Ein Mangel an Vitamin D kann den Verlauf einer Covid-19-Erkrankung verschlimmern. Das ist die Erkenntnis einer Studie der Universität Hohenheim, die jetzt veröffentlicht wurde.

Das Team um den Ernährungsmediziner Prof. Dr. Hans-Konrad Biesalski hat 30 Untersuchungen mit 53.000 Covid-19-Patienten ausgewertet und herausgefunden, dass das Risiko für einen schweren oder sogar tödlichen Verlauf bei Coronavirus-Infizierten mit einem niedrigen Vitamin-D-Wert deutlich höher ist.

Zusammenhang zwischen Vitamin D und Covid-19

Bisher war bekannt, dass Grunderkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, starkes Übergewicht und Bluthochdruck Risikofaktoren für eine Covid-19-Erkrankung sind. „Doch gerade diese Erkrankungen sind oft mit einem Vitamin-D-Mangel verbunden“, erklärt Prof. Dr. Biesalski in einer Mitteilung. „Das hat Konsequenzen für den Verlauf der Covid-19-Erkrankung.“

Dabei sind nicht nur Patienten mit Grunderkrankungen gefährdeter. Auch Menschen über 65 Jahre haben haben ein erhöhtes Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken. „Die wichtigste Vitamin-D-Quelle ist die Bildung in der Haut durch das Sonnenlicht“, so der Experte, „und im Alter funktioniert das nur noch eingeschränkt.“

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89 bis 90% des benötigten Vitamin D wird vom Körper durch das Sonnenlicht produziert.(Photo: istock/NeonShot)

Vitamin D spielt eine große Rolle für das Immunsystem

Vitamin D ist wichtig für den Knochenstoffwechsel, da es die Aufnahme von Kalzium und Phosphat in den Knochen fördert. Außerdem ist Vitamin D wesentlich für das Immunsystem und reguliert Entzündungsprozesse. Im Falle einer Coronavirus-Erkrankung sollte laut dem Ernährungsmediziner unbedingt der Vitamin-D-Spiegel untersucht werden.

“Dramatisch erhöhtes Sterberisiko”

Auch das Dr. Jacobs Instituts für komplementär-medizinische Forschung in Heidesheim hat sich mit dem Zusammenhang von Vitamin D und dem Coronavirus beschäftigt. Die Wissenschaftler analysierten zwei Studien aus Asien.

Bei der Studie aus Indonesien machten sie eine aufschlussreiche Entdeckung: Bei den Covid-19-Erkrankten hat sich ein “dramatisch erhöhtes Sterberisiko” bei einem Vitamin D-Mangel ergeben. 98,9 % der verstorbenen Patienten waren nicht optimal mit Vitamin D versorgt.

Die philippinischen Studie war ebenso beachtenswert: Hier lag das Risiko für einen lebensbedrohlichen Verlauf 23 mal so hoch wie bei Patienten, die eine optimale Vitamin-D-Versorgung hatten.

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Vitamin D ist kein Allheilmittel

In den letzten Jahren ist ein wahrer Hype um das Vitamin D ausgebrochen. Mittlerweile gibt es sogar Berichte, dass es gegen Krebs, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Depressionen und Diabetes helfen soll. Wissenschaftlich belegt ist dies bisher nicht. Auch im Hinblick auf eine Covid-19-Erkrankung betont Prof. Dr. Biesalski: „Vitamin D ist kein Medikament, mit dem man Covid-19-Erkrankungen heilen kann. Doch man kann damit positiv auf den Krankheitsverlauf einwirken.“

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