Übergewicht ist ein immer größer werdendes Problem. Daraus entstehende Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes und Arteriosklerose zwingen Menschen zur Medikamenteneinnahme und belasten das Gesundheitssystem. Um die Bevölkerung vor Adipositas und Folgekrankheiten zu schützen, hat ein Land beschlossen: Übergewicht ist illegal! Wir verraten, was die Folgen sind und was dicke Menschen hier zu befürchten haben.

Warum in diesem Land Übergewicht illegal ist

Weil die Menschen immer älter werden, kommt es zu einer Belastung des Gesundheitssystems. Daher wurde eine Maßnahme beschlossen, um Adipositas und Folgekrankheiten frühzeitig zu verhindern. Deshalb ist Übergewicht in Japan illegal.

Für Arbeitnehmer:innen über 40 Jahren ist es Pflicht, sich einmal im Jahr ärztlich untersuchen zu lassen. Dabei wird nicht nur das Gewicht kontrolliert, auch der Bauchumfang wird gemessen. Bei Männern darf es per Gesetz maximal 85 Zentimeter sein, bei Frauen immerhin 90 Zentimeter.

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Was passiert in Japan, wenn man zu dick ist?

Wenn Übergewicht illegal ist, heißt das, dass Dicksein bestraft wird? Tatsächlich werden in Japan nicht die Menschen für ihre Pfunde bestraft, sondern ihre Arbeitgeber:innen. Sie sind verpflichtet, dafür zu sorgen, dass ihre Mitarbeiter:innen gesund und fit bleiben. Tun sie das nicht, müssen sie mehr in das staatliche Gesundheitssystem einzahlen.

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Japanische Frauen stehen unter enormen Druck, schlank zu sein. Foto: Gettyimages/Qi Yang

Abnehmen durch Zwang

Weil Übergewicht illegal ist, verfügen viele Firmen über spezielle Ernährungsprogramme, um den Mitarbeiter:innen beim Abnehmen zu helfen. Außerdem sind diese seit 2008 verpflichtet, regelmäßig ihr Gewicht und ihren Blutdruck zu checken. Mit einem Schrittzähler können sie ihre Aktivität einsehen.

Das Fiese: Die Daten sind für alle Mitarbeiter:innen einsehbar. Sie werden in einem Ranking aufgelistet. Und nicht nur das: Wer sich nicht regelmäßig wiegt, muss mit Konsequenzen rechnen – für sich selbst und sein Team. Schlimmstenfalls wird sogar die Mitarbeiterkarte gesperrt, sodass man keinen Zugang mehr zur Firma hat.

Wer sich hingegen gesundheitsbewusst verhält, regelmäßig Sport macht und sich vielseitig ernährt, sammelt Punkte, die gegen Gutscheine eingelöst werden können.

Das japanische Schönheitsideal: Dünn!

Fazit: Übergewicht ist illegal – doch es geht niemanden etwas an!

Aus europäischer Sicht erscheint die japanische Maßnahme mehr als fragwürdig. Während hierzulande Datenschutz eines der obersten Gebote ist, werden in Japan intimste Details über die eigene Körperzusammensetzung öffentlich preisgegeben. Das sorgt nicht nur für enormen Druck, sondern ebnet auch den Weg für Bodyshaming, Diskriminierung und Ausgrenzung.

Auch wenn die Maßnahme letztendlich dem Wohle der Menschen dienen soll, ist es, meiner Meinung nach, der absolut falsche Weg, Leute zu einem gesundheitsbewussten Leben zu verhelfen.

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