Regelmäßiges Training ist eine Wohltat für Körper und Geist. So verbessert es nicht nur die Herzgesundheit, sondern wirkt auch psychischen Erkrankungen wie beispielsweise Angststörungen entgegen. So lohnenswert Sport auch ist, – einfacher wird es für viele deswegen nicht, ihn motiviert anzugehen. Finnische Forscher:innen haben nun herausgefunden, wie man mehr Spaß beim Sport empfinden und diesem Motivationsproblem entgegenwirken kann.

Motivation beim Sport: Davon hängt sie laut Studie ab

Sich zum Sport zu motivieren, ist nicht immer leicht. Warum das so ist und wie man das ändern kann, versuchten nun finnische Forscher:innen an der Universität Turku in einer Studie herauszufinden.

Ihr Ergebnis: Wer einmal die anstrengende Anfangszeit überstanden hat, wird motivierter an das Training herangehen. Grund dafür ist der sich verändernde Stoffwechsel unseres Gehirns. So werden laut den Wissenschaftler:innen stimmungsverändernde Botenstoffe und Hormone besser verarbeitet.

Wer regelmäßig trainiert, erfährt im Gegensatz zu weniger aktiven Menschen beim Sport eine größere Stimmungsaufhellung. Einfach gesagt: Wer viel trainiert, hat dabei auch mehr Spaß. In der Folge entsteht ein positiver Kreislauf: Fühlt man sich nach einem Training gut, ist man eher gewillt, das nächste anzugehen.

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Wer viel trainiert, ist glücklicher und motivierter. Foto: Jacob Lund via canva.com

Sport lässt die Glückshormone sprudeln

Dass Sport glücklich macht, ist keine neue Erkenntnis. Die Forscher:innen wollten nun jedoch herausfinden, wo dieser Kreislauf ansetzt und welche Stoffwechselprozesse tatsächlich dahinter stehen. Ihren Ergebnissen folgend spielen vor allem sogenannte μ-Opioidrezeptoren (MOR) eine entscheidende Rolle.

Diese Rezeptoren reagieren vor allem auf körpereigene Opiate und sind an der Verarbeitung von Gefühlen, Stress, der Belohnung und auch der Motivation beteiligt. Wer beim Sport Spaß empfindet, hat ein gut ausgebildetes MOR-System und kann Glückshormone nach dem Sport besser verarbeiten. Ein gutes MOR-System ist demnach gleichbedeutend mit der Freude und Motivation am Sport.

Die Hauptautorin der Studie, Tiina Saanijoki, meint dazu: „Es ist möglich, dass manche Menschen mit einem reaktionsfähigeren MOR-System geboren werden, was ihnen ermöglicht, Training zu mögen und sich stärker für sportliche Aktivitäten zu begeistern.“ Aber sie betont auch, dass dieser Prozess andersherum vonstattengehen kann. So könnte Spaß am Sport nicht nur angeboren sein, sondern man könnte es auch durch regelmäßiges Training begünstigen.

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Wer trainiert ist, hat mehr Spaß am Sport

Insgesamt untersuchten die finnischen Forscher:innen 64 gesunde Männer. Sie alle absolvierten Belastungstests und füllten Fragebögen aus. Zudem maß man die Aktivität ihrer μ-Opioidrezeptoren. In der Auswertung zeigte sich, dass besser trainierte Personen ein deutlich höhere Opioidfreisetzung in den Gehirnarealen zeigten, die wichtig für die Belohnung und kognitive Verarbeitung sind. Wer viel trainiert, hat also mehr Spaß am Sport.

Laut den Forscher:innen können sich Sportmuffel diese Erkenntnis zunutze machen. Sie meinen, dass regelmäßiges Training das MOR-System stimulieren und so empfindlicher für Glückshormone macht. Wer sich also einmal durch die Anfangszeit durchbeißt, wird Tag für Tag mehr mit Motivation und Spaß am Sport belohnt.

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