dass man schlecht (ein-)schläft und sich tagsüber abgeschlagen wie müde fühlt. Mitunter kann man sogar den eigenen Alltag nicht bewältigen. Von einer Insomnie (Schlafstörung) sprechen Fachleute, wenn diese Probleme länger als einen Monat andauern. Häufige Ursachen einer Schlafstörung findest du hier.

Gruppe eins der Studie trainierte auf dem Laufband oder auf stationären Fahrrädern, betrieben also Ausdauersport. Gruppe zwei trainierte ihre Kraft und Muskulatur an Geräten wie der Bein-, Brust- oder Bauchpresse. Die dritte Gruppe trainierte in der Kombination aus beidem und die vierte Gruppe diente lediglich als Kontrollgruppe, die keinerlei sportlicher Tätigkeit nachging.

Die Ergebnisse der Studie wurden von der American Heart Association auf der„Epidemiology, Prevention, Lifestyle & Cardiometabolic Health Conference 2022“ vorgestellt. Die Erkenntnis: Krafttraining, insbesondere Übungen wie Gewichtheben oder Liegestütze wirkt am besten gegen Schlafstörungen.

40 Minuten mehr Schlaf durch Hanteltraining

Laut der Mitteilung der Universität berichteten 42 % der Teilnehmer:innen, die zur Kraftsport-Gruppe gehörten, dass sich ihre Schlafdauer um 40 Minuten verlängert hätte. Zudem verkürzte sich ihre Einschlafdauer um gut drei Minuten.

Wenngleich die Kraftsportgruppe mit Abstand die besten Ergebnisse in Sachen Schlafqualität zeigte, konnte auch die Ausdauer-Gruppe Verbesserungen verzeichnen. Die Proband:innen schliefen im Schnitt 23 Minuten länger. Die Kombi-Gruppe schlief 17 Minuten länger. Kurioserweise verzeichnete selbst die Kontrollgruppe Verbesserungen bei ihren Schlafstörungen. Kurzum: Bewegung ist wichtig, für die Schlafhygiene.

Die Erklärung liegt in den Muskeln

Die Frage danach, warum Kraftsport am besten einschlafen lässt, beantwortet sich die Studienleiterin Angelique Brellenthin durch die kleinen Muskelrisse, welche beim Kraftsport entstehen. Sie meint, dass diese Zeit zum Heilen benötigen und das erfordert mehr Schlaf.

„Da Widerstandstraining ein starker Reiz ist, der das Muskelgewebe belastet, kann dieser ein stärkeres Signal an das Gehirn senden, dass diese Person schlafen und vor allem tief schlafen muss. So wird das Muskelgewebe repariert und ist für die nächste Trainingseinheit optimal vorbereitet“, schlussfolgert die Wissenschaftlerin.

Brellenthin empfiehlt daher allen Menschen, die an Schlafstörungen leiden, sich im Fitnessstudio anzumelden. Dauerhafter Schlafmangel führt nämlich zu einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck, einen erhöhten Cholesterinspiegel, Arterienverkalkung und somit zu einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle.

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