Sport ist gesund – dieser Satz wird uns an jeder Ecke eingetrichtert. Bekannt ist auch, dass regelmäßiges Training nicht nur unser körperliches Wohlbefinden aufrechterhält, sondern auch wichtig für unsere mentale Gesundheit ist. Wie wichtig genau fassten nun Forscher in einem Mini-Review zusammen. Hier verraten sie unter anderem, wie viel Bewegung es genau braucht, um beispielsweise Depressionen und Angsterkrankungen zu lindern.

Mentale Erkrankungen nehmen laut WHO zu

Laut der Weltgesundheitsorganisation, kurz WHO, nimmt die Krankenlast durch psychische Erkrankungen in den letzten Jahren immer weiter zu. Erhebungen zeigen, dass 30 % der Menschen in ihrem Leben einmal von einer psychischen Erkrankung betroffen sind.

Zwar gibt es wirksame Therapiemöglichkeiten bei mentalen Erkrankungen, aber 30 % der Menschen mit einer Depression sprechen beispielsweise nicht auf Antidepressiva an. Sie gelten als schwer zu behandeln. Hinzu kommt, dass mentale Erkrankungen chronisch somatische Erkrankungen befördern, was zu einer verringerten Lebenserwartung führt.

Das große Problem: Menschen, die psychisch erkrankt sind, bewegen sich häufig weniger. Das führt zu einem Teufelskreis, da so der Verlauf der Erkrankung verschlechtert, die Lebensqualität gemindert und kardiovaskuläre Risiken auslöst werden können. Vor diesem Hintergrund ist es unabdingbar, dass man sowohl in Sachen Prävention als auch bei der Behandlung von psychischen Erkrankungen den Faktor Bewegung miteinbezieht.

Bewegung ist wichtig im Kampf gegen psychische Erkrankungen

Forscher rund um Christian Imboden haben in einer Mini-Review mit dem Titel „Die Bedeutung von körperlicher Aktivität für die psychische Gesundheit“ zusammengefasst, wie wichtig Bewegung tatsächlich ist, um mentale Erkrankungen (präventiv) zu behandeln. Die Review erschien im März in der „Praxis. Schweizerische Rundschau für Medizin“.

Hier schreiben sie, dass zahlreiche vorherige Studien bereits beweisen konnten, dass Sport ein wichtiger Faktor für die Prävention sowie für die Behandlung sein kann. Eine amerikanische Querschnittsstudie konnte beispielsweise aufzeigen, dass drei bis fünfmal die Woche Sport á 45 Minuten den stärksten Effekt auf das psychische Wohlbefinden hatte und obendrein Stress deutlich reduzierte.

3 x 45 Minuten Sport führen zu einem besseren (mentalen) Wohlbefinden

So empfiehlt auch das Bundesamt für Sport 150 Minuten moderaten Sport die Woche oder 75 Minuten bei hoher Intensität. In der Mini-Review betonen die Forscher:innen, dass dieses Pensum nachweislich Depressionen, Angststörungen sowie Schlafstörungen präventiv lindern kann. Bezogen auf Angststörungen erwähnten sie eine Studie, die aufzeigte, dass weniger aktive Menschen ein 30 % erhöhtes Risiko haben, unter Angstsymptomen zu leiden.

Sport ist aber nicht nur präventiv von Vorteil. Auch kann er akut die Symptomatik von Depressionen, Angststörungen oder Schizophrenie lindern, wie die Review aufzeigt. Die Forscher leiten daraus ab, dass Bewegung und Sport bei psychischen Erkrankungen unbedingt in den Behandlungsplan eingebaut werden sollten.

Was wir daraus mitnehmen? Dass drei Sporteinheiten pro Woche á 45 Minuten unserer mentalen Gesundheit ungemein guttun. Zudem steigern sie unsere Lebensqualität und dienen letztlich auch unserem Körper.

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