Eigentlich will Vanessa Hartmann-Gnong nur zur Routineuntersuchung. Nach fünf Jahren soll wie geplant die Spirale entfernt werden. Doch als ihre Frauenärztin daran zieht, kommt es zu einem folgenschweren Vorfall: „Es gab es diesen eigenartigen Moment, wo ich mir gedacht habe, ‚ok, was passiert jetzt, weil sie einfach ihre Handlung nicht abgeschlossen hat,’“ erklärt die 28-Jährige in einem Interview mit RTL.

Was Vanessa dann erfährt, ist ein riesiger Schock: Ihre Spirale ist beim Herausziehen gebrochen. Ein Sprialarm steckt neben ihrem Gebährmutterhals in ihrer Gebährmutter fest.

Die unerkannte Gefahr bei Spiralen

Die Fotografin zögert nicht lange und lässt das festsitzende Stück unter Vollnarkose entfernen. Denn: Die Reste der Spirale können zwar mit der nächsten Periode ausgeschieden werden. Sitzen sie lange fest, können sie einwachsen und schwere Probleme in der Bauchhöhle oder der Eileiter verursachen bis hin zur Unfruchtbarkeit.

Bei Vanessa verlief die Operation gut, das festsitzende Fragment konnte entfernt werden. Für sie steht fest: Eine Spirale lässt sie sich nicht noch einmal einsetzen. Zu groß ist für sie die Gefahr, dass sich der Vorfall noch einmal wiederholt.

Verhütungsmittel
Die Möglichkeiten zur Verhütung sind zahlreich. Doch birgen sie auch Gefahren …

Tausende Frauen betroffen

Mittlerweile ist klar: Vanessa Hartmann-Gnong  ist kein Einzelfall. Immer mehr Frauen melden sich, die Ähnliches erlebt haben. Und tatsächlich gab 2018 erste Warnungen, darüber, dass Seitenarme unbemerkt brechen können. 2019 rief der spanische Hersteller Eurogine „mehrere Chargen aus dem Jahr 2015 (Modelle Ancora, Novaplus und Gold T)“ offiziell zurück. Schuld sei ein „Produktionsfehler eines Zulieferers“.

Das Unternehmen habe Gynäkologen dazu geraten, Patientinnen über die Risiken aufzuklären. Das ist aber wohl nicht bei allen Frauen passiert, wie ein weiterer Fall zeigt. Der österreichische Verbraucherschutz sammelt die Fälle und will auf Schadensersatz klagen. Klappt dies nicht, wird eine Sammelklage gegen Eurogine angestrebt. 

Auch in Deutschland warnte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bereits im Dezember 2019 in einer dringenden Sicherheitsinformation vor der Spirale des spanischen Herstellers. Hierzulande werden ebenfalls Klagen angestrebt. Wie viele Frauen tatsächlich betroffen sind, ist noch unklar. Es dürfte sich laut RTL aber um Tausende handeln.

Dass sollten Frauen mit Spirale jetzt tun

Eine Spirale ist kein Schnäppchen. Wer sich dafür entscheidet, muss z.B. für die Goldspirale wie Vanessa sie hatte mit bis zu 450 € rechnen. Je nach Modell darf maximal fünf Jahre in der Gebärmutter verbleiben. Alle sechs bis zwölf Monate sollte eine Kontrolluntersuchung stattfinden, um den Sitz der Spirale zu überprüfen.

Wer sich nicht sicher ist, welches Modell eingesetzt wurde, kann sich beim Gynäkologen informieren. Er oder sie kann sich auch beraten, wenn es wegen der neuen Vorfälle Bedenken gegenüber der Spirale gibt. Und auch der Routine-Check der Spirale alle halben Jahre sollte unbedingt eingehalten werden.

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