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Darum haben Frauen wirklich kalte Füße im Bett

Es ist ein Klischee, doch Frauen frieren deutllich schneller als Männer. Warum sie im Bett kalte Füße haben und was man dagegen tun kann.

Kuschelsocken Bett Kälte
Ohne Kuschelsocken ins Bett? Unmöglich! Foto: Getty Images/ Almaje

Im Winter kann man es kaum erwarten, abends in ein kuscheliges Bett zu schlüpfen. Wären da bloß nicht diese kalten Füße, die selbst unter der dicksten Decke einfach nicht warm werden wollen. Es gilt als Klischee, doch es ist wissenschaftlich erwiesen: Frauen frieren schneller als Männer. Auch die kalten Füße im Bett scheinen ein echtes Frauenproblem zu sein. Warum ist das so? Und was kann man dagegen tun?

Frauen frieren mehr als Männer: Tatsache oder Klischee?

Wenn wir frieren, ziehen sich die Blutgefäße im Körper zusammen. Arme und Beine sowie Hände und Füße werden schlechter durchblutet. Stattdessen wird mehr Blut zu den lebensnotwendigen Organen geschickt. Deshalb bekommen wir, wenn es hart auf hart kommt, dort auch die ersten Erfrierungen.

Eine weitere Möglichkeit unseres Körpers, Wärme zu produzieren, ist Zittern. Durch das Muskelzittern können wir die Wärmeproduktion im Körper um das 5-fache steigern. Doch warum scheinen Frauen deutlich früher anzufangen, zu schlottern, als Männer?

Daher kommen die kalten Füße der Frau 

Es liegt also einerseits an der fehlenden Durchblutung der Extremitäten einer Frau, wenn sie im Bett kalte Füße hat. Es gibt übrigens einen Trick, mit dem man kalte Füße im Bett vereiteln kann: Wer vor dem Schlafengehen Sport macht, durchblutet seinen Körper sehr viel besser und es gelangt Wärme in die Füße.

Frauen und Männer scheinen unterschiedliches Kälteempfinden zu haben. Während viele Männer noch strammen Schrittes durch den Park laufen, schlottern viele Frauen bereits im Hintergrund. Und während Männer noch immer im T-Shirt durch die Wohnung laufen, decken sich viele Frauen gerade bei Amazon mit den neuesten „Kuschelsocken“-Trends ein. Quarks und Co. erklärt, warum Frauen so viel mehr frieren als Männer.

1. Grund: Die weibliche Durchblutung

Frauenkörper werden anders durchblutet als die von Männern. Das liegt an dem Geschlechtshormon Östrogen, das die Blutgefäße weitet. Dadurch sollten eigentlich die Hände und Füße warm werden, doch in der Praxis klappt das leider nicht immer. Der Grund ist, dass Frauen sehr viel ihrer Körperwärme an die Umwelt abgeben. Der weibliche Körper konzentriert sich mehr auf die inneren schützenswerten Organe und hält diese warm.

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Warum frieren Frauen eigentlich so viel schneller? Foto: imago images/Cavan Images /

2. Grund: Frauen haben weniger Muskeln

Bei Kälte ist vor allem eines wichtig: Die eigene Muskelmasse. Während die Temperatur des Körpers sinkt, werden die Muskeln aktiviert. Sie beginnen zu zittern und generell mehr zu arbeiten. Sie können die körpereigene Wärmeproduktion dabei auf das bis zu 5-fache steigern. 

Frauen und Männer haben eine unterschiedliche Muskelstruktur. Dazu gehört unter anderem dass Männer durchschnittlich über gut 25 % mehr Muskelmasse verfügen als Frauen. Kein Wunder also, dass diese Mehrmuskeln für mehr Kälteabwehr sorgen können. Deswegen frieren Frauen öfter.

3. Grund: Frauen haben eine dünnere Haut

Beim Frieren wird ein großer Teil der körpereigenen Wärme über die Haut nach draußen abgegeben. Obwohl der Körper alles dafür zu tun versucht dass das nicht passiert – und beispielsweise seine Blutgefäße weitestgehend verengt – kann er nur zu einem gewissen Grad agieren. Frauen haben durchschnittlich eine 15 % dünnere Haut. Über die kann eine Menge Wärme abgegeben werden und Kälte aufgenommen werden.

Frauen frieren schneller: Das Vorurteil mit dem Fett

„Frauen haben mehr Körperfettanteil, deswegen sollten sie auch weniger frieren.“ Das ist leider ein Mythos und kann so der Wissenschaft nicht standhalten. Es ist zwar wahr, dass Frauen im Durchschnitt mehr Fett als Männer haben, aber für die Wärmeproduktion ist das unwichtig. Fett isoliert die Wärme, doch es kann sie nicht herstellen. Um Wärme zu produzieren braucht man Muskeln, um sie zu speichern, kann Fett nützlich sein.

Macht mal den Versuch: Wer von euch beiden hat kältere Füße? Foto: IMAGO / Westend61

Frauen und Männer: Wer hat wie viel Fett?

Bei Männern beträgt der durchschnittliche Körperfettanteil gut 15 Prozent, bei Frauen gut 24 Prozent. Schuld daran sind zum Teil die Hormone: Während Testosteron die Muskeln aufbaut, führt Östrogen zu mehr Fettaufbau. Vergessen wir dabei aber nicht, dass es sich um Durchschnittswerte handelt. Frauen mit weniger Fettanteil können Wärme noch schlechter isolieren.

Je mehr dein Körper arbeitet, desto weniger frierst du. Setze also vor allem auf Nahrungsmittel, die den Stoffwechsel anregen. Auch Bewegung ist genau richtig, um nicht zu frieren. Ein gutes Cardio- oder HIIT-Training macht sofort warm. Frieren kann aber auch beim Abnehmen helfen. Man verbrennt dabei nämlich gut 200 kcal mehr als normalerweise.